18.10.2019

"Zahlenmensch" Andrijasevic wundert sich

Gruppenliga: 19:16-Tore, aber Spitzenreiter

FT-Coach Romeo Andrijasevic wundert sich selbst über die Bilanz seiner "Turner". Foto: Charlie Rolff

Erstmals nach 24 Jahren geht FT Fulda mal wieder als Tabellenführer der Gruppenliga in ein Spiel. Ein Umstand, der Trainer Romeo Andrijasevic Spaß macht. Zumal das Auswärtsspiel der „Turner“ am Samstag (15.30 Uhr) beim FSV Thalau einiges verspricht.

Andrijasevic: Keine Mannschaft ist konstant

Es ist schon verrückt: Da hat nur noch Hünfeld II durch die neun Gegentore in Bronnzell eine schwächere Abwehr als Thalau, dennoch ist die Wittiggrund-Elf voll drin im Titelkampf. 30-mal hat es im Kasten des FSV schon geklingelt und damit öfter als vor zwei Jahren in der ganzen Saison. Auf der anderen Seite führt FT mit einem kuriosen Torverhältnis von „nur“ 19:16 die Tabelle an – nach 14 Spieltagen ein höchst ungewöhnlicher Umstand.

„Ich bin ja ein Zahlenmensch, aber ganz ehrlich? So was habe ich vorher auch noch nicht gehört. Das zeigt aber auch, dass wir in vielen Spielen das nötige Glück hatten. Wir hatten viele Spiele mit einem Tor Unterschied dabei, die oft zu unseren Gunsten ausgegangen sind“, so die ehrliche Analyse von FT-Coach Romeo Andrijasevic, der auch die vielen Thalauer Gegentore an einem ganz bestimmten Umstand fest macht:

„Das hat viel mit dieser Liga zu tun. Nehmen wir das jüngste 0:5 in Oberzell. Das kann durchaus passieren, denn Oberzell hat pfeilschnelle Spieler und einen Julian Ankert, der das Spiel alleine entscheiden kann. Es gibt aber bei keiner Mannschaft eine wirkliche Konstanz. Wenn heute Abend Oberzell nochmals gegen Thalau spielen würde, dann kann das Spiel genauso gut 5:0 für Thalau ausgehen. In dieser Liga geht alles“, so Andrijasevic, der den FSV weiter ganz oben auf seiner Liste hat, was den Aufstieg in die Verbandsliga angeht.

„Die Thalauer Mannschaft hat sich auf vielen Positionen verändert, ist jünger geworden und muss sich erst finden. Das ist aber ein Prozess, der noch voll im Gange ist, weil beispielsweise mit Florian Storch die Achse im Spiel bisher kaum dabei war. Hinten heraus werden die Thalauer ein gehöriges Wort um den Aufstieg mitsprechen. Da bin ich sicher“, so der FT-Coach, der gerne die Euphorie noch ein bisschen mitnehmen würde. „Wobei sich das alles sehr im Rahmen hält, weil wir das Ganze gar nicht so auf dem Schirm haben. Es ist aber ein super Gefühl, mal ganz oben zu stehen und wenn wir es schaffen, bis zur Winterpause unter den ersten drei, vier zu bleiben, dann wäre das eine geniale Hinserie gewesen.“

Erovic mahnt

Beim SV Müs ist die Stimmung ähnlich. Aber Vorsicht: Der Neuling steht zwar auf den ersten Blick bestens dar und ist so gut platziert, wie schon seit Jahren nicht mehr in der Gruppenliga. Doch ein zweites Hinsehen auf die Tabelle sagt alles: Der Vorsprung des Sechsten auf Petersberg, und damit auf den ersten möglichen Abstiegsplatz, beträgt nur magere vier Punkte. Und schon wird die Bedeutung deutlich, die das Heimspiel der Germanen am Samstag (15 Uhr) gegen eben jene Petersberger hat.

„Was die Leute draußen erzählt haben, das weiß ich nicht. Innerhalb der Mannschaft gab es aber nie ein anderes Thema als den Klassenerhalt“, macht Germanen-Coach Denis Erovic klar, der aus beruflichen Gründen erneut auf Konstantin Gerk verzichten muss.

„Mit Petersberg kommt ein direkter Konkurrent. So ein Spiel musst du eigentlich gewinnen, darfst es aber zunächst einmal auf keinen Fall verlieren“, so Erovic, der sich selbst wundert, warum die Müser auswärts so viel schwächer sind als zu Hause. „Daheim haben wir eine breite Brust und spielen befreit auf. Auswärts sind wir dagegen oft zu ängstlich. Eine Erklärung, warum das so ist, habe ich aber leider nicht.“

Einen großen Vorteil sieht der Müser Trainer beim kommenden Gegner vor allem im Bereich Routine. „Die Petersberger sind wesentlich erfahrener als meine jungen Spieler. Die haben richtig gute Kicker drin, was sie auch bewiesen haben, als sie nach dem schlechten Start so schnell da unten rausgekommen sind.“

Ein Jahr ohne Auswärtssieg

Eine verheerende Serie will auch endlich Schlusslicht TSV Künzell zu den Akten legen. Seit über einem Jahr gab es in der Fremde keinen Auswärtssieg. Am 3. Oktober 2018 gelang das zuletzt beim 2:1 in Bronnzell. Nun nimmt die Elf von den Tannen in Großenlüder den nächsten Anlauf. Droht den Teutonen in diesem Match das achte Remis der Saison?

Die Spiele in der Übersicht

Samstag, 15 Uhr
SV Müs - RSV Petersberg
15.30 Uhr
FSV Thalau - FT Fulda
16 Uhr
SG Kerzell - Spvgg. Hosenfeld
SG Eiterfeld/Leimbach - SG Bronnzell
SV Großenlüder - TSV Künzell

Sonntag, 12.30 Uhr
Hünfelder SV II - SG Aulatal
15 Uhr
SG Elters/Eckweisbach/Schwarzbach - SG Schlüchtern/Elm
SG Freiensteinau - SG Oberzell/Züntersbach

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