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Götze zur Rede von FIFA-Präsident Infantino: Schlicht perfide und gefährlich

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Von: Johannes Götze

Gianni Infantino
FIFA-Präsident Gianni Infantino bei der Pressekonferenz. © Tom Weller/dpa

An dieser Stelle wirft Torgranate-Redakteur Johannes Götze täglich seinen ganz persönlichen Blick auf die WM in seiner Kolumne „Mach ihn! Er macht ihn!“. Für Götze überstrahlte die Rede von FIFA-Präsident Gianni Infantino das Eröffnungsspiel der WM.

Den Weltverband FIFA mag ich nicht. Ein Haufen Menschen, die nicht den Sport, sondern das Geld lieben und für die Korruption täglich Brot ist. Nicht erst seit der WM-Vergabe nach Katar. Auch „wir“ Deutschen haben 2006 betrogen.

Götze über FIFA-Präsident Gianni Infantino: Show schlicht perfide und gefährlich

Die Show, die deren Präsident Gianni Infantino der versammelten Weltpresse aber am Samstag lieferte, war an Theatralik nicht zu überbieten, schlicht perfide und gefährlich. Infantino erklärte ernsthaft, dass er sich in jenem Moment schwul fühle und wie ein Arbeitsmigrant noch dazu. Ein Affront des geldgierigen Schweizers, der seit acht Monaten in Katar lebt – und nicht offenlegen möchte, wer die Chose zahlt.

Infantino, dem glücklicherweise der DFB die Unterstützung für die kommenden Wahlen im März versagt hat, legte mit allerlei Kunstpausen in seinem mehr als einstündigen polemischen Propaganda-Monolog offen, wie egal ihm Unterstützung aus Europa ist. Statt bei der Pressekonferenz ein paar Säcke Dreck in die tiefen Gräben zwischen sich und zahlreichen europäischen Verbänden zu schmeißen, kam er mit dem Bagger – um sie noch weiter auszuheben.

Torgranate-Redaktuer Johannes Götze.
Torgranate-Redaktuer Johannes Götze. © Max Dellemann / Heldenzeit

Wie egal Infantino das ist, zeigt sich an der Tatsache, dass sich außerhalb Europas die allermeisten Verbände hinter den umstrittenen Führer der FIFA stellen und sich deswegen kein Gegenkandidat für März finden lässt.

Doch zumindest ein Teil seiner Rede darf Infantino nicht verübelt werden. Zahlreiche deutsche (Bau-)Firmen haben sich beim 200-Milliarden-WM-Projekt die Taschen vollgemacht und wollen sich zu den Bedingungen vor Ort weder äußern noch etwas von einem etwaigen Entschädigungsfonds für die Familien der Todesopfer wissen. Er warf den Europäern deswegen Scheinheiligkeit und Doppelmoral vor.

Ach, die WM ging gestern los. Die erwartete und erste Erkenntnis: Der Gastgeber wird kein Weltmeister.

Der Autor:

Johannes Götze ist verliebt. In den Fußball. Schon immer. Seit 2014 trägt er seinen Nachnamen mit noch mehr Stolz. Er schaut Spiele am liebsten allein und scheut Public Viewing. Wäre diesmal auch kälter als sonst. Seit 2014 ist er Redakteur bei torgranate.de und kümmert sich sonst vornehmlich um Amateurfußball, den er mehr liebt als den Kommerz ein paar Ligen weiter oben. Die FIFA mag er nicht. Einen Wettbewerb mit den besten Fußballern der Welt schon. Habt ihr Gedanken, die ihr mit dem Autor teilen wollt, schreibt ihm doch. Bei Facebook. Bei Instagram. Oder per Mail. johannes.goetze@torgranate.de.

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