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Unterwegs mit Brych, Kircher und Co.

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Von: Steffen Kollmann

Schiedsrichter-Betreuer Eberhard Wächtersbach
Eberhard Wächtersbach erhielt zum Abschied ein Trikot von Regionalliga-Referee Joshua Herbert. © Dieter Unterstab

Der TSV Künzell hat in der abgelaufenen Saison seinen langjährigen Schiedsrichterbetreuer Eberhard Wächtersbach verabschiedet – der in seiner Funktion schon eine Menge erlebt hat.

Bevor Eberhard Wächtersbach sein Hobby der Schiedsrichterbetreuung in der Saison 2007/2008 beim TSV Künzell übernahm, hatte er dieses Amt bereits 30 Jahre beim SC Borussia Fulda inne.

So erinnert er sich an die glorreichen Zeiten von Borussia Fulda, als der SCB in der Regionalliga spielte. Seinerzeit holte Wächtersbach die Schiedsrichter am Bahnhof in Fulda ab und machte persönliche Stadtrundfahrten, ehe er die Unparteiischen ins Stadion der Stadt Fulda brachte. Zahlreiche spätere Bundesliga-Schiedsrichter saßen in seinem Auto: Lutz Wagner, Peter Sippel, Knut Kircher und Dr. Felix Brych sind nur einige Namen dieser Referees.

Manfred Amerell: Beschwerde im Spielbericht wegen Flasche Sekt

Mit Manfred Amerell verbindet ihn eine besondere Anekdote. Zu Beginn seiner Zeit stand immer eine Flasche Sekt in der Kabine. Nach einem Eintrag im Spielbericht beschwerte sich Amerell darüber, und die Antwort von Wächtersbach ließ nicht lange auf sich warten, indem er einen schönen Gruß zurückschickte und schrieb, dass dieser den Sekt ja nicht hätte trinken müssen.

Mit der Borussia hatte er alle Höhen und Tiefen erlebt, ehe er das Amt 2007 schweren Herzens aus privaten Gründen niederlegte. Wächtersbach, der in Künzell wohnt, wurde kurze Zeit später vom damaligen Vorsitzenden Uwe Zink überzeugt, das Amt beim TSV fortzuführen.

Die neu gestaltete Schiedsrichterkabine, die 2007 während des Umbaus von Grund auf saniert worden war, war fortan sein Reich. Jeden Samstag war er am Sportplatz und kümmerte sich um die Sauberkeit der Kabine. Getränke und Süßigkeiten waren fester Bestandteil, um den Schiedsrichtern den Aufenthalt in Künzell so angenehm wie möglich zu machen. Es waren schöne Zeiten, an die sich Eberhard Wächtersbach gerne zurückerinnert. Mitunter kam es sogar vor, dass Schiedsrichter den Betreuer zu Hause abholten und mit zum Sportplatz nach Künzell nahmen.

In einer emotionalen Abschiedsfeier wurde Wächtersbachs Arbeit durch den TSV-Vorstand entsprechend gewürdigt. Nach mehr als 45 Jahren Schiedsrichterbetreuung war nun altersbedingt Schluss. Der Kreisschiedsrichterausschuss Hersfeld/Rotenburg verabschiedete sich in einem persönlichen Brief und dankte für die jahrelange erstklassige Betreuung. Höhepunkt des Abends war die Übergabe eines gewidmeten Schiedsrichtertrikots durch den Regionalliga-Referee Joshua Herbert.

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