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„Gut, dass Schweini bleibt“

Erstellt:

Von: Johannes Götze

Bastian Schweinsteiger
Bleibt der ARD als Experte treu: Bastian Schweinsteiger. © Matthias Balk/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa

Eine der ersten positiven Nachrichten des Fußballjahres betrifft die Vertragsverlängerung zwischen Bastian Schweinsteiger und der ARD – das meint zumindest unser Kolumnist Harald Lange, der ein Plädoyer für den Weltmeister von 2014 hält.

Zuletzt war durchgesickert, dass er in seinem alten Vertrag für jedes Spiel zwischen 10.000 und 25.000 Euro Honorar erhalten hatte. Wie es mit der Bezahlung durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk weitergeht, ist noch nicht bekannt. Für Schweinsteiger dürfte dieses Honorar allerdings nicht sonderlich bedeutsam sein. Schließlich hält ihn der ARD Job im Gespräch und sichert ihm regelmäßige Präsenz in der Primetime des deutschen Fernsehens. Sollten sich die Einschaltquoten der Nationalmannschaft wieder erholen, dann wird auch seine Reichweite entsprechend steigen.

Harald Lange freut sich über Schweinsteigers Verbleib

Inzwischen belegt Schweinsteiger im Ranking der Followerzahlen bei Instagram mit 14,4 Millionen Fans Rang fünf in den deutschen Sportaccounts. Er liegt damit nur 2,8 Millionen Follower hinter Borussia Dortmund und knapp vor Marc ter Stegen (6.) und Marco Reuss (7.). Was immer auch in Sachen Nationalmannschaft und DFB in den kommenden Monaten passieren wird: Bastian Scheinsteiger wird die Erfolge und Misserfolge kommentieren und an Popularität gewinnen. Wir können davon ausgehen, dass er im Social Media Ranking weiter aufsteigen und lukrative Werbeverträge einsammeln wird.

Sein Gesicht ist inzwischen bekannter als die der aktuellen Nationalspieler. Deshalb lässt sich mit seinem Namen auch fast jedes Produkt vortrefflich vermarkten. Ob Kartoffelchips oder die Produkte eine Baumarktkette: Die Bekanntheit von „Schweini“ steigert den Umsatz.

Harald Lange
Harald Lange © privat

Mitunter verlaufen die Grenzen zwischen neutraler Expertentätigkeit und den hoch bezahlten Aufgaben als Produktbotschafter fließend und erinnern an Schleichwerbung. Im Viertelfinale der Europameisterschaft 2021 sorgte die Präsentation einer Sportuhr am Handgelenk des Weltmeisters für Aufsehen. Vor allem auch, weil er das Produkt noch während der Spielübertragung über seine Social-Media-Kanäle in Szene setze. Damals stand er kurz vor dem Rauswurf, aber die ARD-Verantwortlichen hielten an ihm fest.

Möglicherweise auch deshalb, weil es an populären TV Experten mangelt und die ARD bereits frühzeitig am Aufbau der Karriere von Bastian Schweinsteiger beteiligt gewesen ist. Man hat ihn geduldig stammeln und erzählen lassen. Wohl wissend, dass wir in Fußballdeutschland mindestens tausend Alternativen haben: Fußballerinnen und Fußballer, die Spiele in sekundenschnelle analysieren und jede Spielsituation überzeugend einordnen und bewerten können. Aber darauf kommt es nicht an. Gerade in Zeiten der fußballbezogenen Erfolglosigkeit tut es gut, mit dem Weltmeister von 2014 wenigstens einen Lichtblick in einer Länderspielübertragung zu haben, der uns kompetent sagen kann, woran es denn nun gelegen hat (…). Vielleicht sollte der DFB ihn ja mal um Rat fragen und in die Ursachenforschung in der WM-Analyse einbeziehen.

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