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Entgegen dem Trend: Eintracht Stadtallendorf im Hessenpokal-Viertelfinale – Fotos

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Jubel bei Christopher Schadeberg und Co.: Eintracht Stadtallendorf kann noch gewinnen.
Jubel bei Christopher Schadeberg und Co.: Eintracht Stadtallendorf kann noch gewinnen. © Stefan Tschersich

Der TSV Eintracht Stadtallendorf ist ungeachtet der Niederlagenserie in der Hessenliga am Mittwochabend in das Viertelfinale des Bitburger-Hessenpokals eingezogen. Gegen den so formstarken Ligakonkurrenten und Spitzenreiter FC Gießen gab es im Achtelfinalspiel im Herrenwaldstadion vor 350 Zuschauern einen hauchdünnen 1:0 (1:0)-Sieg.

Bei den Gießenern musste Stürmer Michael Gorbunow in der Aufwärmphase passen, für ihn begann Connor Filsinger auf der Außenbahn. Mert Pekesen rückte in den Sturm. Die erste halbe Stunde verlief so gut wie ereignislos, beide Teams gingen zunächst kein Risiko ein. Die erste nennenswerte Chance hatten die Gäste durch einen Pfostenschuss von Mittelfeldspieler Matheus de Moura Beal (33.). Fünf Minuten später ging Stadtallendorf in Führung. Auf Kopfballablage von Rolf Sattorov umkurvte Damijan Heuser Gießen-Torhüter Daniel Duschner und schob zum 1:0 ein (38.). Noch vor der Pause verpasste Yassin Maingad eine Hereingabe zum möglichen Ausgleich.

 Nach dem Seitenwechsel kam Gießen stärker auf, wollte auf keinen Fall vorzeitig ausscheiden. Stadtallendorf kämpfte sich aber in das Spiel und warf sich in jeden Zweikampf. Gute Chancen, um das sofortige Elfmeterschießen zu erzwingen, hatte Gießen allemal. Da war zum einen der Freistoß von de Moura Beal an den Pfosten (69.) und zwei heikle Situationen im Strafraum an Keanu Hagley und Filsinger, bei denen der Elfmeterpfiff jeweils ausblieb. Auf der Gegenseite zielte Andrej Markovic einen Freistoß zu zentral auf Duschner. Der Gießener Keeper, in der Hessenliga derzeit nur die Nummer zwei hinter Aleksa Lapcic, verließ dann sein Tor und brachte Stadtallendorf-Stürmer Rolf Sattorov von den Beinen. Allerdings war Duschner nicht der letzte Mann und der Angreifer drängte nach außen. Der Tenor auf der Tribüne war eindeutig: Rot wäre hier nicht zwingend erforderlich gewesen (77.). Drei Minuten dauerte es, bis Ersatzkeeper Lapcic eingewechselt wurde, für ihn musste der linke Verteidiger Francesco Calabrese weichen.

Mehr Platzverweise als Tore: Eintracht Stadtallendorf schlägt FC Gießen

Bei einem Konter traf dann Stadtallendorfs Mirco Geisler den Pfosten (83.) - plötzlich war es ein Pokalfight. Der eingewechselte Stadtallendorfer Nick Bremer verbrachte nur 16 Minuten auf dem Feld. In der 74. Minute gekommen, flog er wegen einer Unsportlichkeit und eines Foulspieles in der 90. Minute mit Gelb-Rot runter. Mit Glück und Geschick überstand Stadtallendorf die Nachspielzeit, feierte vor dem Gastspiel am Samstag beim SV Steinbach wieder ein Erfolgserlebnis und trifft im Viertelfinale des Bitburger-Hessenpokals auf Regionalligist FSV Frankfurt. „Um überzeugend zu spielen, brauchst Du Ergebnisse. Das haben wir in der ersten Halbzeit gespürt. Wir befanden uns in einer Negativspirale, beschäftigten uns mir vielen Dingen, die mit Fußball nichts zu tun haben. Das ging nicht spurlos an uns vorbei. Aber trotz permanenter englischer Wochen haben die Jungs stark gekämpft. Wichtig war, dass wir nicht in Rückstand geraten sind, sondern das Tor zum richtigen Zeitpunkt gemacht haben. Gießen hatte im letzten Drittel eine Riesengeschwindigkeit. Ich habe die Gießener in Walldorf gesehen und weiß jetzt, warum die Erster sind“, sagte Stadtallendorf-Trainer Dragan Sicaja.
 
In zehn Tagen treffen beide Teams in der Hessenliga an Ort und Stelle übrigens erneut aufeinander. FCG-Trainer Daniyel Cimen sprach von einer „vermeidbaren Niederlage. Die erste halbe Stunde wollte keiner volles Risiko gehen. Das war kein gutes Spiel bis dahin. Wir haben dann alles probiert und das Foul an Hagley muss ein klarer Elfer sein. Die effektivere Mannschaft hat gewonnen und so scheiden wir hier aus.“ Die Rote Karte gegen Daniel Duschner war für Cimen unberechtigt: „Am Sechzehnereck geht der Ball zur Seite weg plus unser Spieler ist im Laufduell. Von daher kommen noch Entscheidungen des Schiedsrichters hinzu, die nicht zu unseren Gunsten waren. Im Pokal kommt nicht immer die bessere Mannschaft weiter, diese Niederlage wirft uns aber nicht um.“

TSV Eintracht Stadtallendorf: Sahin; Enobore, Schadeberg, Phillips, Schütze (46. Markovic) - Kulas (74. Bremer), Zildzovic (83. Jura) - Geisler, Heuser, Takehara - Sattorov (90.+1 Ofori).
FC Gießen: Duschner; Kireski, Besso, Fink, Calabrese (80. Lapcic) - Hagley - Maingad (46. Mangafic), de Moura Beal (86. Tatchouop), Vural (46. Akkus Rodriguez), Filsinger - Pekesen.
Schiedsrichter: Pascal Loschke (VfL Kassel).
Zuschauer: 350.
Tor: 1:0 Damijan Heuser (38.).
Gelb-Rote Karte: Nick Bremer (Stadtallendorf/90.).
Rote Karte: Daniel Duschner (Gießen/77.).

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