Hessenliga: Titelsammler Tabib ist heiß

"Wir wollen Meister werden"

14. September 2020, 06:55 Uhr

Sasan Tabib ist ein äußerst sympathischer Zeitgenosse mit klaren Zielen. Foto: Ralph Kraus

Die einen, der SV Steinbach, werden gegen den Abstieg spielen. Die anderen, Hessen Dreieich, wollen Meister werden. Und genau so lief das Spiel am Samstag im Mühlengrund.

Sasan Tabib ist ein Titelsammler. Deren zwölf hat er bereits eingeheimst – alle mit dem SV Pars Neu-Isenburg. Das Seniorenteam führte er von der B- bis in die Verbandsliga. Das Futsal-Team entwickelte er zu einem in ganz Deutschland bekannten Namen, holte sieben Meistertitel – bishin zur Süddeutschen. Da verwundert es wenig, dass Tabib ganz unverhohlen auch im kommenden Juni einen Titel feiern möchte. Den mit Hessen Dreieich in der Hessenliga. Im Sommer hatte er übernommen und das Team mittlerweile einmal auf links gedreht. „Im Training gibt es keine Spielformen mit mehr als zwei Ballkontakten. Wir wollen im Spiel ganz hohe Ballbesitzzeiten und den Gegner somit läuferisch fordern. Auch wenn das für den Zuschauer manchmal langweilig aussieht, ist das mein Verständnis von erfolgreichem Fußball“, erklärt er der Presse und erklärt er seinem Team über 90 Minuten hinweg am Platz in ruhiger, sachlicher und positiver Art und Weise.

Einen Eindruck musste sich der SV Steinbach davon verschaffen. Selten hatte eine Gastmannschaft den Mühlengrund über die komplette Spielzeit so im Griff, wie die Hessen. „Die Kunst ist es in Steinbach, ein Spiel einfach aussehen zu lassen. Und das ist uns gut gelungen, auch weil uns die Spielchronologie mit dem frühen Führungstreffer natürlich in die Karten gespielt hat“, sagte Tabib, der einst mit SVS-Coach Petr Paliatka die Schulbank beim Trainerschein drückte und entsprechend die eine oder andere Geschichte vom sonst gefürchteten Mühlgraben kannte. Dreieich ist der neue Spitzenreiter, hat Steinbach abgelöst und nach zwei Spielen noch nicht einmal eine klare Torchance zulassen müssen.

Blöd für Steinbach, dass nun mit der SG Barockstadt am Mittwoch ein Gegner von ähnlicher Kragenweite an den Mühlengrund reisen wird. Dann wird es auch darauf ankommen, ob der SVS wieder mit so viel und damit viel zu viel Respekt wie am Samstag ins Spiel gehen wird. „Vielleicht haben die Jungs nach dem super Spiel in Baunatal zum Auftakt gedacht, dass sie für die nächste Überraschung sorgen können. Und vielleicht sind sie deshalb etwas verkrampft gewesen, aber ich mache ihnen keinen Vorwurf“, sagte Paliatka, obwohl er anführte, „dass quasi alle Spieler unter Normalform blieben“.

Kommentieren