Ein Bild fürs Poesiealbum: Stefan Ohneiser (links) und Simon Grosch (rechts) feierten außergewöhnliche Comebacks – und die Rohdes Mario (Zweiter von links) und Julian spielten erstmals gemeinsam in einem Pflichtspiel.
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Ein Bild fürs Poesiealbum: Stefan Ohneiser (links) und Simon Grosch (rechts) feierten außergewöhnliche Comebacks – und die Rohdes Mario (Zweiter von links) und Julian spielten erstmals gemeinsam in einem Pflichtspiel.

Die Rohdes und der Ohneiser

Brüder-Premiere und Altherren-Bank

Dass der Hünfelder SV das Endspiel um den Kreispokal erreicht hat, war am Abend die kleinste Überraschung. Beeindruckender waren die Premieren beim HSV. Bei Kreisoberligist Dittlofrod/Körnbach gewann der Hessenligist deutlich mit 6:0 (2:0).

Denn zum Duell beim Kreisoberligisten Dittlofrod/Körnbach berief Coach Johannes Helmke aufgrund der angespannten Personalsituation und des Parallelspiels des Gruppenliga-Teams bei der SG Kerzell nicht nur sich selbst, sondern sogar den Sportlichen Leiter Mario Rohde und seinen Co-Trainer Simon Grosch in den Kader. 

Rohde spielt mit Rohde

Noch beeindruckender allerdings: Stefan Ohneiser lief erstmals nach seiner Rückkehr zum Hünfelder SV wieder in einem Punktspiel auf – und die Rückkehr ist fast drei Jahre her. Im Sommer 2019 kam der heute 37-Jährige vom TSV Bachrain, erlitt kurz darauf einen Kreuzbandriss und absolvierte nicht ein Spiel. Bis heute. „Stefan bringt sich vorbildlich in den Verein ein. Er ist bei der zweiten Mannschaft regelmäßig im Training dabei und hilft gerade den jungen Spielern unwahrscheinlich mit seiner positiven Art. Dass er uns hier in Dittlofrod ausgeholfen hat, obwohl es sein Körper eigentlich gar nicht mehr zulässt, spricht für ihn. Und dann macht er auch noch ein überragendes Spiel“, sagte Mario Rohde. 

Der 44-Jährige feierte ebenfalls Premiere: Erstmals überhaupt spielte er nach seiner Einwechslung gemeinsam mit seinem 13 Jahre jüngeren Bruder Julian, der Kapitän des HSV ist. Vater Klaus, steter Kiebitz, war überrascht, als er seine Söhne erstmals gemeinsam auf dem Platz sah. Er selbst hätte nicht ins Geschehen eingreifen können, da sein Pass auf Burghaun gemeldet und wahrscheinlich schon längst vernichtet ist. „Aber ich habe mal in einem Reservespiel mit Mario gespielt“, witzelte er. Lang ist‘s her.

Ohneiser mit blitzsauberer Leistung, Kornder stark

Das Spiel nahm den erwarteten Verlauf: Der Kreisoberligist wehrte sich nach Kräften, hatte aber letztlich nicht den Hauch einer Chance. Bitter, dass ein Strafstoß den Rückstand bringen musste, den Nikolai Kornder um ein Haar gegen Andre Vogt gar pariert hätte. Überhaupt verdiente sich Kornder Bestnoten: Eine Glanztat gegen Vogt vor der Pause und mehrere Flugeinlagen gegen Maximilian Fröhlich nach der Pause waren das Eintrittsgeld wert. Fröhlich schoss sich derweil für den Abstiegskampf warm, erzielte binnen einer Viertelstunde einen lupenreinen Hattrick.

Die Anekdoten hätte Levin Baumgart erweitern können: Er war mit einem tollen Freistoß am ehesten am Ehrentreffer gegen den Ex-Club dran, aber Fabian Brunner hielt glänzend. Das Endspiel bei A-Ligist Wölf ist noch nicht terminiert.

Die Statistik:

SG Dittlofrod/Körnbach: Kornder; Mihm, Kraus, Minich, J. Hofmann – Ramadani (69. M. Hofmann), Befort, Pabst, Baumgart, Lange – L. Käsmann.
Hünfelder SV: Brunner; Ohneiser (75. M. Rohde, 87. Grosch), Häuser, Witzel, Schilling – Alles, Zvekic – Vogt, J. Rohde, Krieger – Fröhlich.
Schiedsrichter: Justin Herbert (FSV Schwarzbach).
Zuschauer: 220.
Tore: 0:1 Andre Vogt (24., Foulelfmeter), 0:2 Julian Rohde (35.), 0:3, 0:4, 0:5 Maximilian Fröhlich (56., 59., 71.), 0:6 Andre Vogt (73.).

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