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Dominik Weber: Den Fall Miro Klose soll es nicht mehr geben

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Von: Johannes Götze

Der 2010er-Jahrgang von Dominik Weber (oben rechts) feierte eine gelungene Premiere.
Der 2010er-Jahrgang von Dominik Weber (oben rechts) feierte eine gelungene Premiere. © privat

Dominik Weber war erfolgreicher Trainer des Hünfelder SV, verabschiedete sich 2020 mit dem Verbandsliga-Titel und wurde im gleichen Atemzug Trainer der Fuldaer Regionalauswahlteams U13, U14 und U15.

Doch was macht ein Regionalauswahltrainer überhaupt? Vier DFB-Stützpunkte gibt es in der Fußballregion Fulda. In Marborn, Fulda, Hünfeld und Bad Hersfeld versammeln die Fußballkreise ihre besten Talente und schulen sie für insgesamt vier Jahre jeden Montag. Aktuell sind die Jahrgänge 2008 bis 2011 an der Reihe.

Weber schaut im wöchentlichen Wechsel bei den Stützpunkten vorbei und stellt im engen Austausch mit den Stützpunkttrainern die Regionalauswahlteams zusammen, die sich zweimal im Jahr mit den anderen Fußballregionen in Hessen sowie den Nachwuchsleistungszentren der Topclubs wie Eintracht Frankfurt oder Darmstadt 98 messen. Bei diesen Turnieren geht es in erster Linie darum, die Spieler für eine mögliche Hessenauswahl-Nominierung ins Schaufenster zu stellen.

Dominik Weber: Den Fall Miro Klose soll es nicht mehr geben

Und das gelang zuletzt gut: Der 2008er-Jahrgang siegte sogar im jüngsten Turnier. „Mit der gleichen Truppe sind wir im Frühjahr noch Vorletzter geworden, diesmal haben wir mit mannschaftlicher Geschlossenheit überzeugt“, frohlockt Weber nach dem Turniersieg in Johannesberg, gibt aber zu bedenken, „dass leider nur Marlon Marino zur Hessenauswahl eingeladen wurde.“ Zwar verlor Fulda das Spiel gegen Darmstadt 98 mit 0:1, blieb in den anderen drei Spielen aber ohne Gegentor und verwies Darmstadt sowie den SV Wehen Wiesbaden auf die Plätze.

Beim 2009er-Jahrgang verlief das Turnier unglücklich, weil sich nach gutem Start mit zwei Siegen Top-Torjäger Jannis Hubel im Duell mit dem späteren Sieger Darmstadt 98 verletzte. „Einerseits hat dann seine Qualität gefehlt, andererseits müssen wir in dieser Situation einen Elfmeter bekommen. Dann gewinnen wir kurz vor Schluss vielleicht mit 1:0, so bekommen wir das 0:1 und werden Vierter“, sagt Weber, der sich aber über Hubels Nominierung freuen durfte. Ephraim Goldbach und Luca Radic, zwei Teamkameraden von der SG Barockstadt, stehen auf Abruf bereit.

Drei Talente in die Hessenauswahl berufen

Ihre Premiere feierte der 2010er-Jahrgang in Flieden – und die war mit Platz drei erfolgreich: „Die Jungs haben sich in ihrem Turnier richtig gut reingefeuert und sind ungeschlagen geblieben.“ Alle drei Tore erzielte Leonard Pomnitz, der Cousin von Barockstadt-Spielmacher Leon. Pomnitz (JSG Eitratal) darf sich nun genau wie Emil Wiekera (JFV Petersberg) und Matteo Bruno (SV Flieden) in der Hessenauswahl präsentieren.

„Es ist einfach interessant, den Jungs die eigenen Erfahrungen näherzubringen“, sagt Weber, der ausführt, „dass die Jungs Feuer und Flamme sind, total lernwillig und wissbegierig auftreten. Manchmal sind sie sogar zu motiviert.“ Weber coacht die drei Teams mit Julian Treidler (Co-Trainer) und Marcel Blum (Torwarttrainer).

Er selbst ist auch Co-Trainer. Beim 2008er-Jahrgang unterstützt er Hessenauswahltrainer Christian Menzel. Zuletzt wurden vier Hessen für die U15-Nationalmannschaft nominiert. „Das Förderprogramm ist so aufgebaut, dass kein Talent mehr durchflutscht. Dass es noch mal einen Miroslav Klose geben wird, der mit 20 Bezirksliga spielt und dann Weltmeister wird, ist nahezu unmöglich“, glaubt Weber, der ein Engagement im Seniorenbereich nicht ausschließen möchte.

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