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Neuerlicher Einbruch und nicht hessenligawürdige Bedingungen?

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Serkan Pancar Bayern Alzenau
Für Serkan Pancar und den FC Bayern Alzenau setzte es eine Niederlage bei Türk Gücü Friedberg. © Charlie Rolff

Türk Gücü Friedberg hat am frühen Samstagabend die Tabellenspitze in der Hessenliga verteidigt, mühte sich aber am Burgfeld zu einem glücklichen 2:1 (0:0)-Sieg gegen den FC Bayern Alzenau, der weiter in der Abwärtsspirale steckt und die Abstiegszone nicht verlassen konnte.

Erfreulich war neben dem Sieg der Gastgeber die Kulisse an der neuen Spielstätte Türk Gücüs. Über 300 Zuschauer waren ans Burgfeld gekommen und sahen ein intensives sowie spannendes Spiel mit dem glücklicheren Ende für die Wetterauer. Doch es gab abseits des Spielgeschehens auch unerfreuliche Vorkommnisse. Nach dem Abpfiff wurde festgestellt, dass Langfinger in die Kabine eingedrungen waren und Wertgegenstände in beträchtlicher Höhe entwendet hatten. Unter anderem wurden auch Autoschlüssel mitgenommen und dann Wertsachen aus den Fahrzeugen entnommen. Zum dritten Mal in diesem Jahr, dass so etwas in der Hessenliga passiert. Aktionen, die an Dreistigkeit kaum zu überbieten sind und einen Polizeieinsatz nötig machten. Aber auch auf Seiten der Gäste gab es Ärger. Der Erste Vorsitzende der Alzenauer, Andreas Trageser, schimpfte nach dem Spielende über den nicht gemähten Rasenplatz, er bewertete gar die Rahmenbedingungen in Friedberg als „nicht Hessenligatauglich.“ Auf die Hinweise der Gastgeber, dass die Anlage städtisch sei, entstanden heftige Diskussionen.

Fatih Kaplan, Vorstandsmitglied der Friedberger, argumentierte weiter, er habe bei der Stadt Friedberg vergeblich angerufen, um den Rasen herzurichten. Trageser, zunehmend die Fassung verlierend, ließ sich zu der Ausage hinreißen, Kaplan solle „in die Türkei gehen.“ Daraus entwickelten sich weitere Wortgefechte mit heimischen Offiziellen und Anhängern. Letztlich gab es dann noch ein vernünftiges Zwiegespräch zwischen den Streithähnen, man sei laut Kaplan „im guten auseinander gegangen.“ Zum Spiel: Die Hausherren traten mit der gleichen Formation an, die in Weidenhausen mit 3:0 gewonnen hatte. Die Gäste hatten kurzfristig Stürmer Dusan Crnomut vom Regionalligisten FSV Frankfurt verpflichtet, der entgegen des Spielberichtes statt der 19 die 20 trug. Der vor einer Woche geholte Nikola Duborija lief mit der 15 statt der 20 auf, was zu einem Nummernsalat und später zur Durchsage des falschen Torschützen führte.

Die Friedberger kamen im ersten Abschnitt nur schleppend ins Spiel, da Alzenau bissig und aggressiv auftrat, sich zahlreiche Eckbälle erspielte. Direkt nach dem Seitenwechsel ging TGF aber doch in Führung: Toni Reljic führte den Ball durch den Gästestrafraum, sein Schuss wurde auf der Linie geklärt und Torjäger Noah Michel traf im Nachsetzen per Abstauber zum 1:0 (47.). Alzenau ließ sich aber nicht beirren und hatte in der Folge seine beste Phase. Nach dem Ausgleich durch Crnomut, als Koob nach vorne abwehrte (68.), hatte Dubrorija gar die Führung der Bayern eine Minute später auf dem Fuß. Für den Friedberger Sieg musste letztlich ein Foulelfmeter herhalten. Nach einem Eckball wurde Demyan Imek umgerissen, daraufhin zeigte Heist auf den Punkt, die Gäste protestierten vehement gegen die Entscheidung des Unparteiischen. Michel verwandelte souverän zum Siegtreffer (79.). „Der Sieg war eine schwere Geburt“, sagte der Friedberger Trainer Enis Dzihic inmitten der Turbulenzen um die aufgebrochene Kabinentür.

Er unterbrach sein Statement, um dann später hinzuzufügen: „Ich wusste, dass es nicht einfach wird, da Alzenau ungeachtet der Tabelle eine gute Mannschaft hat. Das ganze Spiel war schleppend, da fehlte Dynamik und Zug zum Tor. Nach dem 1:1 war ich aber sicher, dass meine Jungs noch ein Tor machen. Der Rasen war hoch und trocken, das ist für spielerische Mannschaften schwer.“ Nächste Woche steht dann das absolute Topspiel der Hessenliga zwischen der Eintracht Frankfurt U21 und Türk Gücü Friedberg auf dem Spielplan. Angelo Barletta, der nun wieder seinen „alten“ Co-Trainer Dennis Bochow an seiner Seite hat, wollte hinterher keine Ausreden für die Niederlahe und die angespannte Tabellenlage aufführen: „Friedberg war cleverer, abgezockter. Wir haben ein paar Niederlagen zu viel. Das schmerzt sehr. Wir stehen in den kommenden Spielen unter Zugzwang, wenn wir nicht über Wochen oder gar Monate im Keller versinken wollen.“

Türk Gücü Friedberg: Koob; Eren, Saighani, Usic, Schorr - Henrich, Jost - Imek (90.+2 Dudda), Reljic (84. Mahmudov), Yikilmaz (67. Hayashi) - Michel.
FC Bayern Alzenau: Endres; Pancar, Topic, Milosevic, Bhatti - Wilke - Cetin (53. Hacker), Makey, Crnomut, Alexander (80. Seikel) - Duborija (88. Heinz).
Schiedsrichter: Daniel Heist (TSV Hertingshausen).
Zuschauer: 307.
Tore: 1:0 Noah Michel (47.), 1:1 Dusan Crnomut (68.), 2:1 Noah Michel (79., Foulelfmeter).

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