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Brauburger, Brauburger, Brauburger, Brauburger und noch mal Brauburger

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2021 Maximilian Brauburger Bayern Alzenau Fußball Freude
Maximilian Brauburger erlebte beim SV Zeilsheim das Spiel seines Lebens: Er traf fünfmal beim 6:3-Sieg seines FC Bayern Alzenau. © Ralph Kraus

Viel wurde vor der Begegnung geschrieben, am Ende war nur noch ein Mann Thema: Alzenaus Maximilian Brauburger gelang beim 6:3 (1:1)-Sieg im nach der Pause teils vogelwilden Nachholspiel der Hessenliga-Abstiegsrunde beim SV Zeilsheim ein Fünferpack.

Erstmals trafen beide Vereine in einem Meisterschaftsspiel aufeinander. Die Gastgeber gingen nach 18 Tagen Spielpause hochmotiviert in die Begegnung, zahlreiche Spieler waren aber nicht richtig fit und gingen coronabedingt geschwächt in die Partie. Im ersten Abschnitt lief das Spiel noch in geordneten Bahnen ab. Die erste Chance hatte Alzenau, als Lukas Fecher aus der Distanz die Latte traf (9.). Auf der Gegenseite war dann Josef Sultani nach einem Einwurf zur Stelle und brachte die Hausherren in Führung (13.).

Beide Trainer waren an der Seitenlinie sehr engagiert, besonders Zeilsheims Max Martin coachte lautstark, aber auch vom im Frankfurter Stadtteil aufgrund seiner Aussagen im Vorfeld in Ungnade gefallenen Alzenauer Coach Angelo Barletta war einiges zu hören. Unter die 207 Zuschauer hatten sich auch die Hessenliga-Trainer Artur Lemm (RW Walldorf), Christian Lüllig (FC Eddersheim) und Kreso Ljubicic (Hanau 93) gemischt. 

Sie beobachteten, wie es Zeilsheim mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch lange richtig gut machte. Mit dem Halbzeitpfiff kamen die Gäste jedoch zum Ausgleich, der aus heimischer Sicht ärgerlich war. Ein Foul im Mittelfeld wurde nicht abgepfiffen, stattdessen konterten die Unterfranken schnell in die andere Richtung. Marcus Alexander bediente Stürmer Maximilian Brauburger, der seinen ersten Treffer des Abends markierte (45.). Nach dem Seitenwechsel hatte Zeilsheim mit dem wendigen Emin Aykir noch einmal eine gute Aktion, doch mit einem Doppelschlag des sträflich vernachlässigten Brauburger schlug das Pendel schnell Richtung Alzenau. 

Wir haben es Brauburger zu einfach gemacht.

Peter Strauch, SVZ-Vorsitzender

Jeweils über die rechte Seite kommend konnte der ehemalige Vilbeler den Zeilsheimer Torhüter Dominik Reining gleich zweimal überwinden (53./56.). Es stand 3:1 für die Gäste und für Zeilsheims Ersten Vorsitzenden Peter Strauch waren dafür „kapitale Fehler im Mittelfeld“ verantwortlich. „Wir haben zu früh aufgemacht, waren danach anfällig für Konter“, betonte Strauch. Der 22-jährige Brauburger war auch in der Folge nicht zu halten und erhöhte in der 74. Minute auf 4:1. „Wir haben es Brauburger zu einfach gemacht, am Ende hat einfach auch die Kraft gefehlt“, meinte Strauch. In der Schlussphase fiel dann ein Tor nach dem anderen. Erst verkürzte Sultani mit einem Distanzschuss auf 2:4 (82.), dann gab es einen Foulelfmeter für Alzenau, den Saher Bhatti verwandelte (85.). 

Postwendend unterlief dem Alzenauer Serkan Pancar ein Eigentor (86.), ehe Brauburger mit dem Schlusspfff seinen Wahnsinnsauftritt mit Treffer Nummer fünf krönte (90./+4). Alzenaus Trainer Angelo Barletta befand, dass „es eine Leistungssteigerung gegenüber dem Bad Vilbel-Spiel war. Nach dem Rückstand haben wir etwas den Faden verloren. Dank des Schwungs in der zweiten Halbzeit haben wir aber verdient gewonnen.“ Barletta bezeichnete das Ergebnis als „typisches Kunstrasen-Ergebnis. So geht das Spiel auf einem Rasenplatz wohl nicht aus.“ Und während Zeilsheim nun schweren Zeiten entgegen geht, dürfte Alzenau bald mit der Abstiegsfrage nichts mehr zu tun haben. 

Statistik

SV Zeilsheim: Reining; Samardzic, Pitas, Fujiwara (69. Grigorian), Auer (64. Tiago) – Hagley, Tesfaldet, Sultani, Aykir (64. Maingad) – Gürsoy, Pandza.
FC Bayern Alzenau: Wolpert; Pancar, Topic, Wilke, Bhatti – Alexander (80. Grünewald), Alessandro (78. Tyrokomos), Hodja, Baumann (86. Heptazeler) – Brauburger, Fecher.   
Schiedsrichter: Alessandro Scotece (Rot-Weiss Walldorf).
Zuschauer: 207.
Tore: 1:0 Josef Sultani (13.), 1:1, 1:2, 1:3, 1:4 Maximilian Brauburger (45./53./56./74.), 2:4 Josef Sultani (82.), 2:5 Saher Bhatti (85./Foulelfmeter), 3:5 Serkan Pancar (86./Eigentor), 3:6 Maximilian Brauburger (90./+4). 

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