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Zehn Finalspiele bis zur Regionalliga

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Von: Tino Weingarten

SG Barockstadt gegen Eintracht Stadtallendorf, Tolga Duran, Muhamet Arifi, Schiedsrichter Steffen Rabe
Im Duell um den ersten Platz muss die SG Barockstadt (links mit Tolga Duran) gegen Eintracht Stadtallendorf um Muhamet Arifi auf Schützenhilfe angewiesen sein. © Charlie Rolff

Nachdem die Hessenliga-Abstiegsrunde in der vergangenen Woche ihren Startschuss erlebte, dürfen die Teams der Aufstiegsrunde an diesem Wochenende eingreifen.

In der Rolle des Jägers wird die SG Barockstadt in die Play-offs gehen. Stadtallendorf ist vier Punkte entfernt, Eddersheim hat das bessere Torverhältnis. Mindestens Platz zwei soll es werden, um die Regionalliga-Hoffnungen zu wahren. „Wir müssen die zehn Spiele angehen, als ob es ein Finale wäre. Die Jungs müssen alles rausfeuern, was sie haben. Körperlich, mental, fußballerisch. Wenn das gelingt, dann schaffen wir das auch“, zeigt Barockstadts Trainer Sedat Gören große Zuversicht.

Auf einen abschließenden Test zwischen dem Pokalspiel gegen Erlensee und dem Auftakt bei Hessen Dreieich (Samstag, 15 Uhr) verzichtete Gören. „Es liegen acht Wochen Vorbereitung hinter uns. Die Möglichkeit war gegeben, den Jungs eine Pause zu gönnen“, sagt der 50-Jährige. Bis auf die Langzeitausfälle Markus Gröger und Patrick Schaaf sowie Jan Vogel, der sich zumindest wieder im Aufbautraining befindet, kann Gören auf alle Spieler bauen.

Diskussionen um Dreieich für Barockstadt-Trainer Sedat Gören kein Thema

Für viele gilt Dreieich als Mannschaft, die um die beiden ersten Plätze spielen kann. Das Prozedere um die Eingliederung von Eintracht Frankfurt II in die Hessenliga sowie dem damit verbundenen Rückzug aus der fünften Liga von Hessen Dreieich lassen die Mannschaft von Taner Yalcin etwas wie eine Wundertüte daherkommen. Randerscheinungen für Gören: „Das sind alles gute Fußballer, die haben Qualität ohne Ende. Die wollen es nochmal allen beweisen.“

Neben dem TuS Dietkirchen und dem 1. FC Erlensee hätten vor der Saison wenige Experten den SV Neuhof in der Aufstiegsrunde gesehen. „Eine wunderschöne Situation“, sagt SVN-Trainer Alexander Bär. „Wir haben unser Ziel erreicht und können tiefenentspannt in die Spiele gehen. Unser Ziel ist es zu schauen, wie weit wir uns verbessern können.“ Vor der Winterpause habe seine Mannschaft ein gutes Level gehabt. Mit Sasha Diakiese, Akif Kovac und Eric Ganime haben jedoch drei Stammspieler den Verein verlassen. „Da wollen wir wieder hinkommen“, betont Bär.

Bei 2,30 Euro für den Diesel fahre ich nicht 18 Leute spazieren, um in Eddersheim zu verlieren.

Alexander Bär

Elf Testspiele absolvierte Neuhof in der Wintervorbereitung. Weil die Trainingsbedingungen mit schlammigen oder unter Wasser stehenden Plätzen schlecht waren. Zwei Tage vor dem Start in Eddersheim (Sonntag, 15 Uhr) sieht Bär sein Team vorbereitet. „Die 18 Spieler, die mit nach Eddersheim fahren, haben das Niveau, eine gute Rolle in der Aufstiegsrunde zu spielen“, versichert Neuhofs Trainer und fügt an: „Bei 2,30 Euro für den Diesel fahre ich nicht 18 Leute spazieren, um in Eddersheim zu verlieren.“

Zurück in Neuhof sind zudem zwei Gesichter, die schon einmal für den SVN aktiv waren - mehr oder weniger. Mehr Gjorgji Zarevski, der von 2017 bis 2020 die Schuhe für Neuhof schnürte, mit dem Verein in die Hessenliga aufstieg und nach seinem Aus in Sickels zurück ist. Weniger Dalibor Pandza, der im Sommer aus Bad Vilbel kam, wenige Wochen später aber wieder zum Hanauer SC weiterzog. „Beide waren frei und sind erfahrene Spieler. Sie können uns hinten raus helfen, sind aber für den Kader am Wochenende kein Thema. Dafür ist der Trainingsrückstand zu groß“, sagt Bär.

Spitzenteams wie Stadtallendorf unter enormem Druck

Als Spitzenreiter geht Eintracht Stadtallendorf in die letzten neun Spiele. Vier Punkte beträgt der Vorsprung der Mannschaft von Trainer Dragan Sicaja. Mit dem Auswärtsspiel beim SC Waldgirmes (Samstag, 15 Uhr) beginnt die Mission Regionalliga-Rückkehr. „Dieses Polster kannst du schnell gewinnen, du kannst es aber auch schnell wieder verlieren. Jetzt kommt es auf Erfahrung und Disziplin an“, sagt Sicaja. Der Druck werde für die Mannschaften, die aufsteigen wollen, immer größer: „Es sind noch zehn Spiele. Wer stärker ist oder nicht, interessiert nicht. Nur die Punkte zählen.“

Dragan Sicaja, Trainer von Eintracht Stadtallendorf
Dragan Sicaja kennt mit Stadtallendorf nur eine Richtung. © Charlie Rolff

Gegner Waldgirmes sei, so Sicaja, nicht Dritter geworden, weil sie eine überragende Mannschaft hätten, sondern weil eine andere für den Fußball wichtige Komponente stimmt: „Waldgirmes lebt vom Zusammenhalt. Das ist eine richtige Mannschaft und es wird für uns sehr schwierig werden.“ Die Freundschafts- und Pokalspiele gewann Stadtallendorf in der Vorbereitung allesamt. Es scheint, dass der Tabellenführer seine Form über die Winterpause nicht verloren hat. Schlechte Nachrichten für die Teams von Platz zwei bis sieben, die nur zwei Punkte trennt.

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