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Alex Reith: Vorbild und Respektsperson

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Von: Johannes Götze

Der SV Steinbach hat unter der Woche den Heimfluch auf fremdem Terrain gebrochen – und versucht nun direkt eine Tugend daraus zu machen. Am Samstag (14 Uhr) nämlich spielt der SVS erneut in Eiterfeld.

Zweimal in Lehnerz, einmal in Hünfeld. Dreimal hatte es der SVS in den vergangenen Jahren bei Heimspielen im Zwangsexil versucht und verlor jedes Mal. Am Dienstag wich der SVS erstmals auf den Kunstrasen in Eiterfeld aus – und siehe da: mit Erfolg! Und so wurden am Mittwoch direkt neue Verträge mit der Nachbarschaft geschlossen, auch das letzte Heimspiel in diesem höchst erfolgreichen Kalenderjahr findet in Eiterfeld statt. Gegner ist TuS Dietkirchen. 

Alex Reith: Vorbild und Respektsperson

Anfang des Jahres war Steinbach abgeschrieben. Von allen. Doch mit einer sagenhaften Rückrunde hielt der SVS schon vorzeitig die Klasse. Und im Sommer? Wurde Petr Paliatkas Team schon wieder zu den „todsicheren“ Absteigern gezählt. Doch: Pustekuchen! Der SVS hat trotz ständiger akuter Personalnot eine bis jetzt formidable Serie über allen Erwartungen gespielt. 

„Im Sommer hätte ich den Verlauf unterschrieben. Natürlich. Aber jetzt muss ich ehrlicherweise sagen, dass wir mit einer nur etwas besseren Personalsituation sogar vier, fünf Punkte mehr hätten holen können“, sagt Paliatka, der sogar mal selbst ran musste und dessen Team mehr Spiele gewonnen als verloren hat. Der SVS liegt gerade mal vier Pünktchen hinter Vorjahres-Vize Eintracht Stadtallendorf.

Herausragend sind mehrere Faktoren: In allererster Linie aber die Tatsache, dass beinahe alle Spieler ihre Rolle im Team annehmen – auch wenn sie mal auf ihnen fremden Positionen im angestammten 3-5-2 agieren müssen. Beste Beispiele sind die Stürmer Petr Kvaca und Petr Paliatka jr., die regelmäßig auf der Sechs oder der rechten Schiene spielen. Herausragender Spieler der vergangenen Wochen ist Spielmacher Alexander Reith, der nach seinem Doppelpack am Dienstag gegen Bayern Alzenau (3:1-Sieg) nun bereits bei acht Treffern steht und die interne Liste anführt.

Alex hat einen riesigen Anteil, dass es bei Steinbach so gut läuft.

Petr Paliatka

Reith, 32-jähriger ehemaliger deutscher Junioren-Nationalspieler, war nach seiner Demission in Hünfeld im Sommer vereinslos, hatte lange keine Spielpraxis gesammelt – und bestätigt nun die in ihn gesetzten Hoffnungen: „Alex hat sich super entwickelt. Er ist ein Typ wie ich. Wir akzeptieren und schätzen uns sehr, denken den Fußball gleich und tauschen uns ganz oft aus“, sagt Palitaka, der regelrecht schwärmt: „Wie gut er Fußball spielen kann, weiß jeder. Wie er sich aber für die Mannschaft den Arsch aufreißt, viel für seinen Körper macht, permanent im Spiel und Training Vollgas gibt und nach hinten arbeitet, ist herausragend. Er ist ein Vorbild und eine Respektsperson für die jungen Spieler, die sich von ihm, Petr Kvaca oder Fabian Wiegand eine Menge abschauen können. Alex hat einen riesigen Anteil, dass es so gut läuft.“ 

Gegen Dietkirchen soll nun ein fantastisches Kalenderjahr gekrönt werden. Dabei hofft Paliatka wieder auf Max Stadler und Luca Uth zurückgreifen zu können. Beide Offensivkräfte sollen zumindest einen Platz im ausgedünnten Kader finden. Und anschließend soll in Eiterfeld gefeiert werden, dem für den Moment liebsten Zwangsexil.

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