25.09.2018

Zeller wird einmal mehr zum Derbyhelden

Reserve des TSV Künzell führt Gemeinderangliste in der Kreisoberliga Mitte an

Wer entschied das Gemeindederby? Natürlich Künzells Dominik Zeller (rechts), der sich hier gegen Hannes Ohneiser (links) und Daniel Kleinod durchsetzt. Foto: Charlie Rolff

Die „Mutter aller Derbys“ einmal anders gab es am Sonntagmorgen an den Künzeller Tannen zu sehen. Dabei setzte sich Künzell II mit 2:1 gegen Bachrain durch und eroberte so Platz eins der Gemeinderangliste in der Kreisoberliga Mitte.

Zum Derbyhelden avancierte einmal mehr Dominik Zeller. Mit seinem Doppelpack drehte der 23-Jährige die Partie quasi im Alleingang, nachdem Hannes Ohneiser die Gäste zuvor nach einer Standardsituation in Führung gebracht hatte. Es war nicht das erste Mal, dass Zeller gegen seinen Lieblingsgegner Bachrain der umjubelte Matchwinner war. Schon zweimal – erst vor ziemlich genau drei Jahren, dann am ersten Spieltag der Saison 2016/2017 – erzielte das Eigengewächs als Spieler der ersten Mannschaft den entscheidenden Siegtreffer gegen den großen Rivalen. Beide Tore zum 3:2-Endstand fielen auf den allerletzten Drücker, diesmal verzichtete Zeller auf die große Dramatik: „Gegen Bachrain ist er immer extrem heiß“, erklärte Trainer Martin Breunung lachend.

Der sprach nach dem Sieg seiner Truppe von einem echten Highlight, schließlich sei es keinesfalls etwas Alltägliches, den großen Nachbarn mit der kleinen Reservetruppe zu besiegen. Nach dem Bachrainer Abstieg in der Vorsaison kreuzten Bachrain I und Künzell II erstmals seit 2007 wieder in einem Ligaspiel die Klingen. „So habe ich Bachrain noch nie auftreten sehen“, blieb Breunung die extreme Personalnot des Gegners keineswegs verborgen. „Wir hatten das klarere Chancenplus und waren die spielerisch bessere Mannschaft. Man hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass wir dieses Spiel verlieren könnten.“

Die Reserve trotzt der starken Konkurrenz

Die Kulisse hätte – wohl auch bedingt aufgrund des Regenwetters – mit rund 200 Zuschauern zwar besser sein können, der Derbysieg wurde von den Künzellern dennoch ausgiebig bis in den Abend gefeiert. Als zusätzliches Bonbon diente die Tatsache, dass die Zweitvertretung des TSV in der Kreisoberliga Mitte nun die beste Künzeller Mannschaft ist. Obwohl die Spielklasse mit Bachrain, Dipperz/Dirlos, Edelzell/Engelhelms und Pilgerzell äußerst gut bestückt ist, steht ausgerechnet die einzige Reserve in der internen Gemeinderangliste momentan am besten da.

Dabei verlief der Saisonstart des letztjährigen Meisters der A-Liga Rhön doch eher schleppend. „Schon die Vorbereitung lief nicht gut und war keineswegs zu vergleichen mit der im Aufstiegsjahr. Der ein oder andere hat nicht richtig mitgezogen, das hat sich in den ersten Spielen auch widergespiegelt“, so Breunung, der mit seinem Team unter anderem gegen Horas (0:6) ordentlich auf die Mütze bekam. Zuletzt akklimatisierten sich die Künzeller aber in der neuen, alten Liga und gewannen vier Spiele in Folge, darunter die Begegnung bei Top-Team Lütter (3:2) oder eben das Derby gegen Bachrain. „Gerade der Sieg in Lütter, wo fast alles zusammengepasst hat, hat uns eine Menge Aufschwung gegeben“, sagt der 28-jährige Spielertrainer, der dennoch auf die Euphoriebremse tritt: „Es ist erst ein gutes Drittel gespielt, in erster Linie geht es weiter um den Nichtabstieg.“

Autor: Steffen Kollmann

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