17.12.2019

"Zlatko Radic ist mein Vorbild"

Mirko Gerhard über die SG Rückers, sein Alter und seine Fitness

Torgranate-Redakteur Ralph Kraus (rechts) mit Mirko Gerhard. Foto: Christian Halling

Im Januar 2014 hat Mirko Gerhard die SG Rückers in höchster Abstiegsgefahr in der Kreisoberliga Süd übernommen: Seitdem haben die Rot-Weißen den Klassenerhalt geschafft, die Mannschaft komplett verjüngt und spielen trotzdem Jahr für Jahr im vorderen Drittel der Tabelle mit. Dass der 39-Jährige immer noch selbst ein Leistungsträger ist, spricht für ihn. Gerhard hat bei den Rot-Weißen bereits seine Zusage für die nächste Saison gegeben.

Ihr rangiert zur Winterpause auf dem vierten Rang. Und das, obwohl ihr die Mannschaft verjüngt habt. Das riecht nach einem recht zufriedenen Trainer, zumal der Start nicht toll war ...

Wir sind wirklich sehr schlecht gestartet, hatten nach fünf Spielen nur eines gewonnen und dabei bei der Niederlage in Rothemann eine Leistung gezeigt, nach der ich fassungslos war. Einer der Gründe war, dass wir unser System auf Viererkette umgestellt hatten. Damit kam die junge Truppe aber nicht klar. Deshalb sind wir schnell wieder zurück auf eine Formation mit Libero umgestiegen und seitdem läuft es wieder. Alles in allem sind wir auf einem sehr guten Weg, zumal wir mit Rudi Wasirow Richtung Eichenzell einen ganz wichtigen Leistungsträger verloren haben. Auf die Jahre hin, wenn die Truppe so zusammenbleibt - und davon gehe ich fest aus - können wir vielleicht mal wieder richtig weit vorne angreifen.

Du bist 39 Jahre alt und immer wenn man in Rückers zuschaut, hat man den Eindruck, dass Du jedes Mal jünger und fitter wirkst. Es hat den Anschein, als wärst Du so fit wie noch nie ...

Ich mache tatsächlich sehr viel für mich. So gelingt es mir konditionell, die vielen verschiedenen Positionen zu spielen. Wobei das nicht immer vorteilhaft ist, weil auch ich mit meinen 39 Jahren noch viel lernen muss. Ich verlasse, beispielsweise wenn wir zurückliegen, noch zu schnell die Position, um der Mannschaft zu helfen. Da müsste ich mehr Geduld haben. Dass ich so fit bin, liegt an meinem Vorbild. Aus der Zeit, unter der ich bei Zlatko Radic als Trainer hatte, habe ich enorm viel mitgenommen. Er hat ja damals auch in einem sehr hohen Fußballeralter noch gespielt und das ging auch nur deshalb, weil er viel für sich getan hat. Dazu habe ich nach vor ein paar Jahren, nach meinem Syndesmosebandriss, mal mit Marc Friedel trainiert. Damals bin ich nach einer Stunde total fertig ins Auto gefallen. Solche Leute haben mir gezeigt, dass du sonst in meinem Alter keine Chance mehr hast.

In Rückers gehst Du im Sommer in die achte Saison. Es heißt ja immer, ein Trainer wäre viel schneller verbraucht. Was ist denn dein Erfolgsrezept, dass das so lange funktioniert?

Wir haben in Rückers schon darüber diskutiert, ob vielleicht etwas Neues für die Mannschaft besser wäre. Der Verein war aber der Meinung, dass ich weitermachen soll. Ich selbst denke das auch: Es macht weiterhin unheimlich viel Spaß und ich glaube auch, dass ich die Mannschaft noch sehr gut erreiche. Die Jungs stehen voll hinter mir. Mittlerweile haben wir viele junge Spieler im Team und es sind eigentlich nur noch drei, vier Mann dabei, die schon gespielt haben, als ich die SG Rückers übernommen habe. Was meine aktive Laufbahn auf dem Feld angeht, glaube ich, dass ich noch besser bin als viele andere in der Liga und ich deshalb auch noch weiter spielen will. Im Moment bilde ich mir das jedenfalls noch ein und deshalb denke ich auch, dass ich noch ein, zwei Jahre in der Kreisoberliga mithalten kann.

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