Semun Biber (rot) und Türk Gücü Friedberg streben Richtung Play-Offs. Dafür müssen nun aber Siege her. Foto: Charlie Rolff
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Semun Biber (rot) und Türk Gücü Friedberg streben Richtung Play-Offs. Dafür müssen nun aber Siege her.

Dem Stress entkommen

Eigentlich könnte Türk Gücü Friedberg zufrieden sein. Seit acht Spielen ist TG in der Süd-Staffel der Hessenliga ungeschlagen. Doch von Zufriedenheit ist man ein Stück entfernt. Denn: sechs Mal gab's ein Unentschieden.

Rang acht und 16 Punkte stehen zu Buche. Der Rückstand auf den ominösen fünften Rang, der zur Play-Off-Runde genügen würde, beträgt fünf Zähler. Der Zug ist bei noch sieben Spielen längst nicht abgefahren, die Remis-Könige sollten nun aber schleunigst mehrmals dreifach punkten. Das weiß Trainer Carsten Weber, der auf die Frage, weshalb ein Unentschieden auf das nächste folgt, fehlende Balance als Antwort nennt. Beim 0:0 gegen Bad Vilbel unter der Woche habe die finale Konsequenz gefehlt, um durchzubrechen. Zuvor war immer mal ein Gefälle zwischen Offensive und Defensive zu erkennen. "Wir haben Spiele, in denen wir offensiv dominant sind, aber hinten zu einfache Fehler machen. Dann gibt es Partien, in denen wir gut gegen den Ball stehen, jedoch vorne etwas vermissen lassen", schildert Weber.

An den kommenden Gegner, TuS Dietkirchen (Sonntag, 16 Uhr), hat TG gute Erinnerungen. Erst am Sonntag siegte Friedberg im Heimspiel mit 3:0, agierte dabei dominant. Auf dem Reckenforst könnte es aber ein ganz anderes Spiel werden. "Es ist bekannt, dass Dietkirchen daheim viele Punkte holt. Es ist schwierig nachzuvollziehen, weshalb das so ist. Deshalb lässt sich das Hinspiel nicht als Maßstab nehmen. Wir müssen auf ein emotionales Spiel vorbereitet sein, in dem wir die gleiche Intensität wie am Sonntag benötigen. Und dennoch kann es ganz anders verlaufen, denn Dietkirchen wird auf Revanche brennen", sagt Weber, um anzuschieben: "Wir können sie dennoch schlagen. Das haben wir gesehen."

Dass die Play-Off-Runde nach wie vor das Ziel ist, stellt der Übungsleiter klar. "Aber diese Zielsetzung hat jeder Verein. Die ersten fünf Teams sind nach der Winterpause sorgenfrei, die anderen haben Stress. Wir würden gerne zur ersten Kategorie gehören." Aktuell sei allerdings überhaupt nicht zu prognostizieren, welche Mannschaft wo stehen wird. Spieltag für Spieltag gestalte sich ein anderes Tabellenbild, weshalb Weber vermutet, "dass die Rechenspiele in den kommenden Wochen zunehmen werden." Mit Siegen möchte Türk Gücü diesen Rechenspielen aus dem Weg gehen und die vielen Unentschieden in Vergessenheit geraten lassen. Mit neun Punkten aus den nächsten drei Spielen gegen Dietkirchen, Griesheim und Ginsheim dürfte die Welt viel rosiger aussehen.

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