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Geht es erneut um den Bundesliga-Aufstieg?

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Von: Steffen Kollmann

B-Juniorinnen MSG Gläserzell/Pilgerzell Saison 2022/23
Die B-Juniorinnen der MSG Gläserzell/Pilgerzell sind gut in die Saison gestartet und schielen erneut nach oben. © privat

Karlsruher SC und 1. FC Nürnberg: hochkarätige Namen, mit denen sich die B-Juniorinnen der MSG Gläserzell/Pilgerzell vor wenigen Monaten um den Bundesliga-Aufstieg stritten. Auch in dieser Saison scheint wieder viel möglich.

Nach fünf Spielen steht Gläserzell/Pilgerzell auf dem dritten Platz, einen Punkt hinter der Tabellenspitze. Vier Partien wurden gewonnen, nur beim 1:2 in Wetzlar musste die MSG eine unglückliche Niederlage hinnehmen – selbst der Gegner sprach im Nachhinein von einem glücklichen Sieg. Dennoch scheint eine ähnlich gute Saison möglich wie vor einem Jahr: Als die Hessenliga-Meisterschaft mit perfekter Bilanz eingefahren und der Sprung in die Bundesliga erst über die Aufstiegsrunde verpasst wurde – gegen hochkarätige Namen wie Karlsruher SC und 1. FC Nürnberg.

Geht es für Gläserzell/Pilgerzell wieder um Bundesliga-Aufstieg?

„Die Mädels sehen, wer im Vergleich zur Vorsaison alles in den Frauenbereich aufgerückt ist. Ich bin da optimistischer, dass wir den Erfolg wiederholen können. Wir haben 17, 18 Spielerinnen, die oberes Hessenliga-Niveau mitbringen“, betont Lukas Romeis. Der 40-Jährige hat die B-Juniorinnen an der Seite von Nadine Heil im Sommer übernommen. Im Frauenfußball kennt sich der Dietershaner aus, mit dem TSV Pilgerzell feierte er 2019 mit dem Hessenliga-Aufstieg den größten Erfolg seiner Trainerkarriere.

Trotz der alten Verbundenheit brauchte es seine Zeit, bis Romeis zusagte. Denn parallel trainiert er bei seinem Heimatverein die C-Liga-Reservemannschaft der SG Marbach/Dietershan. „Mittwochs und freitags bin ich dann ein bisschen länger unterwegs. Am Wochenende gab es nur mit zwei Spielen, die wir verlegen konnten, Kollisionen“, erzählt Romeis, der sich darüber hinaus im Dietershaner Jugendbereich engagiert. In der Altersstufe unterhalb der Bambini bringt der vierfache Familienvater einigen Kids, darunter zwei eigenen, erste Grundlagen bei.

Romeis: Wäre schön, wenn Männer so eine Einstellung zeigen würden

Viel Arbeit für einen Coach, der den Anspruch hat, keine Trainingseinheit wie die vorherige zu gestalten. Wertschätzung erhält er dafür besonders von seinen B-Juniorinnen: „Mädchen und Frauen saugen viel mehr auf, was du erzählst. Bei den Männern musst du eher der Kumpel sein, damit sie auf dem Platz alles für dich geben“, weiß Romeis, der zuvor schon im Seniorenbereich von Motten und Heubach tätig war.

Erstmals steht der 40-Jährige zudem vor der Herausforderung, mit Spielerinnen zu arbeiten, die noch in anderen Mannschaften aktiv sind. „Fast alle fahren zweigleisig und spielen noch bei den Jungs mit. Da muss die Belastung teilweise gesteuert werden. Aber das zeigt ja, was die Mädels für ihr Hobby leisten. Es wäre schön, wenn manche Männer so eine Einstellung an den Tag legen würden“, sagt Romeis, für den die Weiterentwicklung der Spielerinnen an erster Stelle steht.

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