Vanessa Klaus (von rechts) und Teresa Kerber fieber seit Wochen auf das morgige DFB-Pokal-Spiel mit der TSG Lütter gegen den 1. FC Köln hin. Foto: Charlie Rolff
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Vanessa Klaus (von rechts) und Teresa Kerber fieber seit Wochen auf das morgige DFB-Pokal-Spiel mit der TSG Lütter gegen den 1. FC Köln hin.

Dem Geißbock bestenfalls die Hörner stutzen

Nach mehr als zwei Jahrzehnten ist der DFB-Pokal zurück in der Region Fulda. Am Samstag (15 Uhr) empfängt Frauen-Hessenligist TSG Lütter am heimischen Sauerbrunnen den Bundesligisten 1. FC Köln. Für die TSG ist es das größte Spiel in der bisherigen Vereinsgeschichte.

Zur Jahrtausendwende machte der größte deutsche Vereinspokalwettbewerb letztmals Halt in Osthessen. Der FSV Schwarzbach hielt die Fahnen noch, am 20. August 2000 musste der einstige Bundesligist jedoch gleich in Runde eins gegen den 1. FC Saarbrücken (0:2) die Segel streichen. Nun, 21 Jahre und einen Tag später greift also Hessenligist Lütter ins Geschehen ein. Die Chancen, dass die Domstädter eliminiert werden? Kaum vorhanden. Ein Fußballfest soll's dennoch werden. Seit mehreren Tagen wird am Sportgelände rumgewuselt, Getränke- und Essensstände sind aufgebaut, ein Pizzawagen wird vor Ort sein und rund 450 Karten sind laut Trainer André Kleinheinz Stand Mittwoch verkauft gewesen. "Es herrscht eine immense Vorfreude im Verein. Es ist quasi rund um die Uhr etwas los am Sportplatz. Die Vorgaben des DFB müssen umgesetzt werden – meine Mannschaft unterzieht sich beispielsweise seit zwei Wochen vor jeder Trainingseinheit einem Corona-Test – , was für einen Dorfverein wie uns eine Mammutaufgabe ist. Aber es steht alles, nun wartet jeder im Verein förmlich auf den Samstag", frohlockt der 40-Jährige.

Die sich von Tag zu Tag steigernde Anspannung und Freude sei in der ganzen TSG-Familie spürbar. Dass Kleinheinz und Co. ein solches Event erleben dürfen, liegt am doppelten Losglück. Erst wurde Lütter vom Hessischen Fußball-Verband zum Pokalsieger gezogen, ehe bei der DFB-Pokal-Auslosung die Kugel mit dem FC folgte. Losglück deshalb, da mit dem FC Carl Zeiss Jena nur ein weiterer Bundesligist im Topf war. "Entsprechend sind wir überglücklich. Köln ist einfach cool. Und es ist einfach schön, ein DFB-Pokal-Spiel zu erleben", sagt Lütters Coach. Nun solle das Spiel genossen werden, einen leichten Gang in Runde zwei sollen die Kölnerinnen allerdings nicht bekommen. "Es ist ein Pflichtspiel. Abgeschenkt wird hier also gar nichts", stellt Kleinheinz klar.

Das Pokalfieber bei seinem Team sei Anfang der Woche ausgebrochen. Zwar wurde im Vorfeld immer mal wieder über das Spiel gesprochen, in der dienstäglichen Trainingseinheit habe er allerdings den vollen Fokus bei den Spielerinnen feststellen können. "Eine positive Nervosität ist selbstredend ebenfalls dabei, aber das ist völlig normal. So ein Spiel wird wohl nie wieder kommen. Wichtig ist, dass die Vorfreude und die Anspannung nicht Überhand nehmen. Zwischen der richtigen Dosierung und dem verkrampft sein herrscht ein schmaler Grat. Da gilt es locker zu bleiben, denn verlieren können wir ohnehin nichts. Umso länger die Null steht, desto nervöser wird vielleicht der Gegner", blickt Kleinheinz voraus.

Der Bundesligist indes wird am Samstagvormittag anreisen und nach einem Mittagessen in Lütter die Spielvorbereitung aufnehmen. Aufgrund der Corona-Auflagen des DFB werden die FC-Frauen abgeschottet sein, Selfies oder Autogrammwünsche können nicht erfüllt werden. Inwiefern der 1. FC Köln sein zur Verfügung stehendes Kartenkontingent ausgeschöpft hat, war noch unklar. Klar ist unterdessen, dass die TSG aufgrund der steigenden Infektionszahlen nur geimpften, genesen und getesten Personen Einlass gewähren kann.

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