1. torgranate
  2. Hessenliga

Auf den Schockmoment folgen grenzwertige Lichtverhältnisse

Erstellt: Aktualisiert:

Christian Lüllig und der FC Eddersheim holten einen Punkt bei Bayern Alzenau.
Christian Lüllig und der FC Eddersheim holten einen Punkt bei Bayern Alzenau. © Charlie Rolff

Bayern Alzenau und der FC Eddersheim lieferten sich in der Hessenliga am frühen Dienstagabend ein Spiel, das unabhängig vom 2:2 (0:1)-Unentschieden aufgrund mehrerer Gesichtspunkte noch etwas in Erinnerung bleiben dürfte.

Da war zum einem die frühe Anstoßzeit um 18 Uhr. Aufgrund des fehlenden Flutlichts in der Main-Echo-Arena war dies unumgänglich, um nicht auf den größeren Rasenplatz nebenan ausweichen zu müssen. Letztlich wurde die Begegnung sogar schon um 17.58 Uhr von Schiedsrichter Emil Schwarz angepfiffen. Da war zum anderen die tragische Verletzung von Alzenaus erst kürzlich aus der U19 des SSV Ulm verpflichteten Offensivspielers Nikola Duborija. Der Kroate kam im Strafraum zu Fall und zog sich ohne Fremdeinwirkung einen Schien-und Wadenbeinbruch zu. Zunächst lief das Spiel weiter, während dem Spieler Erste Hilfe geleistet wurde. Als dann der Krankenwagen eintraf, wurde der Spieler direkt an der Eckfahne behandelt, sodass es zu einer Unterbrechung von etwas mehr als zehn Minuten kam. Nach diesem Schockmoment gab es da noch das Problem mit der anbrechenden Dunkelheit. Dunkle Regenwolken zogen auf, garniert mit vereinzelten Blitzen und es wurde ja noch eine Nachspielzeit von 15 Minuten in Durchgang eins drangehängt. (Lest hier: Duborijas Verletzung mit Bildbeweis)
 
Kurz vor dem Beginn der Overtime ging Eddersheim durch Stürmer Nils Kohlbacher in Führung, der nach einem Alzenauer Ballverlust über die linke Seite kam und überlegt FCB-Torhüter Daniel Endres überwand (43.). Schon in den Extraminuten reklamieren die Gastgeber mit aller Vehemenz nach einem Direktschuss von Serkan Pancar Handelfmeter. Dies zog am Spielfeldrand heftige Diskussionen zwischen den Trainern Angelo Barletta und Christian Lüllig nach sich, für die beide Übungsleiter die Gelbe Karten sahen. Später - kurz vor dem Beginn der Pressekonferenz - setzte sich das Streitgespräch nahtlos fort. In der Halbzeit bestanden starke Zweifel, ob die Partie auf diesem Platz regulär beendet werden könnte. Durch den Regen wurde es nämlich immer dunkler. Die Unterfranken schalteten kurzerhand sämtliche Flutlichter der Nachbarplätze an, der Schiedsrichter akzeptierte das. Bei grenzwertigen Lichtverhältnissen erhöhte Eddersheim durch Kohlbachers zweiten Treffer per Konter auf 2:0 (55.).

Lüllig nach Trainerzwist: „Sind beide unserer Vorbildfunktion nicht nachgekommen“

Alzenau zeigte aber Moral und verkürzte nach einer Ecke per Kopf durch Lukas Fecher (63.). Kurz danach hätte der eingewechselte Maximilian Hacker sogar ausgleichen können. Durch die Gelb-Rote Karte gegen Danilo Milosevic (68.) musste Alzenau fortan in Unterzahl agieren. Der eingewechselte Farid Affo hatte kurz vor Schluss die Entscheidung für Eddersheim auf dem Fuß, stattdessen köpfte Paul Seikel in der 90. Minute zum 2:2 ein und sorgte für Riesenjubel bei den Mainfranken. Hinterher hatten sich die Gemüter noch nicht abgekühlt. Lüllig begann seine Ausführungen aber fairerweise so: „Bei aller Emotionalität muss man nach dem Spiel runter fahren. Deswegen meine besten Genesungswünsche an den schwer verletzten Spieler. So eine traurige Situation will keiner sehen.“ Überleitend zum Spiel sagte de FCE-Coach: „Wir haben ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht, hatten mehr Chancen in der ersten Halbzeit. Alzenau war mit Standards brandgefährlich. Nach dem 2:0 haben wir es verpasst, den Sack zuzumachen. In Überzahl waren wir nicht clever genug, das Spiel runter zu spielen. So haben wir uns in einem bärenstarken Auswärtsspiel nicht belohnt.“
 
Barletta betonte, das Ergebnis sei sekundär. „Mir tut es unheimlich leid für Nikola, der extra von Offenbach nach Ulm wechselte für seinen Traum vom Fußballer. In allerletzter Sekunde kam er zu uns und dann passiert sowas.“ Barletta fuhr fort: „Wir mussten das abschütteln und den Fokus reinbekommen, um als Mannschaft zu agieren. Ich finde die Moral toll, wir haben alles für das 2:2 gegeben. Trotzdem bin ich nicht zufrieden, denn ich will gewinnen und heute war ein Sieg drin.“ Zum Trainerstreit gab es noch folgende Bemerkung. Lüllig stellte dar: „ Es wurde vehement Elfmeter gefordert, dann gab es Worte von Trainer Barletta in Richtung meines Spielers. Ich habe mich eingemischt, da sind Emotionen hochgekocht. Nach dem Spiel muss man das aber abhaken und runter fahren. Jedoch haben wir als Trainer eine Vorbildfunktion, dieser sind wir bei dieser Szene beide nicht nachgekommen.“

FC Bayern Alzenau: Endres; Pancar, Topic, Milosevic, Bhatti (62. Seikel) - Alexander (57. Aul), Cetin (54. Hacker) - Makey, Duborija (21. Stanojevic/46. Darwiche), Crnomut - Fecher.
FC Eddersheim: Zeaiter; Schmitt, Lang, Finger, Speck (67. Affo) - Schur (46. Lüders), Kummer - Scholl, Hille, Demirbas (88. Rottenau) - Kohlbacher.
Schiedsrichter: Emil Schwarz (SG Bruchköbel).
Zuschauer: 338.
Tore: 0:1 Nils Kohlbacher (43.), 0:2 Nils Kohlbacher (55.), 1:2 Lukas Fecher (63.), 2:2 Paul Seikel (90.).
Gelb-Rote Karte: Danilo Milosevic (Alzenau, 68.).

Auch interessant