Robin Dankhof blickt Richtung Sensation. Mit dem TuS Dietkirchen gelang dem derzeitigen Kapitän ein irres Finish in der Hessenliga. Foto: TuS Dietkirchen, Christiane Schmidt-Franz
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Robin Dankhof blickt Richtung Sensation. Mit dem TuS Dietkirchen gelang dem derzeitigen Kapitän ein irres Finish in der Hessenliga.

Beim Feiern verließen sie die Kräfte

Noch am 25. November, also drei Spieltage vor Ende der Qualifikationsrunde, schrieb torgranate.de, dass es einem Sechser im Lotto gleichkäme, sollte der TuS Dietkirchen noch die Hessenliga-Play-offs erreichen. Am vergangenen Samstag zog der Club die sechste Zahl aus dem Topf der 49 Kugeln. Eine nicht für möglich gehaltene Aufholjagd.

Die Rechnung war einfach: Dietkirchen benötigte drei Siege, die Konkurrenten mussten patzen. Und weil Walldorf, Zeilsheim und Griesheim das taten, steht nun der Limburger Club auf Rang fünf und darf sich nach der Winterpause mit Stadtallendorf, Barockstadt, Erlensee, Fernwald und Neuhof messen. Eine vor drei Wochen nicht für möglich gehaltene Konstellation, wie selbst der derzeitige TuS-Kapitän Robin Dankof klarstellt. Doch als rechnerisch vor dem abschließenden Spiel in Zeilsheim alles möglich war, begannen Dankof und Co. zu träumen. Überzeugt von sich selbst ist die Truppe von Thorsten Wörsdörfer ohnehin.

Und so lief die samstägliche Partie. Zur Pause 1:0 in Führung, folgte der zweite Treffer. Der Glaube an das Unmögliche wuchs, die Ergebnisse auf den anderen Plätzen erreichten die Spieler durch die Reaktionen der Zuschauer. "Wir waren im Rausch. Spätestens nach dem 3:1 war es pure Erlösung. Auf den Bildern ist das sehr gut zu sehen. Es musste alles raus", sagt Dankof, der nach Spielschluss mit seinen Kollegen noch auf das Endergebnis aus Walldorf warten musste. Wie eine Ewigkeit fühlten sich demnach die zwei Minuten Wartezeit an, ehe der weitere Abend feuchtfröhlich im Limburger Ortsteil verlief. Dankof selbst konnte nicht lange mitwirken, die Arbeit rief zeitig. Bis spät in die Nacht ging es allerdings, ehe die Kräfte nach aufreibenden Wochen am Ende waren.

"Vielleicht hilft das halbe Jahr zur Weiterentwicklung"

Ging es zurückliegend immer gegen den Abstieg, darf sich Dietkirchen nun mit den Großen der Liga messen. Ambitionen hegt der Club gewiss nicht. "Wir können nun befreit aufspielen und uns gegen gute Gegner weiterentwickeln. Wir brauchen nicht nach unten schauen. Vielleicht hilft uns das halbe Jahr, um in der kommenden Saison im Tabellenmittelfeld zu schwimmen", erläutert der 26-Jährige, der vor rund zwei Monaten das Kapitänsamt übernahm. Raphael Laux, etatmäßiger Torhüter und Kapitän, zog sich einen Bizepssehnenabriss zu. Für Dankof eine Umgewöhnung: "Nun muss ich mehr sprechen, aber es ist cool, die Truppe zu führen."

Zumal die Truppe ein eingeschworener Haufen ist. Ein Kern von sieben, acht Spieler kickt seit Jahren zusammen. Man kenne sich bestens untereinander und wisse, dass die Basics in Dietkirchen auf der Tagesordnung stehen. Für die Leidenschaft, den Kampf und das Läuferische stehe der Turn- und Sportverein. Für Dankof, der 2019 einen einjährigen Abstecher nach Waldgirmes machte und sich dort das Schien- und Wadenbein brach, selbstverständlich, ist Dietkirchen doch seine Heimat. Sein Trainer sagt, er sei ein Paradebeispiel, wie sich die Mannschaft in den zurückliegenden Jahren weiterentwickelt habe. Dankof selbst will das nicht zu hoch hängen, kann aber bestätigen, "dass ich mit Anfang 20 noch schnell auf 180 war. Jetzt sehe ich es gelassener und lasse mich nicht auf Diskussionen mit dem Schiedsrichter ein. Auch fußballerisch gab's sicher einen Schritt nach vorne." Einzig das Toreschießen gelinge nicht mehr wie es eigentlich soll. Null Treffer stehen in dieser Saison.

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