Linus Kalkofens Fokus ist klar ausgerichtet: Er möchte in ein Nachwuchsleistungszentrum wechseln und fester Bestandteil der Hessenauwahl werden.
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Linus Kalkofens Fokus ist klar ausgerichtet: Er möchte in ein Nachwuchsleistungszentrum wechseln und fester Bestandteil der Hessenauwahl werden.

Nachwuchskicker Linus Kalkofen

Ein Träumer – im besten Sinne

Linus Kalkofen will mal Weltfußballer werden. Das sagt der 13-jährige Horaser Nachwuchskicker recht unverblümt. Träume und Ziele seien ihm wichtig. Dafür fahren ihn seine Eltern Susann und Heiko dreimal pro Woche nach Wieseck.

Schon seit Jahren dreht sich Kalkofens Leben fast ausschließlich um das runde Leder: Bei Eintracht Frankfurt war er bereits als Zehnjähriger im Gespräch. Der variable Offensivspieler blieb aber in Horas – letztlich sogar auf Anraten der Eintracht. In so jungem Alter beinahe täglich nach Frankfurt pendeln? Da verlöre er die jugendliche Leichtigkeit, könne gar nicht richtig Kind sein. So erzählt es Kalkofen. Doch im Winter wagte er nun doch den Schritt. Nicht zur Eintracht, sondern zum Frankfurter Kooperationspartner TSG Wieseck, der größten Talentschmiede Mittelhessens.

Dort spielt er in der U13, allerdings nicht im normalen Ligabetrieb. Der Verein organisiert Woche für Woche Leistungsvergleiche mit anderen Teams – quer durch die Republik. Eines seiner ersten Spiele? Ein Leistungsvergleich in Dortmund gegen den BVB und RB Leipzig.

Der Wechsel nach Wieseck war bislang die richtigste Entscheidung in meiner Laufbahn.

Linus Kalkofen

Ehrfürchtig sei er gewesen. Er musste sich an die großen Namen und das viel schnellere Spiel gewöhnen. Mittlerweile ist er angekommen, ordnet sich im Vergleich mit seinen Mitspielern zu den besten Spielern des Teams ein. Seine Quoten geben ihm Recht: Bei einem internationalen Pfingstturnier in Südtirol, bei dem Bayern München nur einer von zahlreichen Topclubs war, wurde Wieseck Achter. Nicht zuletzt, weil Kalkofen vier der sieben TSG-Tore erzielte. Er erzählt das nicht, sondern Mutter Susann ganz am Ende des Treffens. Mittelpunkt mag der Gymnasiast gar nicht so sehr. Dafür Respekt. Er ist höflich, zuvorkommend und eloquent.

Träume gestattet, aber kleine Schritte vonnöten

Sein Start ins Fußballerdasein war kurios: Im Kindergarten lief er meist nebenher, und spielte er mal mit, wollte er den Ball ins eigene Tor schießen. „Ist doch mein Torwart“, erklärt er seine verquere Logik und lacht. Doch nach ein paar Trainingseinheiten bei Viktoria Bronnzell ließ ihn der Fußball nicht mehr los. Für seine Eltern nicht selten eine Mammutaufgabe. Fahrdienste noch und nöcher. Der Filius spielt Regionalauswahl, war zuletzt bei der Hessenauswahl dabei, geht in eine Sportklasse auf dem Domgymnasium. Nur freitags ist fußballfrei und da, sagt Kalkofen nach langem Überlegen, würde er am liebsten mit den Mitspielern kicken.

Kein Wunder, dass der Bayern-Fan träumt. Vom Champions-League-Titel. Vom Ballon d’Or. So gut wie Mbappe oder Lewandowski will er sein. Aber erst einmal kleine Schritte: Ein Wechsel ins Nachwuchsleistungszentrum eines Topclubs. Fester Bestandteil der Hessenauswahl. Sein Blick ist geschärft. Dann verabschiedet er sich und winkt freundlich.

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