Petr Paliatka erlebte gewiss schon bessere Vorbereitungen mit dem SV Steinbach. Zu viel interpretiert er allerdings nicht in diese hinein. Foto: Kevin Kremer
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Petr Paliatka erlebte gewiss schon bessere Vorbereitungen mit dem SV Steinbach. Zu viel interpretiert er allerdings nicht in diese hinein.

Bagus vor Debüt

Sonst gibt die Hessenliga den Takt vor, beginnt mit ihrer Saison eine Woche vor dem Rest. Nun ist es andersherum. Aus guten Gründen, denn mit Bayern Alzenau und Eintracht Stadtallendorf sind zwei Teams aus der Regionalliga in Hessens höchste Klasse abgestiegen, denen ebenfalls eine vernünftige Vorbereitung ermöglicht werden musste.

Und so holen sich die Hessenligsiten am Wochenende ihre letzte Standortbestimmung nach einer so noch nie dagewesenen Vorbereitung. Verletzungen, Urlaube, Impfungen, falsche Belastungssteuerung nach langer Pause. Die Gründe, weshalb es fast nirgends annähernd nach Plan lief, sind vielfältig.

Hünfeld und Steinbach „testen“ im letzten Spiel unter Wettkampfbedingungen: Das Kreispokal-Viertelfinale spielen die Ligakontrahenten noch vor Saisonstart am Samstag (15 Uhr) in Hünfeld weg. Steinbach ist Titelverteidiger, auch weil Hünfeld vor einigen Wochen zum Viertelfinale der Vorsaison nicht antrat – für den Hessenpokal der neuen Saison war der HSV bereits qualifiziert.

„Dass die Ergebnisse in der Vorbereitung nicht so toll waren, ist ja nichts Neues für uns. Da setzen wir den Fokus manchmal anders, lassen Spieler auf anderen Positionen spielen“, sagt Steinbachs Trainer Petr Paliatka. Doch das ist nun alles Makulatur: „Der Fokus liegt natürlich auf dem Saisonstart, aber wir werden das Pokalspiel angehen wie ein Ligaspiel und wollen natürlich weiterkommen.“ Nur beim Personal hapert es: Abwehrchef Lukas Hildenbrand und Petr Kvaca sind nach kleineren Verletzungen erst wieder ins Training eingestiegen, andere Spieler haben nach verpassten Einheiten Rückstand. „Ich will und werde kein Risiko eingehen“, sagt Paliatka. Die Augen werden sich derweil auf Philipp Bagus richten: Der Torwart, dessen Wechsel von der SG Barockstadt in den Mühlengrund Wellen geschlagen hatte, wird sein Debüt geben. Vieles, fast alles deutet daraufhin, dass er die neue Nummer eins wird.

Gar nicht ins Rollen kam Buchonia Flieden. Die zahlreichen kurzfristigen Absagen nahm Trainer Bardo Hirsch zuletzt mit Humor und ist doch froh, dass zuletzt am Mittwoch in Gelnhausen (5:1-Sieg) und nun am Samstag (16 Uhr) beim VfB Oberndorf doch noch zwei Spiele stattfinden können. Es ist im vierten Testspiel der dritte Gruppenligist als Gegner. Ob Flieden vor dem ersten Saisonspiel bei der SG Barockstadt tatsächlich ideal auf die vermeintlich höchste Hürde in der Nord-Staffel eingestellt sein wird?

Die Barockstädter haben als der am professionellsten aufgestellte osthessische Hessenligist die im Quervergleich beste Vorbereitung absolviert. Gegen drei Regionalligisten setzte es nur eine Niederlage. Die Mannschaft ist breit aufgestellt, der lange fehlende Kapitän Patrick Schaaf ist pünktlich wieder an Bord – und mit Rot-Weiss Walldorf wird zum Ende der Vorbereitung ein Top-Hessenligist aus der Parallelstaffel am Samstag (14 Uhr) auf dem B-Feld in der Johannisau seine Visitenkarte abgeben. Der SV Neuhof testet zum Abschluss gegen den SC 1960 Hanau – und damit einem ambitionierten Süd-Verbandsligisten.