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Der Trainer bildet künftige Mitspieler aus

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Von: Tobias Konrad

Tim Marquardt SG Johannesberg JSG West Ring
Der doppelte Tim Marquardt. Der 20-Jährige ist Trainer der A-Junioren der JSG West Ring und zudem Spieler der SG Johannesberg. © Charlie Rolff

Tim Marquardt kann anscheinend nicht ohne den Fußball. Wäre nicht die Sommer- und Winterpause, träfe man den 20-Jährigen wohl 365 Tage im Jahr auf dem Sportplatz an.

Es ist eine besondere Konstellation, die Marquardt ausübt. Auf der einen Seite ist er Trainer des A-Junioren-Verbandsligisten JSG West Ring. In seiner vierten Spielzeit coacht er den Nachwuchs, im zweiten C-Juniorenjahr übernahm er bei der JSG. Auf der anderen Seite ist er Spieler beim Verbandsligisten SG Johannesberg. Die SGJ ist bekanntlich einer der Partner der SG Sickels und der SG Oberrode in der Jugendspielgemeinschaft. Marquardt bildet also seine künftigen Mitspieler aus, teilweise spielt er gar schon mit seinen Schützlingen bei den Senioren. Bartosz Witkowski beispielsweise, der noch für die Junioren spielberechtigt ist, allerdings ebenfalls schon unter Anton Balz bei der SG Johannesberg auflief.

Trainer bei den Junioren, Spieler bei den Senioren

Marquardt lebt entsprechend für den Fußball. Zwei Spiele am Wochenende, dazu die Trainingseinheiten unter der Woche. Die, so der 20-Jährige, wurden extra abgestimmt. Bloß nicht sollen Junioren und Senioren zeitgleich trainieren. Das Zeitmanagement ist wichtig bei der Ausübung seines Hobbys. Selbst an einem freien Tag ist er unterwegs. Am Sonntag hatte Johannesberg in der Verbandsliga spielfrei, der Rechtsverteidiger war beim Anruf unserer Redaktion dennoch an einem Sportplatz. Bei den Ligakonkurrenten JSG Nüsttal/Hofbieber/Dammersbach und KSV Baunatal. Die künftigen Gegner analysieren.

Dass die freie Zeit arg begrenzt ist, stört ihn kaum. „Ich bin‘s gewohnt durch die zurückliegenden Jahre. Es ist ja nicht so, dass es mir keinen Spaß macht. Mir ist wichtig, dass die Jungs mitziehen und wollen“, schildert Marquardt seine Eindrücke als Trainer. Dass er dabei immer wieder mit den Seniorenteams jonglieren muss, gehöre dazu. Auf die richtige Belastung gilt es zu achten. „Den Jungs muss auch mal ein trainingsfreier Tag gestattet sein, wenn sie doppelt am Wochenende ran müssen. Die Kommunikation unter den Trainern ist vorhanden und wir versuchen, den richtigen Weg zu gehen.“

Marquardt als Mitspieler auf dem Platz mit seinen Schützlingen

Dass die Spieler des älteren Jahrgangs bereits Senioren spielen dürfen und damit auch auf ihren Coach treffen, ist für Marquardt eine „lustige Situation“. Mit dieser komme er aber bestens zurecht, die gemeinsamen Momente am Platz sind für alle kein Problem. „Es ist nicht neu, da wir in der letzten Saison ähnlich verfahren sind. Die Jungs wissen, wann ich Trainer und wann ich Mitspieler bin“, erläutert der JSG-Übungsleiter, dessen Team am ersten Spieltag zu einem 2:2 bei der JSG Flieden/Schweben kam. „Zwei verschenkte Punkte“, sagt Marquardt, dessen Team den Übergang von den B- zu den A-Junioren nahtlos hinbekommen hat. Der Großteil sei jüngerer Jahrgang, das Ziel entsprechend ein Platz im gesicherten Mittelfeld. Doch schon auf dem Fliedener Kunstrasen zeigte sich, dass die Qualität im Kader gut ist. „Vier Aluminiumtreffer sind aussagekräftig genug. Es war spielerisch nicht gut, wir müssen uns nach einer durchwachsenen Vorbereitung erst noch gänzlich finden“, stellt Marquardt klar.

Etwas schwieriger wird wohl die Saison mit Johannesberg werden. „Es geht rein gegen den Abstieg“, weiß der Rechtsverteidiger, der sein erste Verbandsligajahr umgehend als Stammkraft angeht. In den kommenden Spielen gehe es darum, wieder „ruhigere“ Ergebnisse einzufahren, nachdem es zuletzt zwei herbe Klatschen gegen Bronnzell (1:5) und Hünfeld (0:6) gab.

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