Trainer Sedat Gören (rechts) konnte mit der Leistung in Neuhof nicht hundertprozentig einverstanden sein. Foto: Charlie Rolff
+
Trainer Sedat Gören (rechts) konnte mit der Leistung in Neuhof nicht hundertprozentig einverstanden sein.

Die Serie lebt – doch was ist sie wert?

Die SG Barockstadt hat ihre beeindruckende Serie fortgesetzt. Auch das achte Saisonspiel gewann der Hessenliga-Tabellenführer – doch nach dem Derbysieg in Neuhof waren kritische Stimmen erlaubt.

Überzeugend agierte die SGB in der gut gefüllten Glückaufkampfbahn nämlich nicht. Spielerisch fehlte – auf zugegeben schwer bespielbarem Rasen – ohne die verletzten Mittelfeld-Regisseure Leon Pomnitz und Johannes Hofmann die Linie, wenn die Fuldaer einmal gefährlich wurden, war es Zufallsprodukten oder der individuellen Klasse zu verdanken. Wie bei den Toren: Beim ersten Tor bekam Neuhof einen langen Ball nicht geklärt, im entscheidenden Duell setzte sich Torjäger Dominik Rummel dann stark gegen Tomislav Klapan durch (20.). Beim Siegtreffer kurz nach der Pause war es ein gut getretener Freistoß von Tolga Duran, der auf dem Kopf des völlig freien Kapitäns Patrick Schaaf landete (48.).

„Man muss nicht immer glänzen“, erklärte SGB-Trainer Sedat Gören nach Spielschluss den schwachen Auftritt und fügte an: „Wir spielen seit vielen Wochen nur Einbahnstraßenfußball. Das ist nicht immer einfach. Trotzdem haben wir zum achten Mal gewonnen.“ Abzuwarten bleibt allerdings, wie viel diese Siege wert sind. Stand heute würde Barockstadt nur einen Dreier mit in die Aufstiegsrunde nehmen, da bis auf Erlensee alle bisherigen Gegner – auch der nächste Alzenau – in die Play-Downs müssen.

Bär über Gören-Zitat: "Völliger Käse"

Dem SV Neuhof traut Gören nach einer starken Leistung im Derby aber mehr zu: „Die Jungs können kicken, das haben sie im Kreispokalfinale schon gezeigt. Aber egal ob das Hanau, Steinbach oder jetzt Neuhof war: Wahrscheinlich haben alle gegen uns ihr bestes Saisonspiel gemacht“, sagte der SGB-Coach. Dieser Aussage widersprach Neuhofs Trainer Alexander Bär aber energisch: „Das ist völliger Käse. Wir haben in den Spielen zuvor schon gute Auftritte gezeigt. Aber wir sind in einer miserablen Situation, und da helfen nur Punkte, die wir auch gegen Spitzenmannschaften holen müssen“, betonte ein bedienter Bär.

Dass seine mutige Elf diesen verdient gehabt hätte, sah er keineswegs exklusiv so. Die größte Chance zum 2:2 ließ Mirza Kovac allerdings freistehend liegen, nachdem Marius Grösch zuvor nicht schnell genug reagiert hatte (58.). Ähnlich leichtfertig agierte SGB-Keeper Tobias Wolf beim 1:1, als er einen Ball in die Tiefe locker aufnehmen wollte, dabei aber die Geschwindigkeit von Neuhofs pfeilschnellem Angreifer Sasha Diakiese unterschätzte (38.). „Am Ende machen wir zwei Fehler, die eiskalt bestraft werden. Das ist bei Spitzenmannschaften in dieser Liga eben so“, sagte Bär, der zumindest in Bezug auf die Kulisse ein positives Fazit ziehen konnte: „Wir haben Verein und Ort gut vertreten.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema