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Oliver Bierhoff mag‘s gern extra – diesmal ist‘s ein Eigentor

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Von: Johannes Götze

Zwei, die sich offensichtlich mögen: DFB-Sportdirektor Oliver Bierhoff (links) und Nationaltrainer Hansi Flick.
Zwei, die sich offensichtlich mögen: DFB-Sportdirektor Oliver Bierhoff (links) und Nationaltrainer Hansi Flick. © Arne Dedert / dpa

An dieser Stelle wirft Torgranate-Redakteur Johannes Götze täglich seinen ganz persönlichen Blick auf die WM in seiner Kolumne „Mach ihn! Er macht ihn!“.

Der Weltverband hat gestern den DFB verknackt. Zu rund 10.000 Euro Geldstrafe, weil Hansi Flick zur Pressekonferenz vor dem Spanien-Spiel keinen – wie von der FIFA vorgeschrieben – Spieler im Schlepptau hatte. Und als Flick dann vor ein paar Tagen ganz allein vor der versammelten Weltpresse herumsaß, kritisierte er die FIFA – diesmal ohne Grund. 

Oliver Bierhoff mag‘s gern extra – diesmal ist‘s ein Eigentor

Denn es war seit Jahren bekannt, dass sich in Katar auch in Bezug auf Pressekonferenzen die Uhren anders drehen würden. Alle Pressekonferenzen am Tag vor einem Spiel finden im Medienzentrum Dohas statt. Der DFB wusste das – und hat dies im Gegensatz zu allen anderen 31 Ländern bei der Quartierwahl nicht berücksichtigt. Flick wird sich nun noch mehrfach durch den dicht gedrängten WM-Verkehr schlängeln müssen, um die Pressekonferenzen vor den Spielen wahrzunehmen – sofern nicht morgen schon alles vorbei ist.

Eine Sonderbehandlung hatte sich der DFB gewünscht, die ihm völlig zu Recht verwehrt worden ist. Die 10.000 Euro Geldstrafe wird sich sicher drastisch erhöhen, wenn Flick heute wieder eine „Alleinfahrt“ unternimmt. Letztlich liegt das Problem aber an anderer Stelle: Sportdirektor und Lobbyist Oliver Bierhoff mag es eben gerne extra – und das kommt seit Langem bei den Fans nicht gut an. Seine Marketingaktivitäten rund um „#Die Mannschaft“ haben dazu beigetragen, dass die Nationalelf Kredit an der Basis verspielt hat. 

Torgranate-Redaktuer Johannes Götze.
Torgranate-Redaktuer Johannes Götze. © Max Dellemann / Heldenzeit

Und das trägt nicht zuletzt dazu bei, dass das in vielen Ländern gefeierte Mannschaftsbild vor dem Japan-Spiel, als sich die deutschen Spieler die Hand vor ihre Münder hielten, in der Heimat maximal belächelt worden ist. Tief im Inneren vermutet der Durchschnitts-Fan wie ich bei so etwas sofort wieder ein Marketinggag aus der bierhoffschen Ecke. 

Dazu passt die One-Love-Binde. Die hatten sich ja nicht die Kapitäne wie Manuel Neuer ausgedacht, sondern die Verbände. Neuer und Co. waren nur zum Abnicken da. Der aalglatte Bierhoff und seine Entourage ist gut beraten, einmal selbst über Wirkung und Unrechtsverständnis nachzudenken, bevor der Zeigefinger gehoben wird. Funfact: Von den 10.000 Euro Geldstrafe hätte der DFB 400 vernünftige Fußbälle für benachteiligte Kinder kaufen können. 

Der Autor:

Johannes Götze ist verliebt. In den Fußball. Schon immer. Seit 2014 trägt er seinen Nachnamen mit noch mehr Stolz. Er schaut Spiele am liebsten allein und scheut Public Viewing. Wäre diesmal auch kälter als sonst. Seit 2014 ist er Redakteur bei torgranate.de und kümmert sich sonst vornehmlich um Amateurfußball, den er mehr liebt als den Kommerz ein paar Ligen weiter oben. Die FIFA mag er nicht. Einen Wettbewerb mit den besten Fußballern der Welt schon. Habt ihr Gedanken, die ihr mit dem Autor teilen wollt, schreibt ihm doch. Bei Facebook. Bei Instagram. Oder per Mail. johannes.goetze@torgranate.de.

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