Richtig was los war am Fliedener Weiher, als Hessen Kassel zu Gast war. Spiele gegen Eintracht Frankfurts U23 dürften ebenfalls Hochrisikospiele werden.
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Richtig was los war am Fliedener Weiher, als Hessen Kassel zu Gast war. Spiele gegen Eintracht Frankfurts U23 dürften ebenfalls Hochrisikospiele werden.

Eintrachts U23 und die Folgen

Absteiger, Sicherheit und ein „Geschmäckle“

Die Ankündigung, dass Eintracht Frankfurt eine U23 in der Hessenliga melden will und Hessen Dreieich seine Mannschaft aus besagter Klasse zurückziehen will, hat große Wellen geschlagen. Es gibt aber noch einige offene Fragen.

Die meisten Hessenligisten, die sich gegenüber den Eintracht-Plänen zunächst einmal skeptisch gezeigt haben, dürften im Laufe der informellen Sitzung am Dienstagabend schnell entschädigt worden sein. Die SGE wird keiner Mannschaft einen Platz in der Liga wegnehmen, da Hessen Dreieich seinen Rückzug zur neuen Saison zeitnah beschließen möchte. Dies wird voraussichtlich vor dem 15. Mai passieren, so dass die Maximal-Absteigerzahl von sechs auf fünf angepasst wird. „Wenn es so kommen sollte, wäre das für uns natürlich positiv“, betont Frank Happ, Zweiter Vorsitzender des abstiegsgefährdeten SV Flieden.

Doch bei Happ tauchten direkt sicherheitsbedingte Fragen auf, da die Buchonia in der Vergangenheit schon vor Probleme gestellt wurde. Im Mai 2005 war die Frankfurter Reserve mit Spielern wie Marco Russ und Benjamin Köhler in Flieden zu Gast, als die Bundesligisten in der Länderspielpause waren. Viele Gästefans – auch aus der Kategorie C, die „Gewalt suchenden“ Stadionbesucher – wurden erwartet, ein riesiges Polizeiaufgebot inklusive Pferdestaffeln sollte für die Sicherheit sorgen. Bloß: Diese Fans kamen nicht, der Polizeieinsatz konnte kurz nach Spielbeginn beendet werden.

„Ich vermute, dass jedes Spiel gegen Frankfurts U23 ein Hochrisikospiel sein wird. Die Eintracht ist ein Zugpferd, es besteht ein höheres Zuschauerpotenzial als gegen andere Rhein-Main-Vereine. Aber die Frage ist: Fängt sich das finanziell auf? Gegen Hessen Kassel haben wir gesehen, dass es nur mit ehrenamtlichen Ordnern schwer wird. Da müsste man vielleicht das Gespräch mit der Eintracht suchen, ob es nicht eventuell zu einer finanziellen Kompensation für den Mehraufwand kommen könnte“, gibt Happ zu bedenken.

Offenbach zieht nach – andere auch?

Zunächst einmal muss der Verbandsspielausschuss aber noch sein „Go“ geben, dass die neugegründete Mannschaft wirklich in der Hessenliga starten darf. Teil der zwölfköpfigen Delegation ist Tom Balser, Sportlicher Leiter des SV Zeilsheim und von den Hessenligisten gewählter Sprecher, der in den nächsten Tagen die Meinung aller Vereine abfragen möchte: „Ich werde so abstimmen, wie sich die Mehrzahl der Hessenligisten entscheidet“, klärt der 65-Jährige auf.

Balser sieht einen wahrscheinlichen Frankfurter Einstieg als „Bereicherung, da die Mannschaft voraussichtlich ganz vorne mitspielen wird“. Einen Konkurrenzgedanken aufgrund der geographischen Nähe fürchtet der Zeilsheimer Sportliche Leiter nicht, gibt aber etwas anderes zu bedenken: „Unser Problem ist, dass wir 22 Mannschaften in der Liga haben, aber auf eine Richtzahl von 18 kommen wollen. Wie viele Jahre wollen wir sechs Vereine absteigen lassen, um auf diese Zahl zu kommen?“, fragt sich Balser. Wenn nur ein hessischer Verein aus der Regionalliga absteigt, der Hessenliga-Zweite in den Aufstiegsspielen scheitert und Frankfurt II in der Hessenliga spielt, würden 20 Teams übrig bleiben.

Sebastian Möller, Manager des Aufstiegskandidaten SG Barockstadt, sieht zudem noch ein anderes Problem: „Das Vorhaben der Frankfurter ist absolut nachvollziehbar und sicher der richtige Weg für den Verein, bringt aber auch einige Fragen mit sich. Zum Beispiel, wie reagieren die anderen möglicherweise betroffenen höherklassigen Vereine? Haben wir demnächst vielleicht noch ein oder zwei Mannschaften, die eingruppiert werden müssen?“

Aufgrund der Spielordnungs-Änderung des Verbandes hat Kickers Offenbach bereits angekündigt, ebenfalls wieder eine zweite Mannschaft gründen zu wollen. Die Verbandsliga scheint die bevorzugte Liga. Weitere Vereine wie Darmstadt 98 oder Wehen Wiesbaden könnten nachziehen. Ein „Geschmäckle“ entsteht, da die sportliche Qualifikation keine Rolle mehr spielt und allein der Verband über die passende Eingruppierung entscheidet. Zumindest der SVD müsste noch eine Hürde nehmen, da die derzeitige Reserve, eine Fan-Truppe, in der D-Liga spielt.

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