Johannes Götze Redakteur
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Johannes Götze äußert sich zur Reform der Fußballkreise.

Kommentar zu den Fußballkreisen

„Eine Reform ist längst überfällig“

Die politischen Landeskreisgrenzen und die der Fußballkreise gehen in der Region weit auseinander. Torgranate-Redakteur Johannes Götze äußert sich dazu.

Wer sich einmal in die Untiefen der Strukturen des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) vorwagt, der kommt aus dem Kopfschütteln so schnell nicht mehr heraus. Durch allerlei Grabenkämpfe zwischen Funktionären haben sich über Jahrzehnte völlig verquere Fußballkreise gebildet, die bei Beobachtern für Hohn und Spott sorgen. (Lest hier: An persönlichen Befindlichkeiten gescheitert)

Bestes Beispiel ist der Fußballkreis Lauterbach/Hünfeld, für den ich selbst ehrenamtlich als Pressesprecher aktiv bin. Dieser Fußballkreis ist nicht den Vereinen dienlich, weil gerade im niedrigsten Juniorenbereich Distanzen überwunden werden müssen, die in keinem Verhältnis stehen und somit Betreuer und Trainer an Lust verlieren lassen. Muss eine D-Jugend freitags am anderen Ende des Kreises antreten, benötigen die beteiligten Trainer und Betreuer manchmal einen halben Tag Urlaub.

Dass der Verband seit mehreren Amtsperioden über Gebiets-, Struktur- und Ligenreformen spricht, die Themen aber doch nie anpackt, ist einfach erklärt: Große Kreise wie Frankfurt vereinen die allermeisten Delegiertenstimmen und wollen von ihrem Kuchen nichts abgeben. Kleine Kreise, deren Ausschüsse fast so viele Ehrenamtler wie Vereine stellen, wollen nicht von der Landkarte verschwinden. Und doch wäre genau dies der richtige Weg.

23 Sportkreise, aber 32 Fußballkreise in Hessen. Die Sportkreise haben vor geraumer Zeit den Schritt gewagt und sich den politischen Grenzen angepasst. Die Zwangsehe in Fulda-Hünfeld war seinerzeit nicht einfach – und brachte doch nur Gewinner hervor. Der HFV ist derzeit von Rücktritten und Skandalen geplagt. Es ist an der neuen Führung, es den Sportkreisen gleich zu tun. Es hilft nicht nur den Vereinen.

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