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A-Junioren des FV Horas: Einstiges Aushängeschild muss zurückziehen

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Von: Steffen Kollmann

Claudius Eckard (links, gegen den heutigen Sodener Hamed Noori)
Claudius Eckard (links, gegen den heutigen Sodener Hamed Noori) ist einer von wenigen Horasern, die bei den A-Junioren-Hessenliga-Zeiten dabei waren und noch heute beim FV Horas spielen. © Charlie Rolff

Drei Meisterschaften in Folge. Klassenerhalt in der Hessenliga. Eine erste, zweite und dritte Mannschaft im Spielbetrieb. Es ist noch gar nicht lange her, dass die A-Junioren das Aushängeschild des FV Horas waren. Übrig geblieben ist nichts mehr.

Am Wochenende ist der FV Horas in der A-Junioren-Gruppenliga bereits zum zweiten Mal nicht angetreten. Ein drittes Mal wird am nächsten Samstag folgen – und damit verbunden der sofortige Rückzug. „Es wird zu Ende gehen. Wir haben nicht mehr genügend Spieler“, bestätigt Jugendleiter Stephan Ulrich. „Leider gab es bei möglichen Neuzugängen nicht die Resonanz, die wir uns erhofft haben. Und dann haben sich noch drei Leistungsträger kurz vor knapp abgemeldet.“

FV Horas feiert mit goldenem Jahrgang drei Meisterschaften in Folge

Für den Jugendleiter eine „traurige Entwicklung“, denn vor einigen Jahren sah die Realität ganz anders aus. Mit den starken Jahrgängen 1997 bis 2001 gelangen dem FVH drei Meisterschaften in Folge. Unter Matthias Wilde glückte mit Spielern wie Thore Hütsch (heute SV Steinbach), Keanu Banh (jetzt SG Barockstadt II), Max Vogler und Mark Zentgraf (beide Hünfelder SV) sensationell der Klassenerhalt in der Hessenliga. „Das waren tolle Zeiten. Da kamen Vereine wie Kickers Offenbach, Darmstadt 98 und Wehen Wiesbaden. Die Spieler haben große Augen gemacht, als sie die Mauer neben unserem Sportplatz gesehen haben“, erinnert sich Ulrich zurück.

Aber nicht nur die Spitze passte, sondern auch die Breite. Gleich drei Mannschaften stellte Horas im A-Juniorenbereich. Es rückten so viele Spieler in den Seniorenbereich auf, dass dort 2020 sogar eine vierte Mannschaft ins Leben gerufen wurde – einmalig in der Region. Bis hoch zur ersten Seniorenmannschaft profitierte der FVH, feierte in der ersten Corona-Saison die Rückkehr in die Gruppenliga.

„Der Fußball ist nicht mehr das Wichtigste im Leben“

Und heute? Von der Mannschaft, die den Klassenerhalt in der A-Junioren-Hessenliga geschafft hat, sind in dieser Saison bisher nur Kapitän Claudius Eckard und Tim Lübeck im Gruppenliga-Team zum Einsatz gekommen. „Es gibt einige Spieler von damals, die von ihren Fähigkeiten her höher spielen können. Andere hat es aus beruflichen Gründen weg aus Fulda gezogen“, erklärt Ulrich. Und da aus der Jugend erst einmal nichts nachkommt, erwartet der Jugendleiter nicht, dass die vierte Mannschaft, die von ihm selbst betreut wird, auf Dauer bestehen bleibt.

„Der Fußball ist nicht mehr das Wichtigste im Leben. Wir wollten die erfolgreiche Zeit so lange wie möglich mitnehmen, wussten aber auch, dass es dazu im Jugendbereich Eltern braucht, die fast immer dabei sind.“ Und auch wenn dies bei den A-Junioren nicht mehr so ist – in allen anderen Altersklassen sieht sich der FVH gut aufgestellt. Im B- bis E-Juniorenbereich läuft eine erfolgreiche Kooperation als HGM Fulda mit dem SV Gläserzell und SV Maberzell. „In der nächsten Saison wollen wir wieder eine A-Jugend stellen, in der Kreisliga. Es gibt in einigen Jahrgängen gute Spieler, die uns wieder bessere Zeiten bringen, sofern sie im Verein bleiben. Wenn wir von A- bis D-Jugend dauerhaft in der Gruppenliga spielen können, wäre das absolut okay.“

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