Serie: Spieler im Blickpunkt

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19. November 2020, 17:11 Uhr

In typischer Manier: Florian Goetzke ist sich für keinen Zweikampf zu schade und deshalb auf der Sechserposition nicht mehr wegzudenken. Foto: Stefan Kost-Siepl

Oft werden die Leistungsträger einer Mannschaft auf die Topscorer im Team beschränkt. Was aber ist mit den Spielern, die keinen auffälligen Spielstil haben, einen hohen Stellenwert besitzen oder in der Kabine immens wichtig sind? Wir schauen auf die oft vergessenen Helden in der Mannschaft. Heute im Fokus: Florian Goetzke von A-Ligist SG Rotenburg/Lispenhausen.

Einer, der fürs Grobe zuständig sei und sich mit seinem starken Zweikampf- und Kopfballspiel auszeichnet. So beschreibt Steffen Kanngießer, seit vielen Jahren für die Spielgemeinschaft aktiv und zudem im erweiterten Vorstand des SV Rotenburg, die Art des Fußballspielens von Goetzke. Der 29-Jährige sei außerdem nicht mehr wegzudenken und ein immens wichtiger Faktor im Spiel des A-Ligisten. Dass das so ist, unterstreichen die Einsatzminuten: Goetzke weist die meisten der gesamten Mannschaft in dieser Saison auf.

Dass er fürs Grobe zuständig ist, sieht der Defensivmotor teilweise ebenfalls so. "Aber das heißt nicht, dass ich unfair spiele", fügt er grinsend hinzu. Er ist in der jungen Truppe oft derjenige, der körperlich voran geht. Derjenige, der mal ein Zeichen setzt, wenn es nicht so läuft wie gewünscht. Auch, weil er laut eigener Aussage nicht der Techniker in Person ist. Und dennoch reißt er mit seiner Art die Mannschaft mit. "Wenn wir zu zaghaft agieren, versuche ich die Jungs aufzuwecken. Als Spieler selbst merkt man, wenn man einen guten Tag erwischt hat. Das gibt einen Ruck durch das Team", berichtet "Gö", wie er mannschaftsintern genannt wird.

Noch vor einigen Jahren konnte er mit seiner Spielweise unbekümmerter auftreten, mittlerweile aber merke er, dass in wenigen Monaten der 30. Geburtstag anstehe. "Weil ab und an der Schmerz in einem Zweikampf doch etwas größer ist", sagt Goetzke mit einem Augenzwinkern. Dass er in dieser Saison in zehn Einsätzen sogar torgefährlicher als in der Vergangenheit geworden ist, erstaunt ihn. Genauso wie die Tatsache, dass zwei seiner vier Treffer mit dem Fuß passierten. "Normal geht nur bei Standards etwas mit dem Kopf", ergänzt der Kapitän. Jenes Amt teilt er sich mit Alexander Wahl im wöchentlichen Rhythmus. "Aber wer die Binde am Arm hat, ist nebensächlich." Das glaubt man ihm, weil er seit dem Bambini-Alter in Rotenburg aktiv ist. Ein "Rotenburger Jung", der stolz auf seinen Club ist, obwohl die vergangenen Jahre weniger erfolgreich verliefen.

"Ort wie Rotenburg muss hoch"

Er selbst kennt noch die Gruppenliga-Zeiten am "Wittich". Dass derzeit nur die A-Liga die Heimat ist, beschäftigt ihn. "Schade" sei es, dass sich die SG in jener Liga eingependelt habe, "weil ein Ort wie Rotenburg eigentlich hoch muss." Goetzke selbst möchte deshalb so schnell wie möglich zumindest wieder in die Kreisoberliga. Obwohl derzeit nur Rang fünf steht, glaubt er noch an einen möglichen Aufstieg. Acht Punkte sind es auf Rang eins, ein Spiel mehr hat Rotenburg/Lispenhausen in der Hinterhand. Und wäre Corona nicht gekommen, hätte dieser Rückstand schon schmelzen können. Mit Cornberg/Rockensüß und Tabellenführer Schenklengsfeld/Rotensee/Wippershain warteten zwei brandheiße Duelle, auf die Goetzke und Co. top vorbereitet waren. "Von Spiel zu Spiel spüren wir, dass es besser läuft. Wir haben mit Martin Köthe einen neuen Trainer vor der Saison erhalten. Das nicht alles auf Anhieb funktioniert, ist doch klar. Er zieht die A-Jugendlichen mit ran. Es wächst etwas zusammen", weiß der Sechser. Beim Re-Start wollen er und seine Nebenleute liefern, abgezockter vor des Gegners Kasten werden und damit unnötige Punktverluste, wie bei der einzigen Niederlage gegen Weiterode II (1:2), vermeiden.

Steckbrief

Name: Florian Goetzke.
Spitzname im Verein: Gö.
Geburtsdatum: 22.02.1991.
Im Verein seit: Bambini (1998).
Position: Defensives Mittelfeld.
Rückennummer: 6.

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