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"Oft fließen die ersten 100 Euro, bevor man sich die Schuhe bindet"

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Torgranate-Redakteur Steffen Kollmann (links) traf sich mit Markus Mans auf einen Glühwein.
Torgranate-Redakteur Steffen Kollmann (links) traf sich mit Markus Mans auf einen Glühwein. © Torgranate-Redakteur Steffen Kollmann (links) traf sich mit Markus Mans auf einen Glühwein.

Im Sommer ging die Frauenabteilung des VfL Eiterfeld im Ligabetrieb an den Start. In der untersten Klasse, der Kreisoberliga, fahren die Mädels von Trainer Markus Mans (58) Sieg um Sieg ein. Kein Wunder, spielte doch der Großteil der Mannschaft schon Verbandsliga mit Soisdorf.

Sieben Spiele, 21 Punkte, 60:1-Tore. Die Meisterschaft dürfte nur Formsache sein. Welche Ziele setzen Sie sich, welche Rekorde wollen Sie brechen?

Es geht sicherlich nicht darum, irgendwelche Rekorde zu brechen. Die Prämisse der Gegner ist es, so wenige Gegentore wie möglich zu kassieren. Für uns ist es nicht einfach, in dieser Klasse zu spielen, weil die sportliche Herausforderung nicht da ist. Enttäuschend und frustrierend wird es aber, wenn Teams kurzfristig gegen uns absagen und wir nicht die Möglichkeit bekommen, noch ein Testspiel zu organisieren.

Zweimal sind Gegner nicht angetreten. Wie schwierig ist es, eine Mannschaft bei so wenigen Saisonspielen zu motivieren?

Die Mädels wussten, was auf sie zukommen kann. Wir haben zwar gehofft, dass wir höherklassig starten können, aber der Verband ist da nur bedingt flexibel. In diesem Fall gibt es nur Verlierer, das sind meine Mädels genauso wie unsere Gegner. Der Frust sitzt trotzdem nicht so tief, dass die Spielerinnen jetzt keine Lust mehr hätten.

Wäre die Gruppenliga nächste Saison auch nur eine Durchgangsstation?

Mannschaft, Vorstand und ich haben das Ziel, dass wir zeitnah dort spielen, wo wir hingehören: wir wollen Gruppenliga-Meister werden und in die Verbandsliga aufsteigen. Solche Ziele sollte man klar formulieren. Da eiern wir nicht rum, auch wenn viele Faktoren eine Rolle spielen.

Die Frauenabteilung des VfL wurde im Sommer neu aufgebaut, zwei Teams gehen in der Kreisoberliga an den Start. Wie ist das Standing innerhalb des Clubs?

Ich kann nur Positives berichten. Unabhängig davon, was der Verein infrastrukturell mit tollem Rasen, Kunstrasen und Fitnessraum mitbringt, ist die Wertschätzung groß. Der Vorstand hat es geschafft, einen Sponsor zu gewinnen, der 30 Mädels komplett mit Trainingssachen und Schuhen ausstatten konnte. Das ist außergewöhnlich und kannte ich so nicht, die Mädels wissen es ebenfalls zu schätzen.

Für Sie ist es die erste Station bei den Frauen. Wie unterscheidet sich die Aufgabe zu Ihrer vorherigen Arbeit im Jugendbereich?

Natürlich gibt es große Unterschiede. Aber als Fußballromantiker ist man beim Damenfußball gut aufgehoben. Bei Männern müssen ja selbst im B-Liga-Bereich oft die ersten 100 Euro fließen, bevor man sich die Schuhe bindet. Das ist bei den Frauen definitiv anders. Dort geht es ehrlicher zu, die Mädels sind dankbarer, was die kleinsten Dinge anbelangt. Dementsprechend geben sie es dir zurück.

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