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„Ach Mann, Jogi!“

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Von: Johannes Götze

Japans Takuma Asano trifft gegen Deutschlands Nico Schlotterbeck und Deutschlands Torwart Manuel Neuer zum 1-2.
Japans Takuma Asano trifft gegen Deutschlands Nico Schlotterbeck und Deutschlands Torwart Manuel Neuer zum 1:2. © Robert Michael/dpa

An dieser Stelle wirft Torgranate-Redakteur Johannes Götze täglich seinen ganz persönlichen Blick auf die WM in seiner Kolumne „Mach ihn! Er macht ihn!“

Ach Mann, Jogi! Nach dem WM-Aus 2018 und den dürftigen Vorstellungen bei der EM im vergangenen Jahr dachte ich: Es kann doch nur besser werden! Aber irgendwie ist Fußball – um es mit den Worten des Fußballphilosophen Hans Meyer auszudrücken – in schöner Regelmäßigkeit doch immer das Gleiche.

Johannes Götze zum WM-Auftakt: Japan hat Deutschland eingelulllt

Nur dass Jogi nun offenbar Hansi heißt – auf dem Feld war kein Unterschied zu erkennen. Japan hat Deutschland im wahrsten Sinne des Wortes eingelullt, um entschlossen zuzuschlagen. Die Defensive wurde schläfriger – und lag beim 1:2 im Koma. Bitter, dass die Franzosen über eine Bayern-Abwehr, wir aber nur über eine BVB-Abwehr verfügen. Da lohnt allein ein Blick auf die Bundesliga-Tabelle, um die eklatanten Qualitätsunterschiede zu erkennen. Süle und Schlotterbeck würden für ihr Abwehrverhalten beim japanischen Siegtor sicherlich noch eine Woche in der Kreisklassen-Kabine aufgezogen werden.

Torgranate-Redaktuer Johannes Götze.
Torgranate-Redaktuer Johannes Götze. © Max Dellemann / Heldenzeit

Und so sollte selbst Gary Lineker, noch so ein Fußballphilosoph, seine legendären Worte anpassen: „Ein Spiel dauert 104 Minuten – und am Ende gewinnen niemals die Deutschen.“ Die Nationalmannschaft gewann nach Rio nur ein WM-Spiel – gegen Schweden. Kommt am Sonntag gegen Spanien kein zweites hinzu, können die Nationalspieler ganz entspannt ihre Weihnachtsgeschenke organisieren. Zeit bleibt dann genug.

Der Autor

Johannes Götze ist verliebt. In den Fußball. Schon immer. Seit 2014 trägt er seinen Nachnamen mit noch mehr Stolz. Er schaut Spiele am liebsten allein und scheut Public Viewing. Wäre diesmal auch kälter als sonst. Seit 2014 ist er Redakteur bei torgranate.de und kümmert sich sonst vornehmlich um Amateurfußball, den er mehr liebt als den Kommerz ein paar Ligen weiter oben. Die FIFA mag er nicht. Einen Wettbewerb mit den besten Fußballern der Welt schon. Habt ihr Gedanken, die ihr mit dem Autor teilen wollt, schreibt ihm doch. Bei Facebook. Bei Instagram. Oder per Mail. johannes.goetze@torgranate.de.

Mutmacher für Johannes Götze: Jetzt gehen die K.-o.-Spiele los

Ich wünsche mir anderes: Kampfgeist. Entschlossenheit. Kimmich in der Viererkette. Götze in der Startelf. Noch ganz viele andere Dinge. Doch vor allem: Mut zu unpopulären Entscheidungen durch den Bundestrainer. Sei Hansi und nicht weiterhin Jogi! Mein Mutmacher: Immerhin gehen für Deutschland jetzt schon die K.-o.-Spiele los. Und da waren wir ja mal richtig gut. Früher.

Da war Jamal Musiala gefühlt noch nicht auf der Welt. Gestern ging ihm nicht alles so leicht von den Füßen, wie das der Bayern-Fan gewohnt ist. Kein Wunder, denn der Knabe ist 19 (!) Jahre jung. Das sollte nicht zuletzt der DFB und dessen Social-Media-Team akzeptieren. Denn ausgerechnet Musiala wählten sie für das Startelf-Bild der Deutschen auf Twitter aus. Der Hype um den Jungen ist doch groß genug. Noch mehr Last muss man ihm nicht auf die Schultern legen.

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