Fertigmachen zum Derbyjubel sagt sich Hünfelds Steffen Witzel, während Fliedens Schlussmann Florian Wess noch am hadern ist. Foto: Kevin Kremer
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Fertigmachen zum Derbyjubel sagt sich Hünfelds Steffen Witzel, während Fliedens Schlussmann Florian Wess noch am hadern ist.

„Chance auf die Top fünf ist größer denn je“

Einen „dreckigen Derby-Auswärtssieg“ sah Hünfelds Trainer Johannes Helmke in Flieden. Gesprächsthemen waren im Anschluss ein Platzverweis gegen die Buchonia sowie HSV-Doppeltorschütze Andre Vogt.

Seine Saisontore sieben und acht erzielte Vogt, der auf der Zehn begann und nach der Pause im Sturmzentrum spielte. „Das ist eine sehr gute Bilanz für mich. Dabei hätte ich noch drei, vier mehr machen können“, sagte der in den zurückliegenden Jahren oft als Linksverteidiger aufgebotene 25-Jährige über seine starke Form. Erst traf der frühere Lehnerzer in klassischer Torjägermanier: Nils Wenzel hatte eine super Idee, Maximilian Fröhlich musste nur noch quer legen (64.). Und dann merkte man dem Torschützen das Selbstvertrauen in der Nachspielzeit an: Als Flieden komplett aufmachte, traf Vogt aus 40 Metern über den zu weit vorne postierten Flieden-Keeper Florian Wess zum 2:0.

Der Torhüter, der einen guten Job machte, spielte für den angeschlagenen Lukas Hohmann, zudem fehlten Flieden Stürmer Fabian Schaub und Allrounder Marius Kullmann. „Diese Ausfälle tun uns unheimlich weh, die können wir so nicht ersetzen. Für Außenstehende ist es schwer zu verstehen, in welch angespannter personeller Lage wir uns Woche für Woche befinden“, unterstrich Fliedens Trainer Bardo Hirsch, der zudem nicht das glücklichste Händchen bei der Einwechslung von Harrison Ambe-Peterson hatte. Nur eine Viertelstunde spielte der Neuzugang, ehe er eine harte Gelb-Rote Karte sah (61.). Im Anschluss kippte das Spiel. „Wir schlagen uns im Endeffekt selbst. Wenn ein Spieler nach 15 Minuten Einsatzzeit eine Gelb-Rote Karte kassiert, sollte er mal in sich gehen“, haderte Hirsch.

Fliedens spielfreies Wochenende zur richtigen Zeit

Denn nicht nur Fliedens Vorstandsmitglied Frank Happ hatte im Vorfeld ein „typisches 0:0-Spiel“ gesehen, bei dem Flieden trotz fehlender Durchschlagskraft gefährlicher wirkte. „Ich weiß nicht, ob der Bessere hier gewonnen hat“, sagte Hirsch deshalb, während Gegenüber Helmke feststellte: „Wir hatten eine hohe Fehlerquote. Wir tun uns noch schwer, das Spiel zu machen.“ Doch nach sechs Spielen mit fünf Unentschieden und einer Niederlage war die Erleichterung im Hünfelder Lager groß: „Der Sieg war sehr wichtig für den Kopf.“

Matchwinner Vogt gab das Ziel für die kommenden Wochen aus: „Die Chance, in die Top fünf zu kommen, ist größer denn je. Spielerisch, kämpferisch und in Sachen Teamgeist haben wir uns gut entwickelt“, lobte Vogt. In Flieden machte sich derweil Enttäuschung breit, dass auf den überraschenden Sieg in Baunatal zwei Derby-Heimniederlagen gegen Steinbach und Hünfeld folgten. Goldwert ist nun das spielfreie Wochenende, nach dem einige Spieler zurückkehren dürften.

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