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Eine hitzige Pressekonferenz

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Von: Ralph Kraus

Denis Streker Hessen Dreieich
Denis Streker verletzte sich gegen Neuhof schwer. © Ralph Kraus

Dem 2:1 zwischen Hessen Dreieich und dem SV Neuhof in der Aufstiegsrunde der Hessenliga folgte eine außergewöhnliche Pressekonferenz, auf der der SC Hessen in Person von Trainer Taner Yalcin seinem Ärger kräftig Luft machte.

Das Ergebnis vom Hessenliga-Aufstiegsrundenspiel interessierte nachher nur die wenigsten. Auch der nun offizielle Rückzug Dreieichs aus Hessenliga war nur eine Randerscheinung. Vielmehr stieß Dreieichs Verantwortlichen bitter auf, dass Neuhof einer Bitte um Verlegung nicht nachkam. Die Quittung war die schwere Verletzung des angeschlagen ins Spiel gegangenen Dreieicher Kapitäns Denis Streker. Der riss sich Mitte der zweiten Halbzeit die Achillessehne. Seine bitteren Schreie gingen einem durch Mark und Bein.

"Wir haben seit Donnerstag alles versucht, um das Spiel zu verlegen. Es war uns einfach nicht möglich zehn gesunde Spieler zusammen zu bringen. Es war schlicht eine Notsituation und wir haben auf Verständnis gehofft. Daher haben wir an das Fairplay von Neuhof plädiert, einer Verlegung zuzustimmen. Alles umsonst", spürte man den Ärger bei Dreieichs sportlichem Leiter, Patrick Ochs.

Patrick Ochs bezeichnet Neuhofs Vorgehen als „Armutszeugnis“

Der ehemalige Profi der Frankfurter Eintracht weiter: "Wir hatten den Verband mit unserer Bitte kontaktiert, aber der hat uns gesagt, dass eine Verlegung satzungskonform nicht möglich ist. Das ist dann eben so und auch okay", so Ochs weiter. "Aber vom Gegner hatte ich mir erhofft, dass er einer Verlegung zustimmt. Absagen und Punkte verschenken wollten wir aus sportlichen Gründen nicht, da wir mit unserem Rückzug am Saisonende sowieso schon genau beäugt werden. Für mich ist das, was heute passiert ist, ein Armutszeugnis", wetterte Ochs kurz nach dem Spiel.

Auf der Pressekonferenz wurde es dann endgültig richtig hektisch: Neuhofs Trainer Alexander Bär, der als Gästetrainer bei der PK wie immer den Anfang machte, war bei seiner Analyse rein auf das Spiel eingegangen und hatte zudem noch seine eigenen drei Spieler beklagt, die ihm verletzt ausgefallen waren. Jetzt platzte Dreieichs Trainer Taner Yalcin, der schon vor dem Spiel richtig sauer war und dessen Elf nur einen Ersatzmann zur Verfügung hatte, der Kragen.

Wenn man aber nach dem Spiel sich unter den Trainern nicht einmal die Hand reicht, dann ist das unsportlich.“

Dreieich-Trainer Taner Yalcin

"Ich hätte eigentlich erwartet, dass ein gegnerischer Trainer Genesungswünsche für unseren schwer verletzten Spieler ausspricht. Schade, dass das nicht passiert ist. Wenn man aber nach dem Spiel sich unter den Trainern nicht einmal die Hand reicht, dann ist das unsportlich." Die Antwort von Bär: "Ich habe dir die Hand gereicht." Der Konter von Yalcin: "Krass, dass du bei dieser Aussage noch nicht einmal Rot wirst."

Bär wehrt sich: „Sind keine schlechten Verlierer“

Indes machte Bär sofort klar, "dass es mir und uns als SV Neuhof sehr wohl leid tut, dass sich der gegnerische Spieler so schwer verletzt hat. Wir wünschen Denis Streker alles Gute und wir sind auch keine schlechten Verlierer. Wir haben hier verdient verloren. Auch über beide Elfmeter brauchen wir nicht zu diskutieren."

Taner Yalcin indes war kaum noch zu bremsen: "Gegen Fulda haben wir eine beeindruckende Leistung gebracht, das folgende 0:4 in Stadtallendorf war situationsbedingt durch die vielen Ausfälle. Aber dieses Spiel und der Sieg gegen Neuhof, das war einfach unfassbar. Ich bin stolz, so eine Truppe trainieren zu dürfen. Und eines schicke ich gleich noch vorweg: Ich hoffe nicht, dass Neuhof verletzte Spieler bekommt. Sollte das aber der Fall sein vor dem Rückspiel, dann genügt ein Anruf und wir würden einer Verlegung zustimmen."

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