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„Die Vision bleibt 3. Liga“

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Von: Ralph Kraus

Das große Ziel ist erreicht: Im vierten Anlauf seit Bestehen der SG Barockstadt durfte Finanzvorstand Martin Geisendörfer den Aufstieg bejubeln.
Das große Ziel ist erreicht: Im vierten Anlauf seit Bestehen der SG Barockstadt durfte Finanzvorstand Martin Geisendörfer den Aufstieg bejubeln. © Torgranate

Für Finanzvorstand Martin Geisendörfer ist mit dem Aufstieg der SG Barockstadt in die Regionalliga Südwest ein Traum in Erfüllung gegangen. Der 64-Jährige hat bereits konkrete Pläne, wie es nun im Verein weitergehen wird.

Was war das für ein wilder Ritt durch die Gefühlswelten. Wie haben Sie den Samstag erlebt?

Solche Emotionen, ein solches Wechselbad der Gefühle, habe ich in meinem ganzen Leben noch nie erlebt. Aber so ist Fußball. Das ist toll: Der Gegner hat alles gegeben. Einmal waren wir aufgestiegen, dann wieder raus, schließlich waren wir fast Meister und mussten dann, als unser Spiel zu Ende war, bangen, dass im anderen Spiel nichts mehr passiert. Das sind die Momente, warum wir alle so viel Leidenschaft in diesen Sport stecken.

Hatten Sie zwischendurch schon mal den Glauben an den Aufstieg verloren, als Stadtallendorf davongezogen war?

Viele haben ja schon gesagt, es sei alles vorbei für uns. Aber im Fußball muss man warten bis zum Schluss. Da muss man auch Trainer Sedat Gören eine super Arbeit bescheinigen. Er hat diesen Glauben auch an die Spieler vermittelt.

Die Mannschaft hat den Aufstieg dem vor eineinhalb Jahren verstorbenen Betreuer Stefan Wenzel gewidmet. Eine richtig starke Geste des Teams, oder?

Stefan Wenzel war und ist immer ein fester Bestandteil des Teams. Er fehlt uns ungemein. Dass die Spieler so etwas äußern und an ihn denken, das zeigt doch, wie groß der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft ist.

Um in der Regionalliga eine gute Rolle spielen zu können, muss man mit einem Etat von knapp zwei Millionen Euro rechnen. Ist das für Fulda zu stemmen?

Mit diesen Zahlen können wir in Fulda nicht mithalten, aber wir wissen auch ganz genau, dass noch einiges zu tun ist. Unsere Mannschaft ist auch in der Regionalliga konkurrenzfähig. Wir werden nicht in den oberen Gefilden mitspielen, aber wir werden als Team auf den Platz gehen. Das ist unsere große Stärke. Und wir werden uns noch auf der ein oder anderen Position verstärken.

Trotzdem: Es steht – der Klassenerhalt vorausgesetzt – Jahr für Jahr eine gewaltige Investition an. Ist das denn für unser kleines Osthessen auf Dauer wirklich zu schaffen?

Wenn das für Osthessen nicht zu stemmen ist, dann weiß ich auch nicht. Da gibt es andere Regionen, die auch in der Regionalliga spielen. Aber klar: Die Betriebe, Geschäftsleute und auch die Stadt müssen hinter uns stehen. Es kommen viele Zuschauer in die Stadt. Das bringt für alle auch neue Umsätze.

Wird man auf Halbprofitum umsteigen?

Wir werden auf der Amateur-Basis bleiben, aber auch zusätzliche Einheiten für die Studenten und diejenigen, die morgens trainieren können, anbieten. Jetzt gilt es zunächst, die Regionalliga zu halten, dann folgt vielleicht der nächste Schritt. Die Vision ist ja nach wie vor eine andere: Das ist die 3. Liga.

Ein Fragezeichen steht durch den Umbau hinter dem Stadion. Wie hoch soll das Fassungsvermögen zum Saisonstart sein?

Das wird bei knapp 3000 Zuschauern liegen. Deshalb hoffen wir auch, dass so Spiele wie Kickers Offenbach, wo es vielleicht auch mehr werden könnten, erst in der Rückrunde in Fulda stattfinden. Da fanden auch schon Gespräche mit dem Verband statt.

Julian Pecks ist schon jetzt eine Legende. Er wechselt aber zur neuen Saison zur SG Bronnzell. Wie sehr schmerzt Sie das persönlich?

Seine Entscheidung ist sehr bedauerlich. Aber wir werden alles versuchen, ihn vielleicht doch noch umzustimmen. Auch ich werde nochmal das persönliche Gespräch mit ihm suchen. Vielleicht geht ja noch was. Er ist ein wichtiger Leistungsträger. Und wenn man sieht, wie er das 3:2 mit der Hacke macht, dann weiß man auch, warum er den Spitznamen „der weiße Brasilianer“ trägt.

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