14.03.2018

Willingen nach NRW, Eschwege in Reichensachsen

Verbandsliga: Flexibel muss man sein

Klassenleiter Horst Riemenschneider.

Der RSV Petersberg atmet noch, hat dank des jüngsten Erfolgs gegen Schlusslicht Mengsberg (5:2) gar den vorletzten Platz verlassen und somit „nur“ noch sieben Punkte Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Doch den belegt mit der SV 07 Eschwege ein Team, das tatsächlich sieben (!) Spiele weniger als die Petersberger hat. Das Tabellenbild gleicht schlichtweg einer Farce, doch die Situation ist quasi nicht regulierbar – wie Klassenleiter Horst Riemenschneider (BC Sport Kassel) anführen muss.

„Die Situation ist extrem – und nicht vergleichbar“, betont Riemenschneider und will deswegen für die Zukunft auch gar nicht gleich alles infrage stellen, „weil wir die Sommerpause kaum noch reduzieren können und mit kleineren Klassen wollen die Vereine genauso wenig spielen, wie an noch mehr regulären Wochentagen“. Sprich: Aus den aktuell äußerst schwierigen Bedingungen muss Riemenschneider das Optimum herausholen. Und so spielen die Vereine teilweise nicht mehr auf den eigenen Anlagen.

CSC 03 Kassel wich bereits zweimal aus, als nächstes könnte heute die SV 07 Eschwege an der Reihe sein, nämlich falls die Torwiese weiterhin nicht für den Spielbetrieb taugt, muss die Elf ihr Nachholspiel gegen Sand in Reichensachsen austragen. Dort liegt aktuell der einzige Kunstrasen in der ganzen Region Eschwege, dementsprechend frequentiert ist er – und teuer für die Vereine, die ihn nutzen wollen. 100 Euro zahlen Eschwege, Weidenhausen und Co. dort für eine Einheit, an Spieltagen kommt noch ein bisschen was oben drauf. Nur gut, dass direkt neben der Torwiese ein weiterer Kunstrasen entstehen soll. Voraussichtlicher Bautermin ist im kommenden Jahr.

Noch kurioser wird es in Willingen: Der SCW hat endlich ein neues Gelände in Schwalefeld inklusive Kunstrasen, doch dort kann der Verbandsligist aktuell nicht spielen, denn der Zufahrtsweg zum Platz ist noch nicht in dem Zustand, den sich die Gemeinde erwünscht, um ihn freizugeben. Und so müssen die Willinger in den nächsten Wochen nach Medebach ausweichen. Noch nie gehört im Zusammenhang mit hessischem Fußball? Kein Wunder, denn Medebach liegt in Nordrhein-Westfalen. „Diese Option hat sich am vergangenen Wochenende ergeben“, erklärt Riemenschneider und spricht in Gänze ein großes Kompliment an die Vereine aus, „weil die Zusammenarbeit diesbezüglich extrem fair verläuft und unkompliziert ist“.

Und deswegen ist Riemenschneider grundsätzlich entspannt, weiß aber auch, dass er mit den Nachholspielen mittlerweile bis zum 9. Mai gehen muss, zumal Teams wie Eschwege auch noch im Kreispokal aktiv sind. Tatsache ist: An Ostern muss noch kein Team dreifach ran, genau dies will Riemenschneider allerdings auch tunlichst vermeiden, doch beim Blick aus dem Fenster wird es ihm nicht wohler.

Autor: Johannes Götze

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