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„Flick sollte nicht an Füllkrug vorbeikommen“

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Von: Johannes Götze

Niclas Füllkrug
Nationalspieler Niclas Füllkrug nach dem Spiel gegen Spanien. © Luca Bruno/AP/dpa

An dieser Stelle wirft Torgranate-Redakteur Johannes Götze täglich seinen ganz persönlichen Blick auf die WM in seiner Kolumne „Mach ihn! Er macht ihn!“

Wer diese Kolumne aufmerksam und regelmäßig verfolgt, der muss denken: Der Götze hat Ahnung von Fußball. Orakelt der doch tatsächlich den 1:0-Sieg von Costa Rica gegen Japan. Ich kann Ihnen versichern: Reich würde ich mit regelmäßigem Wetten nicht. Im firmeninternen Tippspiel war genau dieses Spiel mein aller-erster Kopftreffer im Turnierverlauf. Ich bewege mich im unteren Mittelfeld und lag mit meinem 3:2-Tipp für Deutschland gestern Abend auch ziemlich daneben.

Johannes Götze zum DFB-Team: Flick kommt nicht an Füllkrug vorbei

Mein Problem bei solchen Dingen: Ich entscheide viel zu viel mit Herz und viel zu wenig mit Verstand. Aber immerhin hat dieser völlig unerwartete Kopftreffer ermöglicht, dass ich Ihnen heute noch nicht den Abgesang auf Neuer, Müller, Flick und Co. darbieten muss. Wahrscheinlich nicht mal am Donnerstag. Und geht es dann tatsächlich ins Achtelfinale, wird auch da kein ganz dicker Brocken warten. Belgien, Kroatien und Marokko stehen zur Auswahl – gänzlich überzeugt hat noch niemand von diesem Trio.

Torgranate-Redaktuer Johannes Götze.
Torgranate-Redaktuer Johannes Götze. © Max Dellemann / Heldenzeit

Und so bleibt Hansi Flick weiterhin Zeit, über einige grundlegende Dinge nachzudenken: Beispielsweise dringend über die Sturmbesetzung. Müller ist zweifelsfrei ein überaus verdienter Spieler im DFB-Trikot, hat nun aber schon dreieinhalb Turniere nicht mehr das Tor getroffen. Nicht 2016. Nicht 2018. Nicht 2021. Und diesmal natürlich ebenfalls (noch) nicht. Zweieinhalb Monate hatte er vor dem Turnier nicht gespielt, nun zweimal seine Chance vertan – die er nicht unbedingt verdient hatte. Und Gnabry? Ein Fremdkörper!

Jetzt aber sollte Flick nicht mehr an Füllkrug vorbeikommen. Er ist trotz seines Spitznamens mehr als ein Lückenfüller. Drei Abschlüsse sammelte er in Windeseile, sein Treffer war Spitzenklasse. Ein Mittelstürmer, der das Tor einfach wollte. Ihm an die Seite gehören selbstverständlich die beiden Vorbereiter: Sané war richtig stark – und Musiala ist einfach nicht mehr wegzudenken!

Der Autor

Johannes Götze ist verliebt. In den Fußball. Schon immer. Seit 2014 trägt er seinen Nachnamen mit noch mehr Stolz. Er schaut Spiele am liebsten allein und scheut Public Viewing. Wäre diesmal auch kälter als sonst. Seit 2014 ist er Redakteur bei torgranate.de und kümmert sich sonst vornehmlich um Amateurfußball, den er mehr liebt als den Kommerz ein paar Ligen weiter oben. Die FIFA mag er nicht. Einen Wettbewerb mit den besten Fußballern der Welt schon. Habt ihr Gedanken, die ihr mit dem Autor teilen wollt, schreibt ihm doch. Bei Facebook. Bei Instagram. Oder per Mail. johannes.goetze@torgranate.de.

Ein Mutmacher: Herz und Leidenschaft nahmen die Nationalspieler ganz im Sinne der „Sportfreunde Stiller“ in die Hand. Sie zeigten den eingeforderten Charakter, Wille und waren widerstandsfähig. Stark, wie die Spieler teils ungewohnte Rollen in einer extrem von Taktik geprägten Partie annahmen und kämpften. Selbst Müller, der sich zwischen den Innenverteidigern einen Wolf lief. Aber es braucht (viele) Tore am Donnerstag – und das wird auch der Bundestrainer wissen.

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