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OFC schnappt sich DFB-Pokal-Ticket

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Pure Freude bei den Kickers Offenbach. In Gießen wurde das Hessenpokal-Finale gegen den TSV Steinbach Haiger mit 1:0 gewonnen und die Teilnahme am DFB-Pokal gesichert.
Pure Freude bei den Kickers Offenbach. In Gießen wurde das Hessenpokal-Finale gegen den TSV Steinbach Haiger mit 1:0 gewonnen und die Teilnahme am DFB-Pokal gesichert. © Oliver Müller

Erstmals seit 2016 hat Regionalligist Kickers Offenbach den Hessen-Pokal gewonnen und sich durch einen 1:0 (1:0)-Sieg gegen Ligakonkurrent TSV Steinbach Haiger für den lukrativen DFB-Pokal qualifiziert. Vor ausverkauftem Haus auf neutralem Platz im Gießener Waldstadion verdiente sich das Team von Trainer Sreto Ristic im Rahmen des „Finaltags der Amateure“ den Triumph gegen die Mittelhessen durch eine bessere Spielanlage, profitierte aber von einem unglücklichen Eigentor der Steinbacher kurz vor dem Seitenwechsel.

Gut drei Viertel der offiziell 4620 Zuschauer waren OFC-Anhänger, die ihr Team frenetisch anfeuerten und unmittelbar nach dem Schlusspfiff enthusiastisch den Platz stürmten. Dabei war es für die Fans einfach, die Bauzäune zu überwinden und leider kam es auch zu bedrohlichen Situationen von gewaltbereiten Kickers-Anhängern in Richtung der Steinbacher Aktiven. Die Mittelhessen hatten dagegen für ihre Verhältnisse auch eine ordentliche Fanschar mitgebracht, konnten aber mit der Masse der Offenbacher nicht mithalten. Die Kickers-Spieler honorierten die massive Präsenz ihrer Anhänger kurz vor dem Anpfiff mit einer feinen Geste. Geschlossen liefen sie applaudierend in Richtung des harten Kerns ihrer Anhänger. Zwar setzte sich Steinbach Haiger in den ersten Minuten in der OFC-Hälfte fest, aber Offenbach kam zu ersten Chancen. Nach einer Flanke von Ronny Marcos setzte Serkan Firat den Ball über das Gehäuse von TSV-Torhüter Markus Scholz.

Die Mittelhessen kamen dann zu zwei Eckbällen, bei denen Sasa Struljic nicht richtig zum Abschluss kam. Bei nicht mehr ganz so heißen Temperaturen musste Schiedsrichter Joshua Herbert Mitte der ersten Hälfte drei Gelbe Karten wegen Foulspielen zücken. Sechs Minuten vor der Pause belohnte sich Offenbach für das engagierte Spiel. Nach einer unübersichtlichen Situation ließ sich zunächst Serkan Firat als OFC-Torschütze feiern, zuletzt am Ball war aber wohl Steinbachs Sasa Struljic, der den Ball ins eigene Tor bugsierte (39.). Zur Pause wechselte TSV-Coach Ersan Parlatan zweimal aus. Für Henri Weigelt und Sören Eismann kamen Ivan Mihaljevic und Christian März auf das Spielfeld. Auch nach der Pause ging es intensiv weiter, allerdings agierte nun Steinbach druckvoller. Offenbach verteidigte aber weiter konsequent und setzte Nadelstiche nach vorne. In der 71. Minute hatte Steinbach Haigers Dennis Chessa den Ausgleich auf dem Fuß, nachdem sich die Mittelhessen gut durch kombiniert hatten, wurde aber im letzten Moment von der OFC-Verteidigung gestoppt. Mit Hilfe der enthusiastischen Fans überstand der OFC in diesem Pokalfight auch die drei Minuten andauernde Nachspielzeit.

Platzsturm nach Abpfiff

Allerdings gab es Sekunden vor dem Abpfiff noch eine brenzlige Situation zu überstehen, als TSV-Torhüter Markus Scholz mit nach vorne eilte, der Ball aber irgendwie noch geklärt wurde. Offenbachs Trainer Sreto Ristic zeigte sich nach dem Pokaltriumph erleichtert: „Es waren keine einfachen Wochen für uns, aber wir haben den Widerständen getrotzt. Wir konnten nach der Führung dem Druck Steinbachs Stand halten und haben es ganz gut verteidigt, bis auf die letzten Sekunden. Wenn der Ausgleich fällt, wer weiß was danach passiert. Da haben wir auch Glück gehabt, aber nach den 90 Minuten war es dann doch verdient.“ Für Steinbach Haiger war es die zweite Finalniederlage in Folge. Im Vorjahr hatte der TSV gegen Drittligist SV Wehen Wiesbaden mit 0:3 verloren. Trainer Ersan Parlatan befand: „In der ersten Halbzeit waren wir nicht so im Spiel. In der zweiten Halbzeit haben wir die angesprochenen Dinge gut umgesetzt. Das war in meinen Augen toller Offensivfußball. Die Mannschaft hatte den Glauben, dass noch ein Treffer fallen kann und ich habe die eine oder andere Möglichkeit gesehen. Leider hatten wir nicht das Quäntchen Glück.“

Mehr als die Niederlage ärgerten Parlatan die Geschehnisse nach dem Abpfiff durch den Platzsturm der OFC-Fans. „Ich mache Offenbach und seinen Fans keinen Vorwurf, aber ich muss die Frage stellen, warum der Hessische Fußball-Verband dieses Finale in dieses Stadion vergeben hat. Was dann nach dem Abpfiff passiert ist, da frage ich mich, wer für unsere Sicherheit gewährleistet hat. Nicht auszudenken, wenn wir noch den Ausgleich machen oder gar noch gewinnen. Mit dieser Fanpower vom OFC kann man dieses Spiel hier nicht ohne Sicherheitsbedenken austragen und das hat sich bewahrheitet.“ HFV-Pressereferent Matthias Gast konnte da nur entgegnen, dass man die Vorfälle bedaure und daraus lernen werde. Letztlich hätten beide Clubs im Vorfeld dem Spielort Gießen zugestimmt, da er sich geographisch in der Mitte befindet. Kein Club wollte seinen Heimvorteil abgeben und beim Gegner spielen, die Option BRITA-Arena in Wiesbaden sei aus finanziellen Erwägungen ausgeschieden.

Statistik

TSV Steinbach Haiger: Scholz; Kircher, Kamm Al-Azzawe, Wulff, Strujic - Weigelt (46. März), Bisanovic - Chessa, Eismann (46. Mihaljevic), Kircher (81. Bradara) - Nieland.  
Kickers Offenbach: Richter; Milde, Breitenbach, Zieleniecki, Marcos - Firat, Huseinbasic, Tuma (88. Rama), Okungbowa - Hosiner (64. Hermes), Bozic (83. Andacic).  
Schiedsrichter: Joshua Herbert (FSV Schwarzbach). 
Zuschauer: 4620 (ausverkauft). 
Tor: 0:1 Sasa Strujic (39., Eigentor).

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