Jürgen Kohler (links) und Daniel Steuernagel waren Gast in der Johannisau. Foto: Kevin Kremer
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Jürgen Kohler (links) und Daniel Steuernagel waren Gast in der Johannisau.

„1000-mal belogen“: SGB-Spitze gegen den HFV

Eine klare Angelegenheit auf dem Platz, zahlreiche Geschichten abseits des Rasens. Das 7:1 im Hessenliga-Topspiel zwischen Barockstadt und Alzenau stellte alle zufrieden – außer die, die es mit den Bayern hielten.

Auf der Tribüne hatten sich im Topspiel prominente Gäste die Ehre gegeben. Welt- und Europameister Jürgen Kohler verfolgte das Spiel im VIP-Bereich mit Daniel Steuernagel. Wie der ehemalige Coach von Kickers Offenbach und dem KFC Uerdingen erklärte, kennen sich beide von einer Benefiz-Veranstaltung. Und da Steuernagel seine Aktien am Transfer von Johannes Hofmann hatte – dessen Vater war Teil des Betreuerstabs in Steuernagels Zeit bei Watzenborn-Steinberg – ließ sich die SGB nicht lumpen und lud Steuernagel und Kohler, der nicht zum ersten Mal Gast in der Johannisau war, zu einem Heimspiel ein.

„Eigentlich wollten wir gegen Flieden kommen“, erzählte der frühere OFC-Trainer, dem es nun aber am Samstag besser passte. Er sollte seine Entscheidung nicht bereuen, zeigte sich schon in der Halbzeit beeindruckt von der Stärke der SGB und sah einen überzeugenden Auftritt eines ehemaligen Schützlings. Moritz Reinhard wurde erneut auf der Außenbahn aufgestellt, überzeugte mit seinem ersten Tor und zwei Vorlagen diesmal aber vollends. „Wahrscheinlich brauche ich noch ein halbes Jahr, bis ich mich ganz an diese Position gewöhnt habe“, musste der „Rhönbomber“ schmunzelnd gestehen. „Aber ich habe mich wohl gefühlt, bin gleich gut reingekommen. Wobei das Gegentor mein Fehler ist, da ich die Ecke unnötigerweise verursache.“

Überraschendes Fazit: Özbahar hätte mehr von SGB erwartet

Es sollte nicht weiter ins Gewicht fallen, denn schon nach 45 Minuten war beim Stand von 4:1 die Messe gelesen. Und Stadionsprecher Rainer Martiker erlaubte es sich, im Auftrag der Fans ein ganz besonderes Lied für die Belustigung der Zuschauer auszuwählen: „Du hast mich 1000-mal belogen“ von Andrea Berg tönte aus den Lautsprechern, Martiker schickte stellvertretend liebe Grüße an den Hessischen Fußball-Verband. Die Vorgeschichte ist bekannt: Der HFV sprach sich vor einigen Monaten in einer Gesellschafterversammlung gegen einen Aufstieg der Barockstadt in die Regionalliga aus, obwohl er vorher angekündigt hatte, den Verein unterstützen zu wollen – nur dadurch spielt die SGB noch immer in der Hessenliga.

Dass die Fuldaer in dieser Saison vermutlich schon die Qualität für die Regionalliga hätte, da waren sich wohl alle Zuschauer im gut gefüllten Stadion einig. Überraschenderweise sagte Alzenaus Trainer Murat Özbahar aber im Anschluss des Spiels, dass Barockstadt für ihn nicht unbedingt der Topfavorit auf den Aufstieg sei. „Nach einem 7:1 ist es vermutlich hart, so etwas zu sagen, aber ich habe von Barockstadt ein bisschen mehr erwartet. Gerade, was den Spielaufbau anbelangt. Die ersten 30 Minuten waren wir absolut auf Augenhöhe“, lautete Özbahars Fazit.

Seine Elf traf es besonders hart, dass Trainerkollege Peter Sprung auf dem Platz bereits nach acht Minuten ausgeknockt wurde. Er bekam den Ball voll ins Gesicht, blutete am Kinn und musste sogar von den Sanitätern behandelt werden. Ein zweiter, von SGB-Physiotherapeut Michael Franz verpasster blauer Turban rund um den Kopf hielt immerhin so lange, dass der 42-Jährige bis zur 54.Minute durchspielen konnte.

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