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Wird‘s kuschlig? Hessenpokal-Highlight für SG Bad Soden gegen KSV Hessen Kassel

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Von: Tobias Konrad

Anton Römmich Trainer SG Bad Soden
Anton Römmich bestreitet mit der SG Bad Soden an seinem 36. Geburtstag das Bitburger-Hessenpokal-Achtelfinale gegen den KSV Hessen Kassel. © Charlie Rolff

Für die SG Bad Soden ist das Bitburger-Hessenpokal-Achtelfinale gegen den KSV Hessen Kassel (Mittwoch, 19.30 Uhr) das Spiel des Jahres. Die Vorfreude beim Verbandsligisten ist enorm, der Aufwand im Vorfeld ist hoch.

Ein Regionalligist ist zu Gast. Für die SG Bad Soden wird es kein Spiel von der Stange, sondern ein Fest. Sportlich gesehen sind die Kurstädter klarer Außenseiter, doch ist die Elf von Anton Römmich wirklich chancenlos? Römmich, der am Spieltag seinen 36. Geburtstag begeht, hegt gewiss einige Hoffnungen auf eine Sensation. Zwar konnte sein Team in dieser Saison in der Verbandsliga Nord noch nicht vollends überzeugen, der 6:1-Sieg vom Wochenende gegen die SG Johannesberg macht die Brust aber breit, der Umgang innerhalb der Mannschaft sei wesentlich positiver gewesen als zuvor, wie Römmich sagt. Und dass der KSV Hessen Kassel nur so vor Selbstvertrauen strotzt, ist gewiss nicht der Fall. Erst ein Saisonsieg steht in der Regionalliga Südwest auf der Habenseite, der Klassenerhalt genießt oberste Priorität. Also ist das Hessenpokalspiel nur eine Randerscheinung?

SG Bad Soden empfängt KSV Hessen Kassel auf dem Kunstrasen: „Das wird kuschlig“

Römmich glaubt das kaum, erwartet eine vollzählige Kasseler Truppe, die genau jenes Spiel nutzen möchte, um Selbstvertrauen zu tanken. „Wunden haben sie und unser Ziel muss sein, in diese Stellen unsere Nadelstiche zu setzen“, erklärt der Soden-Coach, der sich ungemein auf die Partie auf dem Kunstrasen freut. Es wird eng werden, mit rund 500 Zuschauern rechnet die SG. Und diese werden ganz nah am Feld sein. „Eineinhalb Meter sind es vielleicht. Die Spieler werden alles mitbekommen. Das wird kuschlig“, weiß Römmich, der gegen Johannesberg noch corona-bedingt fehlte, für das Highlight jedoch zur Verfügung steht. Fehlen wird seinem Team nur Kevin Pezzoni und Simon Huhn rotgesperrt. „Bitter für die Jungs, zumal Kassels Torhüter Maximilian Zunker im letzten Spiel ebenfalls Rot sah, er aber spielen darf“, erklärt Römmich. Die unterschiedlichen Statuten von DFB und HFV sind ausschlaggebend. Für Bad Soden und deren Trainer war indes schon vor dem Kreispokalfinale klar, dass im Hessenpokal Großes gelingen soll. Dazu besteht nun im Achtelfinale die Chance.

KSV Hessen Kassel kommt: Logistische Mammutaufgabe für die SG Bad Soden

Neben der sportlichen Herausforderung muss Bad Soden auch organisatorische bewältigen. Die Liste der Dinge, die abgearbeitet werden mussten, ist ellenlang: Vorgeschrieben ist etwa ein Sanitätsdienst vor Ort. Den übernimmt das Rote Kreuz. Ordner braucht es reichlich. So zehn bis 14 werde man aus den eigenen Reihen requirieren, am Einlass stünden allerdings Profis. „Wir haben vier externe Sicherheitsmenschen gebucht, die ausschließlich die Einlasskontrolle abwickeln“, sagt der Club-Vorsitzende Martin Berg.

Überhaupt bedarf es eines Sicherheitskonzepts. Hessen Kassel erfreut sich einer nicht unerheblichen Gefolgschaft, und im Falle eines Falles sind die Anhänger der Löwen nicht zimperlich. „Wir hatten wiederholt Kontakt mit Kasseler Fanbeauftragten, sind auf 50 bis 100 KSV-Fans gefasst und haben auch die Eintrittspreise auf diesem Weg besprochen. Mit dem Ordnungsamt der Stadt Bad Soden-Salmünster haben wir das Sicherheitskonzept abgestimmt, das wiederum von der Polizeistation Bad Orb abgesegnet wurde. Aus polizeitaktischen Gründen hat man uns gegenüber aber keine Angaben gemacht, wie viele Beamte für dieses Spiel abgestellt werden“, berichtet Berg.

SG Bad Soden bittet um Nutzung des großen Parkplatzes an der alten Bornwiese

Zu den Auflagen gehört auch: die Installation zusätzlicher Lichtquellen und das Verbot, Getränke in Flaschen oder Gläsern auszuschenken. Die SG Bad Soden hat einen separaten Eingang zur Gegengeraden errichtet. Wo eben noch der Ballfangzaun auf der kompletten Breite Rasenplatz und Kunstrasen trennte, klafft nun eine erhebliche Lücke im Maschendraht. Behelfsmäßig hat der Verein mit Holzplanken Stehplatzerhöhungen gezimmert und mit Baustellenabsperrungen die Zuschauer von den Mannschaften getrennt.

So kompliziert die Situation rund um den Kunstrasenplatz ist, nichts ist an der Bornwiese prekärer als die Parkplatzsituation. Die Stellplätze sind quasi handverlesen und es ist noch nicht lange her, dass die Verkehrsführung an Spieltagen den Bornweg als Einbahnstraße vorsieht. Deshalb ist es Berg ein besonderes Anliegen darauf hinzuweisen, „dass die Stadt den großen Parkplatz an der alten Bornwiese hergerichtet hat. Ich bitte alle, die am Mittwoch zu uns kommen, der Beschilderung zu folgen und diese Parkmöglichkeit zu nutzen. In wenigen Minuten ist von dort das Sportgelände zu Fuß zu erreichen.“

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