Filip Cirpaci traf für 1:0 für den FV Bad Vilbel gegen Hanau 93.
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Filip Cirpaci traf für 1:0 für den FV Bad Vilbel gegen Hanau 93.

FV Bad Vilbel gewinnt in der Abstiegsrunde

Diebstahl bei Hanaus erster Niederlage

Im Nachholspiel am Ostersamstag musste der 1. Hanauer FC 1893 die erste Niederlage in der Hessenliga-Abstiegsrunde hinnehmen. Gegen den FV Bad Vilbel unterlagen die zuletzt so stark aufspielenden 93er an der Kastanienallee vor 250 Zuschauern mit 0:2 (0:2).

Eilig hatte es offenbar Schiedsrichter Felix Ebert, der die Partie bei besten äußeren Bedingungen vorzeitig um 14.58 Uhr freigab. Die Gäste aus der Wetterau traten hochmotiviert an und wollten auf dem gut bespielbaren Rasenplatz die beiden letzten Heimniederlagen korrigieren. Und dass Vilbel auswärts besser auftritt als vor heimischer Kulisse, haben die Brunnenstädter in dieser Saison schon desöfteren bewiesen. So auch heute, obwohl auch eine Menge Spielglück dabei war. So traf der Hanauer Rechtsverteidiger Rico Kaiser nach fünf Minuten den Pfosten. Geht der rein, nimmt das Spiel womöglich den erwarteten Verlauf. Doch es kam anders: Wer nach dem fulminanten 5:0 in Walldorf ein euphorisches Hanauer Team erwartet hatte, sah sich getäuscht. Vilbel spielte mit drei Spitzen mutig nach vorne und wurde früh belohnt.

Einen Steilpass verwertete Filip Cirpaci zur Vilbeler Führung (9.). Hanau kam danach noch schwerer in die Gänge, es fehlte der letzte Wille nach vorne. Cem Kara versuchte es ab und an aus der Distanz, viel mehr nennenswertes gab es kaum. Vielmehr passte es zum gebrauchten Hanauer Tag, dass das 0:2 einem kuriosen Eigentor entsprang. Innenverteidiger Tarik Sejdovic spielte einen lockeren Rückpass zu Torhüter Armend Brao. Der trat über den Ball und der trudelte ins Netz (38.). Da war es zu bewundern, dass die 93er Supporter auch nach diesem Fauxpas ihre Stakkato-Gesänge weiter fröhlich zum Besten gaben. Mittlerweile steht hier sogar eine kleine, mit weißen und schwarzen Sitzen versehene Sitzplatztribüne. Nach dem Seitenwechsel blieben die Gäste ihrem Konzept treu, ließen defensiv gegen einfallslos anrennende Gastgeber wenig zu.

Spieler werden während der Partie bestohlen

So sehr sich Hanau bemühte, es kam außer einigen Abschlüssen nichts dabei herum. Die Zeit rannte den 93ern davon und letztlich war es ein Tag zum Vergessen. Unerfreulicherweise war auch noch während der Partie ein Langfinger unbemerkt in die Container-Kabine eingedrungen und hatte laut dem zurückgekehrten Funktionär Giovanni Fallacara den Akteuren Bargeld entwendet und war danach unerkannt geflüchtet. Der Diebstahl wurde erst nach dem Abpfiff bemerkt, hinterher nahm die herbei gerufene Polizei eine Anzeige auf. Spielertrainer Kreso Ljubicic war aufgrund des gebrauchten Tages natürlich restlos bedient: „Wir haben uns mit zwei Eigentoren selbst geschlagen. Die Niederlage ist absolut verdient, denn es fehlte der nötige Wille, der Biss und die Leidenschaft. Die Quittung ist diese Heimniederlage, die unsere Euphorie ausbremst. Vielleicht kommt das aber zur rechten Zeit. Vom Gefühl her hat das alles gefehlt. Leute die gedacht haben, der Klassenerhalt wäre sicher, muss ich warnen. Wir müssen weiter bis zum letzten Spieltag alles geben.“

Eitel Sonnenschein dagegen bei Bad Vilbels Trainer Amir Mustafic nach diesem eminent wichtigen Sieg im Kampf um den Klassenerhalt: „Schon nach dem Alzenau-Spiel habe ich ein Auf und Ab prophezeit. Die letzten Spiele waren nicht schlecht, aber heute war auch der Wille von Beginn an zu spüren. Wenn wir alles geben, werden wir auch belohnt. Der Fußball-Gott schenkt Dir dann auch was und nachdem wir in dieser Saison so viel Geschenke erhalten haben, war es auch mal an der Zeit Geschenke zu erhalten. Am Ende tun uns diese drei Punkte sehr gut.“

Statistik

1. Hanauer FC 1893: Brao; Kaiser, Sentürk, Sejdovic, Abdel-Ghani - Ljubicic, Biehrer (76. Podvorica) - Calabrese, Kara (65. Singh Sahi), Gogol (54. Cetin) - Bejic.
FV Bad Vilbel: Orband; Okuno, Gashi, Safaridis, Emmel - Knauer, Shuteriqi, Bauscher - Ushiyama (89. Böger), Cirpaci (74. Kandelaki), Shimoda.
Schiedsrichter: Felix Ebert (Alsfeld).
Zuschauer: 250.
Tore: 0:1 Filip Cirpaci (9.), 0:2 Tarik Sejdovic (38., Eigentor).

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