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Ullrich stolz: „Die Fans sind unser zwölfter Mann“

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Von: Johannes Götze

Tim Ullrich (rechts)hat muskeltechnisch ordentlich draufgepackt – und dementsprechend keine Probleme den Meisterpokal mit Jan Gerbig zu stemmen.
Tim Ullrich (rechts) hat muskeltechnisch ordentlich draufgepackt – und dementsprechend keine Probleme den Meisterpokal mit Jan Gerbig zu stemmen. © privat

Adler Weidenhausen ist in aller Munde: Zum Start der Hessenliga gewann der Verbandsliga-Meister beide Heimspiele gegen Topteams. Für Mittelfeldmann Tim Ullrich nicht zuletzt ein Verdienst der verrückten Fans, die heute im Bitburger-Hessenpokalspiel in Hünfeld erwartet werden. 

Zum Start Eddersheim vor 900 Zuschauern mit 4:1 besiegt, am Wochenende den FC Gießen vor immerhin 650 Zuschauern 1:0 geschlagen. Weidenhausen ist ohne nennenswerte Verstärkungen schneller in der Hessenliga angekommen, als dies die kühnsten Optimisten rund um das Chattenloh erwartet hätten. Da ist das 0:3 in Baunatal an Spieltag zwei vor 1300 Fans zu verschmerzen. 

Weidenhausens Zuschauer sind Faktor für den Erfolg

„Eddersheim war schon ein richtig guter Gegner, da hatten wir Spielglück. In Baunatal hatten wir das nicht und Lehrgeld bezahlt. Und gegen Gießen? Das war ein verdienter Sieg“, sagt Tim Ullrich. Der im Hersfelder Stadtteil Beiershausen lebende 27-Jährige trägt bereits in der fünften Saison das Adler-Trikot – und ist im defensiven Mittelfeld unverzichtbar geworden. 

Weil der immer robustere Ullrich als Balancespieler Zweikampfhärte beweist und zudem klugen Fußball anbietet. Im jungen Alter von Verletzungen geplagt, ist er körperlich mittlerweile eine „Maschine“, verbringt im Fitnessstudio fast so viel Zeit wie auf dem Fußballplatz. „Seit ich im Studio trainieren gehe, hält mein Knie und ich habe maximal mal muskuläre Probleme“, sagt er und fügt an: „Das mache ich aber in erster Linie für meine Gesundheit. Alles andere, wie die passende Ernährung oder die Leistungsfähigkeit auf dem Fußballplatz, sind positive Nebeneffekte.“

Wenn sie die Fernseher reinschleppen, bin ich doppelt und dreifach motiviert.

Tim Ullrich

Dass die Hessenliga für Weidenhausen und den ganzen Werra-Meißner-Kreis eine komplett neue Erfahrung ist, spürt Ullrich beinahe jeden Tag: „Die Region nimmt das total an. Wir hatten auch in der Verbandsliga oft 400 Zuschauer – aber immer die gleichen. Jetzt kommen noch mehr, die einfach interessierst sind. Und sie alle sind wirklich unser zwölfter Mann. Das ist keine Floskel, sondern ein Fakt. Wir als Mannschaft fühlen uns in der Bringschuld und zerreißen uns auch für das Publikum.“ Und den Rest an Motivation organisieren die Gegner – wie zuletzt Regionalliga-Absteiger Gießen: „Wenn Gießen Fernseher in die Kabine schleppt, um Spielszenen zu analysieren und vor dem Spiel diese Tracking-Dinger umschnallt, dann bin ich doppelt und dreifach motiviert“, sagt Ullrich. 

Auch Steinbach und Bronnzell gefordert

Heute (19 Uhr) aber geht es nach Hünfeld. Erste Runde im Bitburger-Hessenpokal: „Wir haben schon oft gegen Hünfeld gespielt und fast immer waren das Duelle auf Augenhöhe. Das wird diesmal nicht anders sein. Ein fifty-fifty-Spiel.“ Ullrich will es gewinnen. Na klar! 

Genau wie Verbandsligist Bronnzell seine Erstrundenpartie bei Gruppenligist Hönebach, während Hessenligist SV Steinbach im Derby bei Kreisoberligist SG Dittlofrod/Körnbach hoher Favorit ist – es geht um den Einzug ins Halbfinale des Bitburger Kreispokal Lauterbach-Hünfeld. Im Fuldaer Wettbewerb bestreitet A-Ligist SV Welkers sein Zweitrundenmatch gegen Gruppenligist FSV Thalau.

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