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Erst clever, dann glücklich – Elferdrama in Hünfeld

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Von: Johannes Götze

Karlo Vidovic (links) hatte als Mittelstürmer des Hünfelder SV gegen Manuel Toro Moreno und den SV Adler Weidenhausen oft einen schweren Stand.
Karlo Vidovic (links) hatte als Mittelstürmer des Hünfelder SV gegen Manuel Toro Moreno und den SV Adler Weidenhausen nur manchmal einen schweren Stand: er traf und bereitete ein Tor vor. © Yowe

Erst extrem clevere – und schließlich extrem glückliche Adler: Hessenligist Weidenhausen hat den Hünfelder SV in Runde eins aus dem Hessenpokal geworfen. Der HSVmuss zumindest nicht hadern, zeigte eine starke Leistung, holte ein 0:2 auf und unterlag erst im Elfmeterschießen mit 6:7.

Und wieder einmal war Sören Gonnermann Hauptdarsteller: Die ewige Tormaschine der Adler versenkte den letzten Elfmeter, drehte zum Jubel ab und hinterließ enttäuschte Hünfelder. Gonnermann war es, der in Durchgang eins mit all seiner Cleverness eine der wenigen Chancen verwertete und den Gast in Führung brachte. Das 0:2 resultierte aus einer Standard, bei der Manuel Toro Moreno zu unbedrängt Jan Gerbigs tolle Freistoßflanke einnicken konnte. 

Die ewige Tormaschine trifft

Bis dahin war der Gast clever, machte aus wenig viel und profitierte davon, dass der HSV aus viel Ballbesitz im letzten Drittel zu wenig klare Torchancen initiiere – und die schließlich oft überhastet vergab. Es erinnerte an die 1:2-Pleite in Dörnberg zum Verbandsliga-Auftakt am Sonntag. Doch der HSV steckte nicht auf, kämpfte beherzt in einem überaus fairen und zuweilen rassigen Pokalduell.

Und so glich der HSV das Spiel noch in der regulären Spielzeit aus: Erst traf der eingewechselte Ivan Lovakovic per Abstauber nach Querpass seines kroatischen Landsmanns Karlo Vidovic, nur vier Minuten später revanchierte sich Lovakovic und legte einen Freistoß aus bester Schussposition für die Adler unerwartet quer auf Vidovic. Vor dem Freistoß flog der Ex-Steinbacher Fabian Assmann zu Recht vom Platz, weil er Vidovic als letzter Mann foulte.

Der Schlussakkord der regulären 90 Minuten war an Spannung nicht mehr zu übertreffen: Der HSV wollte das 3:2 mit aller Macht, hatte aber auch Glück, dass Marcel Dücker gegen Gonnermann das 2:3 verhinderte. Weil es im Hessenpokal keine Verlängerung mehr gibt, entschied die Lotterie – und der zuvor starke HSV-Keeper Benedikt Kaiser blieb dabei fünfmal chancenlos, während Hünfelds Youngster Nils Witte bei schon widrigen Verhältnissen in Hoeneß-Manier in den Nachthimmel schoss.

Die Statistik:

Hünfelder SV: Kaiser; Häuser, Dücker, Witte, Schilling – Zentgraf, Simon – Vogler (54. Lovakovic), Rohde (75. Krieger), Fröhlich – Vidovic.
Adler Weidenhausen: Klotzsch; Nguyen, Toro Moreno, Assmann, Pfliegner (87. Renke)– Schneider, Goebel (83. T. Ullrich) – J. Ullrich (71. M. Krug), K. Krug (71. T. Gonnermann), Gerbig – S. Gonnermann.
Schiedsrichter: Christoph Rübe (OSC Vellmar).
Zuschauer: 240.
Tore: 0:1 Sören Gonnermann (32.), 0:2 Manuel Toro Moreno (60.), 1:2 Ivan Lovakovic (78.), 2:2 Karlo Vidovic (82.).
Elfmeterschießen: 3:2 Ivan Lovakovic, 3:3 Jan Gerbig, Nils Witte über das Tor, 3:4 Henrik Renke, 4:4 Simon Schilling, 4:5 Tim Gonnermann, 5:5 Kevin Krieger, 5:6 Sönke Schneider, 6:6 Karlo Vidovic, 6:7 Sören Gonnermann.
Rote Karte: Fabian Assmann (Weidenhausen) wegen Notbremse (81.).

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