10.08.2018

„Wir wollen mit der Zeit gehen“

Trainer Jörg Heß über die neue SG Burghaun/Gruben

Jörg Heß ist Trainer der neuen SG Burghaun/Gruben.

Exemplarisch für den bemerkenswerten Trend hin zu neuen Spielgemeinschaften steht die jüngst entstandene SG Burghaun/Gruben. Als selbständiger Verein hatten die Burghauner zuletzt kaum eine Chance, den eigenen, sportlich ambitionierten Erwartungen gerecht zu werden. Es folgte der fast schon zwangsläufige Abstieg aus der Kreisoberliga. Gleichzeitig besteht im Zusammenschluss für den neuen Kooperationspartner FC Gruben die Möglichkeit, fußballerisch in der A-Liga Hünfeld/Hersfeld Fuß zu fassen. Trainer Jörg Heß (51) schaut optimistisch in die Zukunft.

Nach zwei Spieltagen steht die SG an der Tabellenspitze. Bist du mit dem Saisonstart zufrieden?

Alles ist gut so weit. Nicht nur die Ergebnisse stimmen mich zuversichtlich, sondern auch die Art und Weise, wie wir Fußball gespielt haben. Das 0:0 gegen Schenklengsfeld war eine gerechte Punkteteilung, da trafen wir auf einen starken Gegner. Jetzt müssen wir in Wölf versuchen nachzulegen.

Wie lief die Vorbereitung mit der neu zusammengewürfelten Mannschaft?

Wir alle sind mit großen Erwartungen an die neue SG herangegangen. Und das gemeinsame Training lief dann auch sehr gut. Ich hatte eine wirklich gute Beteiligung. Natürlich hat der eine oder andere verletzungsbedingt auch mal pausieren müssen. Aaron Eigenbrod zwickt es immer mal wieder in der Leiste. Hinzu kommen die üblichen Ausfälle wegen der Arbeit oder des Studiums. Da ging es uns genauso wie anderen Vereinen.

Wie beurteilst du das Zustandekommen der neuen Spielgemeinschaft?

Das ursprüngliche Problem in den Stammvereinen waren die Reserven. Wenn hier stets am personellen Limit gearbeitet werden muss und immer wieder Spieler der Alten Herren aushelfen müssen, ergeben zweite Mannschaften auf die Dauer keinen Sinn mehr. Jetzt, da es eine neue sportliche Perspektive gibt, muss ich sagen, dass auch die Spieler der Zweiten wieder regelmäßig beim Training sind und so eine gewisse sportliche Erwartungshaltung entsteht. Grundsätzlich gibt es eine Rückentwicklung im Fußball. Man sieht, dass die Spielgemeinschaften auch im Juniorenbereich immer größer werden. Der Burghauner Jugendarbeit im Jugendförderverein muss ich allerdings ein großes Kompliment aussprechen. Da kommt in den nächsten Jahren kontinuierlich Nachwuchs nach. Da dürfen wir uns nicht beschweren. Wenn wir den Spielbetrieb aufrechterhalten wollen, bleibt keine andere Wahl als ein JFV.

Ist etwas von der prognostizierten Rivalität zwischen beiden Vereinen Burghaun und Gruben zu spüren?

Ich bin nicht von hier, habe im Vorfeld schon davon gehört. Aber der Fußball verbindet. In der Praxis, auf dem Platz, zählt nicht, aus welchem Verein du kommst, sondern gegen welche Mannschaft du spielst. Da haben sich alle Vorbehalte schnell verflüchtigt.

Wie groß waren die Bedenken abseits des Platzes?

Ich persönlich habe davon kaum etwas gespürt. Aber natürlich gab es gerade bei den Alteingesessenen teils extreme Unkenrufe. Früher war jedoch nicht alles besser, höchstens anders. Wir wollen mit der Zeit gehen und das Beste aus der aktuellen Situation machen.

Wie lautet dein Tipp für die Partie in Wölf?

Wir gewinnen 3:1, weil ich von der Qualität meiner Mannschaft überzeugt bin. Und deshalb erwarte ich drei weitere Punkte. / maz

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