Max Stadler erzielte beim Sieg in Friedberg einen Doppelpack.
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Max Stadler erzielte beim Sieg in Friedberg einen Doppelpack.

Fitness und Bagus als Trumpf

SVS gewinnt Spiel, das er nie gewinnen darf

Der SV Steinbach hat ein dickes Ausrufezeichen im Kampf um den Klassenerhalt gesetzt: Bei Türk Gücü Friedberg gewannen die Osthessen nach 0:2-Rückstand ein Spiel, das der SVS eigentlich nie gewinnen darf noch mit 4:2.

„Wir haben in der gesamten Saison noch nicht einen dreckigen Sieg eingefahren. Wir waren einfach mal dran“, sagte Petr Paliatka nach dem Coup in Rosbach, der spätestens nach 15 Minuten nicht vorhersehbar war. Da lag der SVS schon 0:2 zurück. Aber Paliatkas Team hielt mehrere Trümpfe in der Hand, beispielsweise den, dass die Mannschaft fit ist. Das neue Sturmduo Max Stadler und Dominik Hanslik, Spielmacher Luca Uth oder Rückkehrer Leon Wittke, der im neuen 3-5-2 im linken Mittelfeld auch viel Defensivarbeit zu verrichten hat. Sie alle können ein hohes Pensum über 90 Minuten gehen. Eine Tatsache, die sich als Erfolgsschlüssel im weiteren Saisonverlauf erweisen könnte. 

Da störte es nicht mal, dass Paliatka in den Stunden vor dem Spiel gleich dreimal seine Startelf umstellen musste. Erst bei Ankunft in Rosbach senkte Innenverteidiger Alin Neacsu den Daumen. Nach Nachtschicht und fehlendem Schlaf fühlte er sich nicht bereit für die Startelf. Zuvor mussten Tom Wiegand (krank)und Michael Wiegand (privat verhindert) kurzfristig passen. Der Erfolg bei Türk Gücü, das spielerisch turmhoch überlegen war und ein klares Chancenplus verzeichnete, könnte nun den notwendigen Push für die Play-downs verleihen. Das weiß nicht zuletzt Trainer Petr Palliatka, der trotz der Ausfälle seinem neuen, einem offensiveren System vertraute, und mit Dreierkette und zwei Stürmern agieren ließ.

Zunächst ging das kräftig in die Hose, denn Friedberg spielte nach dem Trainerwechsel unter der Woche auf dem engen Kunstrasen zielstrebig nach vorne, führte nach nicht mal 15 Minuten mit 2:0. Dem wieder zahlreich mitgereisten SVS-Anhang schwante Übles.

Das wird eine richtig gute Heimreise.

SVS-Trainer Petr Paliatka

Doch die Reaktion war exzellent. Mit viel Geschick verteidigte Steinbach gegen die spielerisch turmhoch überlegenen Gastgeber – zudem war der SVS extrem effizient. Fünf Torchancen im gesamten Spiel langten für vier Treffer. Zweimal war Max Stadler zur Stelle, dazu trafen Dominik Hanslik und Petr Kvaca. Kvacas Treffer zum 3:2 nach einer Wittke-Ecke fiel aus dem Nichts und war letztlich spielentscheidend (81.).

Die Bestnote verdiente sich beim SVS aber ein anderer: Torhüter Philipp Bagus, gerade 18 Jahre jung, spielte wie ein alter Hase. Bei Standards machte er seinen manchmal nachgesagten Größennachteil mit Durchsetzungsvermögen und viel Selbstvertrauen wett. Er fing und faustete die Bälle teilweise zehn Meter außerhalb seines Gehäuses in großer Bedrängnis weg. Und er hielt mehrfach spektakulär: Wie gegen Jan-Philipp Häuser, zweimal gegen Goalgetter Noah Michel oder bei einem Freistoß aus bester Position gegen Peter Jost. Ihm verdankte Steinbach den Sieg.

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