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Eine Schande für den Fuldaer Amateurfußball

Erstellt:

Von: Steffen Kollmann

Steffen Kollmann äußert sich zur Absage des Horaser Hallenturniers.
Steffen Kollmann äußert sich zur Absage des Horaser Hallenturniers. © Privat

Zur Absage des Reinhold-Völker-Gedächtnisturniers schreibt Steffen Kollmann und spricht von einer Schande für den Fußball.

Dass vermeintliche Fans den Fußball dazu nutzen, um ihre Aggressionen auszuleben, ist sehr traurig – aber leider nichts Neues. Auseinandersetzungen zwischen den Lagern des OGC Nizza und 1. FC Köln oder Olympique Marseille und Eintracht Frankfurt allein in dieser Saison sind in meinem Gedächtnis noch äußerst präsent. Genauso, wie Bilder aus dem Relegationsspiel in Dresden, als Dynamo-Anhänger die Niederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern nicht akzeptieren wollten und einen Spielabbruch billigend in Kauf nahmen.

Aber wir reden bei diesen Beispielen von Nizza. Marseille. Und Dresden. Doch nicht Fulda! Ob es beim Hallenturnier des FV Horas so weit gekommen wäre, wie an besagten Schauplätzen? Vermutlich nicht. Aber es ist traurig genug, sich darüber nur Gedanken machen zu müssen, was im Fuldaer Stadtteil am Donnerstag womöglich hätte passieren können.

Es ist nicht weniger als eine Schande für unseren Fuldaer Amateurfußball, dass das Reinhold-Völker-Gedächtnisturnier abgesagt werden musste. Ich wäre nicht nur als Berichterstatter, sondern als Spieler von FT Fulda dabei gewesen. Meine Vorfreude war riesengroß: Endlich wieder ein Hallenturnier, und zwar direkt vor der Haustür. Zahlreiche bekannte Gesichter. Lockere Gespräche. Attraktive Spiele. Und nachher in entspannter Runde anstoßen, mit vielen Fußballern von anderen Vereinen. Das geht nur bei so einem Turnier.

Am meisten schmerzt die Absage dem FV Horas. Da ist nicht nur die finanzielle Seite zu benennen: Veranstaltungen wie diese sind für einen Verein in weiterhin schwierigen Zeiten überlebensnotwendig. Die letztlich unvermeidbare Absage ist zudem ein Schlag ins Gesicht für jeden ehrenamtlichen Horaser Vereinsverantwortlichen. Richtig viel Freizeit und sicherlich genauso viele Nerven wurden investiert, um ein tolles Teilnehmerfeld mit 20 Mannschaften auf die Beine zu stellen. Und offenbar wegen einigen wenigen „Fans“ war alles für die Katz’. Das ist nicht nur schade – es ist eine Schande.

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