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Jens Keim „mittendrin“ in der Nummern-Posse des 1. FC Köln

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Von: Tino Weingarten

Jens Keim Köln Trikot 27
Die „einzig und alleinige 27“? Jens Keim kann über den Modeste-Aufstand nur müde lächeln. © Charlie Rolff, privat

„Anspruch und Wirklichkeit klaffen da auseinander“, sagt Jens Keim über Anthony Modeste. Der beschwerte sich kürzlich über die Vergabe „seiner“ Nummer 27 an Köln-Zugang Davie Selke. Für Keim ein besonderes Thema, trug er doch auch die 27 beim Effzeh.

Als „einzige und alleinige 27“ bezeichnete sich Modeste und machte in den sozialen Medien deutlich, was er von der Vergabe der Rückennummer an Zugang Davie Selke hielt. Das Magazin „11 Freunde“ nutzte die Gelegenheit und listete alle Spieler des 1. FC Köln auf, die bislang die Nummer 27 auf dem Trikot trugen. Mit dabei: Jens Keim, ehemaliger Trainer der SG Bronnzell.

Jens Keim trainierte beim 1. FC Köln unter Weltstar Bernd Schuster

Der habe über den Aufstand Modestes in den sozialen Medien nur müde gelächelt, sagt er im Gespräch: „Man muss doch nur mal schauen, welche Legenden es in Köln gibt. Lukas Podolski, Stephan Engels oder Wolfgang Overath haben alle richtig was für den Verein geleistet.“ Den Ex-Kölner und jetzigen Dortmunder Modeste zählt er in diese Auflistung nicht hinzu: „Er hat gut für Köln gespielt, ist aber auch zweimal für Geld gegangen.“

Die Rückennummer-Diskussion und die Gemeinsamkeit mit Modeste und Selke weckten in Keim einige schöne Erinnerungen. 1997 wechselte er im Alter von 19 Jahren von Hessen Kassel in die zweite Mannschaft der Kölner, die in der damals viertklassigen Oberliga spielte. Nach dem Abstieg des „Effzeh“ aus der Bundesliga schnupperte Keim bei der Abschlussfahrt nach Bulgarien unter dem damaligen Trainer Lorenz-Günter Köstner erstmals Profi-Luft.

Jens Keim Trikot 1. FC Köln
Als Mitglied des Profikaders bekam Jens Keim eine feste Nummer zugeteilt: Die 27. © privat

Den Gang in die 2. Liga stempelte der 1. FC Köln damals als Betriebsunfall ab, holte Bernd Schuster als Trainer und wollte mit Claus-Dieter Wollitz, Dirk Lottner, Dirk Schuster oder Ralph Hasenhüttl die Liga dominieren. Mittendrin: Jens Keim, der mit Carsten Cullmann und Alexander Voigt aus der zweiten Mannschaft hochgezogen wurde. „Das war eine riesen Erfahrung, als kleiner 19-Jähriger unter einem Weltstar zu trainieren. Es war aber auch ein Haifischbecken“, sagt Keim. Denn die Kölner beendeten die Saison auf einem enttäuschenden zehnten Platz, ein Profi-Einsatz blieb für Keim aus.

„Ich hing meist dazwischen. Oben habe ich trainiert und unten gespielt“, blickt Keim zurück, der sich trotzdem an tolle Partien mit der „Zweiten“ gegen Essen, Fortuna Köln oder Leverkusen erinnert. Der heute 44-Jährige wechselte nach der Saison zum FC Ederbergland in die Oberliga Hessen, später führte ihn sein Weg zum TSV Lehnerz und zur SG Bronnzell. Mittlerweile trainiert Keim die C3-Junioren der SG Barockstadt, trat nach seinem Engagement in Bronnzell kürzer. Bei der passenden Aufgabe sei Keim jedoch wieder bereit, in den Seniorenbereich zu wechseln.

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