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Später Knock-out: SG Bad Soden kratzt an der Sensation gegen KSV Hessen Kassel

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Von: Tobias Konrad

Marcel Trägler SG Bad Soden und Serkan Durna KSV Hessen Kassel
Ein Hessenpokalfight war‘s auf dem Kunstrasen in Bad Soden. Marcel Trägler (links) brachte die SG Bad Soden in Führung, letztlich aber siegte der KSV Hessen Kassel um Serkan Durna. © Ralf Hofacker

Am Ende war es ein Pokalfight! Die SG Bad Soden unterliegt im Bitburger-Hessenpokal dem KSV Hessen Kassel, der nun im Viertelfinale auf den TSV Steinbach Haiger trifft.

Ohne Veränderung im Vergleich zum Wochenende begann die SG Bad Soden, die über den FSV Bad Orb (2:0) und die SG Bronnzell (5:1) das Achtelfinale gebucht hatte. Der KSV Hessen Kassel hingegen änderte vier Personalien zum 0:3 beim SSV Ulm in der Regionalliga Südwest. Das, was Trainer Tobias Damm jedoch aufbot, war die erstbeste Elf. Allein daran zeigte sich, dass Kassel keine Experimente eingehen wollte.

Dass die Kurstädter keine Angst vorm großen Namen des Gastes hatten, zeigte sich ab der ersten Minute. Daniele Fiorentino gab das erste Warnschüsschen ab (3.), allgemein ging die erste halbe Stunde auf dem Kunstrasen flott über die Bühne. Die Nordhessen waren ab der zehnten Minute im Spiel – und hatten anschließend mehrere Gelegenheiten. Noah Jones, Daniele Vesco, Nils Stendera und Marcel Fischer feuerten aufs Sodener Tor, Letztgenannter kam dem Einschlag nah, doch der Kopfball klatschte nur an den Pfosten (21.). Und nur zwei Minuten danach sah sich der Favorit in Rückstand, weil Keeper Maximilian Zunker völlig falsch positioniert war. Zunker rechnete wohl mit einer Flanke, doch Marcel Trägler zog von der Strafraumkante ab und traf ins kurze Eck zur Führung.

Spätes Siegtor: KSV Hessen Kassel gewinnt bei der SG Bad Soden

Der Regionalligist schüttelte sich kurz, Soden-Keeper Marco Aulbach kratzte nicht zum einzigen Male an diesem Abend einen Ball aus dem Eck. Doch nach rund einer halben Stunde sah er sich geschlagen. Kevin Nennhuber traf nach einer Ecke aus dem Gewühl heraus (31.). Die Entstehung dazu war für die Sprudelkicker absolut unnötig, da Alexander Okyere ohne Gegnerdruck einen langen Ball zur Ecke köpfte. Dem guten Tempo zollten anschließend beide Teams etwas Tribut, nach Wiederbeginn entwickelte sich mit zunehmender Spieldauer der erwartete Pokalfight.

Jubel KSV Hessen Kassel
Der KSV Hessen Kassel konnte jubeln. In Bad Soden gelang der Einzug ins Hessenpokal-Viertelfinale. © Ralf Hofacker

Kassel wollte mit allen Mitteln die Verlängerung verhindern, Vesco verfehlte aber das leere Tor (49.), Jones zielte wie Fischer per Kopf zu zentral (55., 61.), Nael Najjer überlupfte zwar Aulbach, doch Okyere klärte heldenhaft auf der Linie (62.) und Maurice Springfeld traf aus großer Distanz nur die Latte (70.). Bei den Hausherren forderte Trainer und Geburtstagskind Anton Römmich immer wieder Entlastung, doch gelingen sollte es Bad Soden kaum. Fiorentino hätte zwischenzeitlich für Gefahr sorgen können, bog aber nach innen ab, anstatt den direkten Weg Richtung Tor zu wählen (67.). Und weil Schiedsrichter Gahis Safi auf beiden Seiten einen Elfmeter verwehrte, stach der Favorit doch noch zu. Bei einem Freistoß pennte Soden, Fischer stand frei und schob ein (85.).

Zwei zufriedene Trainer nach Hessenpokalfight

Dass der KSV Hessen Kassel lange zittern musste, war zwar nicht nach dem Geschmack von Damm, allerdings wusste der KSV-Coach, „dass so eben der Pokal ist. Ich bin zufrieden, weil wir auf dem kleinen Kunstrasen das Spiel angenommen haben. Chancen waren ausreichend vorhanden, nur genutzt haben wir sie nicht. Und dann entsteht eben ein Pokalfight.“ Zwar enttäuscht, aber keinesfalls unzufrieden war Geburtstagskind Römmich: „Wir haben uns sehr teuer verkauft. Defensiv war das total engagiert, offensiv hat das gewisse Quäntchen gefehlt. Der Auftritt macht uns Mut. Bitter ist, dass wir nach zwei Standards die Gegentore fangen.“

SG Bad Soden: Aulbach; Okyere, Gavric (69. Memeti), Neiter, Kymlicka – Zeller, Vinojcic – Trägler, Ehlert, Mezini – Fiorentino.
KSV Hessen Kassel: Zunker; Springfeld, Nennhuber, Mißbach (59. Kahraman) – Najjer, Brill, Stendera, Vesco (88. Rakk), Durna – Jones (78. Iksal), Fischer.
Schiedsrichter: Gahis Safi (TSG 1896 Ober-Wöllstadt).
Zuschauer: 458.
Tore: 1:0 Marcel Trägler (23.), 1:1 Kevin Nennhuber (31.), 1:2 Marcel Fischer (85.).

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