Fussball Regionalliga Suedwest, Offenbacher Kickers - TuS RW Koblenz
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Offenbachs Tunay Deniz sah für eine Tätlichkeit die Rote Karte.

Hessenpokal, Viertelfinale

Rudelbildung und Rote Karte: Kickers Offenbach müht sich gegen Fernwald weiter

Was für ein Drama! Hessenligist FSV Fernwald hatte Regionalligist Kickers Offenbach im Viertelfinale des Hessenpokals am Rande der Niederlage. In Unterzahl aber buchte der OFC das Halbfinale gegen den FSV Frankfurt. Mit 3:1 siegten die Kickers in der Verlängerung.

Eigentlich sprachen vielen Dinge für Fernwald. Zum einen agierten die Mittelhessen ab Minute 59 in Überzahl. Tunay Deniz hatte seinen Nerven nicht im Griff und sah die Rote Karte für ein Nachtreten gegen Brian Mukasa, der für das vorige Foulspiel Gelb sah. Eine Rudelbildung gab‘s inklusive. In der folgenden Unterzahl war lange Zeit nichts mehr vom OFC zu sehen. Doch der Regionalligist verfügt über genügend individuelle Klasse. Ex-Bundesligaspieler Philipp Hosiner beispielsweise, der für das 2:1 sorgte (109.), ehe ein Eigentor von Kevin Kaguah das Weiterkommen besiegelte (111.). Dass sich die Kickers noch mal aufrappelten und den Schock des Ausgleichs verdauten, spricht für die Moral der Truppe, wenngleich fußballerisch nicht alles auf dem Kunstrasen in Fernwald passte.

Es ist bitter, aber so ist der Fußball. Es überwiegt der Stolz.

Fernwalds Kapitän Nicolas Goncalves nach aufreibenden 120 Minuten

Denn in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit hatte der Favorit Glück und David Richter. Der Keeper kratzte einen Kopfball von Julian Bender von der Linie, der Nachschuss von Deniz Vural ging ans Außennetz. Die Belohnung für den aufopferungsvollen Kampf des Außenseiters war so nur der Applaus der rund 650 Zuschauer, verdient wäre der Sieg wohl zudem nicht gewesen. Denn Offenbach bestimmte bis zur Roten Karte das Treiben, der ehemalige Barockstädter Johannes Hofmann nutzte eine der wenigen Möglichkeiten zum Ausgleich, als er per Volley traf (77.).

Zuschauer kamen auf Temperatur

Hofmann war es, der früher im Spiel neben Mukasa aufs Tor feuerte. Ansonsten war die linke Seite des Regionalligisten stetiger Unruheherd. Davud Tuma wurde immer wieder freigespielt, seine Flanke fanden aber kaum einen Abnehmer. Nur in Minute 26: Matthias Fetsch köpfte am ersten Pfosten ein. In der Entstehung hatte Offenbach Glück, dass ein Diagionalball zu Tuma durchrutschte, ehe dieser an der Außenlinie seinen Gegenspieler vernaschte. Die Kickers – in der Sommervorbereitung siegte der OFC mit 7:1 in Fernwald – hatten die Kontrolle, wirklich die Luft anhalten musste der heimische Hessenligist aber nur bei Deniz‘ Freistoß an den Pfosten (43.). Zuvor stand Elsamed Ramaj bei seinem Treffer im Abseits (14.), Serkan Firat zielte hingegen zu zentral (31.).

Die Zuschauer, rund 200 Schlachtenbummler waren aus Offenbach angereist, kamen mit zunehmender Spieldauer auf Temperatur. Und wer weiß was los gewesen wäre, hätte Mica Hendrich das 2:1 am Anfang der Verlängerung erzielt. So aber stach der Favorit zu und ließ die OFC-Fans heiß laufen. Das hätte zuvor gerne schon Hosiner gemacht, dessen Tor zum vermeintlichen 2:1 wurde aber wegen Handspiels zurückgepfiffen (98.).

FSV-Kapitän Goncalves: „Neun von elf waren um 7 Uhr an der Arbeit“

„Es überwiegt der Respekt an unsere Mannschaft. Jeder Einzelne hat sich ein Lob verdient. Mit etwas Glück machen wir am Ende der regulären Spielzeit das 2:1 oder aber am Anfang der Verlängerung. Letztlich ging uns die Puste aus. Neun von elf Spielern aus der Startelf sind heute früh um 7 Uhr an die Arbeit. Das macht sich irgendwann bemerkbar“, schilderte Fernwalds Kapitän Nicolas Goncalves und ergänzte: „Die individuelle Klasse des OFC hat sich schließlich durchgesetzt. Wer 3:1 gewinnt, hat sich das verdient. Nach dem 1:1 in Überzahl hatte man schon im Kopf, dass vielleicht die Überraschung möglich ist. Ich gönne Offenbach aber den Hessenpokalsieg und wünsche ihnen, dass sie mal wieder den DFB-Pokal erreichen.“

Statistik

FSV Fernwald: Sahin; Burger (85. Dervishi), Goncalves, Dinler, Bender – Vural (91. Kaguah) – Mukasa (107. Okada), Hofmann, Hendrich, Freese (72. Markiewicz) – Richter.
Kickers Offenbach: Richter; Breitenbach, Zieleniecki, Okungbowa – Hermes, Deniz, Huseinbasic, Firat (75. Marcos), Tuma (96. Milde) – Ramaj (66. Bojaj), Fetsch (82. Hosiner).
Schiedsrichter: Alexander Wahl (TSV Laufdorf).
Zuschauer: 650.
Tore: 0:1 Mathias Fetsch (26.), 1:1 Johannes Hofmann (77.), 1:2 Philipp Hosiner (109.), 1:3 Kevin Kaguah (111., Eigentor).
Rote Karte: Tunay Deniz (Offenbach) wegen Nachtretens (59.).

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