1. torgranate
  2. Hessenliga

Champions-League-Tor am Champions-League-Abend: Alzenau siegt trotzdem

Erstellt: Aktualisiert:

Angelo Barletta - Borussia Fulda vs. FC Bayern Alzenau onkel (4).jpg
Angelo Barletta kann sich freuen: Der Klassenerhalt ist so gut wie eingetütet. © Charlie Rolff

Erster gegen Letzter lautete das Duell im Nachholspiel der Hessenliga-Abstiegsrunde am Mittwochabend. Der FC Bayern Alzenau gewann die am Samstag wegen des unerwarteten Wintereinbruchs ausgefallene Begegnung gegen Schlusslicht VfB Ginsheim mit 3:1 (2:1) und dürfte den Klassenerhalt schon bald auch rechnerisch klar machen. Für die Ginsheimer dagegen sieht es nach fünf Jahren Hessenliga-Zugehörigkeit düster aus. Der Abstieg in die Verbandsliga Süd dürfte kaum noch zu verhindern sein. 

Um in der gewohnten Main-Echo-Arena spielen zu können, hätte der Anpfiff spätestens um 18 Uhr erfolgen müssen, da der Hauptplatz im Sportzentrum am Prischoß über kein Flutlicht verfügt. Der Anfrage der Gastgeber, die Partie früher auszutragen, konnte von den Gästen vom Mainspitzdreieck nicht nachgekommen werden. Eine frühere Anreise sei den berufstätigen Spielern des VfB Ginsheim nicht möglich und so musste auf das weitläufige Leichtathletik-Stadion nebenan ausgewichen werden, wo die Begegnung um 19 Uhr von Schiedsrichter Vincent Schandry aus Königstein angepfiffen wurde. Der stand übrigens am Vortag noch als Spieler im Gruppenliga-Kader seines Heimatvereins 1. FC-TSG Königstein gegen den SKV Beienheim (2:3), kam aber über die Rolle als Ersatzmann nicht hinaus.

Die Mainfranken legten gleich gut los und Lukas Fecher sorgte früh mit seinem zweiten Saisontor für die Alzenauer Führung (4.), dadurch ertönte die erste „Attacke“ aus dem Tower von Stadionsprecher Toni Ritter. „Wir wollten es von Anfang an sehr dominant angehen, das ist uns durch das frühe Tor perfekt gelungen“, freute sich Alzenaus Trainer Angelo Barletta. Ginsheim versuchte im Rahmen seiner Möglichkeiten mitzuspielen und die Mannschaft von Trainer Ermin Melunovic erzielte dann mit einem sehenswerten Freistoßtreffer von Denis Oriana den Ausgleich (27.). „Ein Sensationstor, das war der Hammer, fast schon Champions League-Like“, zollte Barletta dem Ginsheimer Torschützen seinen Respekt.

Bayern Alzenau sollte rechnerisch „bald durch sein“

Aufgrund der Länge des Platzes gab es recht wenige Torraumszenen, die Mannschaften brauchten sehr lange, um das Mittelfeld zu überbrücken. Nach einer Ecke war dann Okan Cetin zur Stelle und traf noch vor der Pause zum 2:1 für den Regionalliga-Absteiger (39.). Die 150 Zuschauer hatten unterdessen Mühe, dem Spielgeschehen zu folgen. Die meisten saßen rund zehn Meter von der Außenlinie weg, Rückennummern waren schwer zu erkennen. Auch Barletta fand den Platz riesig: „Phasenweise konnte ich Maxi Brauburger gar nicht sehen. Ich konnte ihm gar nicht sagen, ob er sich gut positioniert oder nicht. Er war einfach zu weit weg für mich. Wir wollten aber unbedingt auf Rasen spielen, da ich ein Rasenfreund bin. In der Halbzeit wechselten die Gäste mit Maximilian Kissel einen neuen Stürmer ein, der sich gleich mit einem Pfostenschuss gefährlich zeigte (48.).

Kurz darauf schob der Schiedsrichter eine Trink- und Essenspause für die den Fastenmonat Ramadan praktizierenden Akteure ein. Nachdem der Alzenauer Emrecan Heptazeler die Möglichkeit zum 3:1 kläglich über das Tor gesetzt hatte, machte es Torjäger Maximilian Brauburger mit einem Distanzschuss besser und entschied die Partie frühzeitig (65.). In der Schlussphase wechselte Alzenau noch dreimal, dabei kam der lange verletzte Danilo Milosevic zu seinem ersten Saisoneinsatz. „Wir wollten mit aller Macht die drei Punkte holen, 30 Zähler sollten reichen, aber trotzdem wollen wir weiter Punkte sammeln. Rechnerisch sollten wir aber bald durch sein“, sagte Barletta. „Wir werden jetzt auch Spielern die Möglichkeit geben, sich zu profilieren, um zu schauen, welche Leute uns für nächstes Jahr weiter helfen“, kündigte der Coach an, betonte aber: „Wir werden alles Spiele sauber bestreiten.“

Statistik

FC Bayern Alzenau: Wolpert; Pancar, Wilke, Bergmann, Bhatti - Alexander (84. Milosevic), Hodja, Cetin (77. Arslan), Heptazeler (71. Baumann) - Brauburger, Fecher. 
VfB Ginsheim: Stägemann; Fosuhene, Redl, Akoto, Mensah - Onyeyekwe (46. Kissel), Williams (68. Aidoud) - Öztürk (59. Scholz), Oriana, Manneck - Makana. 
Schiedsrichter: Vincent Schandry (1. FC-TSG Königstein).
Zuschauer: 150.
Tore: 1:0 Lukas Fecher (4.), 1:1 Denis Oriana (27.), 2:1 Okan Cetin (39.), 3:1 Maximilian Brauburger (65.).  

Auch interessant