Erst im Stau gestanden, dann doch siegreich: Eintracht Stadtallendorf.
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Erst im Stau gestanden, dann doch siegreich: Eintracht Stadtallendorf.

Sicaja voll des Lobes

Aus der Quarantäne in den Stau: Stadtallendorfer Hindernislauf zum Sieg

Der FC Eddersheim bleibt in der Aufstiegsrunde der Hessenliga ohne Sieg, erzielte gegen Spitzenreiter Eintracht Stadtallendorf am Mittwochabend immerhin sein erstes Playoff-Tor, was sich letztlich als zu wenig erwies. Mit 1:2 (0:1) unterlag der Main-Taunus-Club dem Regionalliga-Absteiger aus Mittelhessen, der trotz Personalproblemen einen weiteren Schritt in Richtung Wiederaufstieg tätigte.

Da Stadtallendorf bei der Anreise in einen Feierabendstau geriet, begann die Begegnung erst um 19.45 Uhr. Bei optimalen Bedingungen mit fast schon sommerlichen Abendtemperaturen entwickelte sich vor über 300 Zuschauern sofort ein kampfbetontes Spiel auf dem Rasenplatz an der Staustufe. Beide Teams gingen mit wenig Spielpraxis in die Begegnung. Die Gastgeber hatten seit dem 19. März nicht mehr um Punkte gespielt, lediglich ein Pokalspiel absolviert. Aber auch Stadtallendorf hatte 11 Tage pausiert, kam mit einer personell stark veränderten Mannschaft zu diesem Nachholspiel. Die Gastgeber verpassten es mehrfach, mit 1:0 in Führung zu gehen.

Die erste vergab nach einer Hereingabe von Turgay Akbulut sein Sturmpartner Luki Matondo. Frei vor dem Tor drosch er den Ball über den Kasten (9.). Kurz danach setzte sich Christopher Krause am Flügel durch, passte zu Ferdinand Scholl, der den Ball nicht im Tor unterbrachte. „Das waren zwei hundertprozentige, eine davon muss das 1:0 bedeuten“, haderte FCE-Trainer Christian Lüllig mit der Chancenverwertung. Die Gäste verteidigten konsequent und strukturiert und gingen in der 39. Minute durch ein Kontertor von Leon Lindenthal in Führung. Auch nach dem Seitenwechsel verpasste es Eddersheim, seine Möglichkeiten zu nutzen. 

Hessenliga: Dragan Sicaja nach Stadtallendorf-Sieg voll des Lobes

Querpass Scholl auf Krause, aber TSV-Torhüter Tolga Sahin parierte (54.). „Das sind die Nuancen, die so ein Topspiel entscheiden“, stellte Lüllig fest. Nach einer Stunde wechselte der Coach Stürmer Turgay Akbulut aus, der sichtlich verärgert aus Frust gegen die Werbebande trat. Die Gäste bekamen immer mehr Räume zum Kontern und vergaben einige Gegenangriffe, einen davon nutzte aber Nick Bremer zum zweiten Treffer, nachdem FCE-Torwart Daniel Zeaiter zuvor zweimal sehr gut gehalten hatte. Es stand also 0:2 in der 79. Minute, entschieden war aber noch nichts. Eddersheim versuchte alles und kam mit Ferdinand Scholl noch zum 1:2 (89.).

Doch das Auspacken der Brechstange in der Nachspielzeit erwies sich als kein probates Mittel. Außer einigen Flugbällen kam nichts vernünftiges mehr zustande, sodass Stadtallendorf die drei Punkte mit auf die lange Busreise zurück nahm. Trainer Dragan Sicaja zog hinterher den Hut vor dem Einsatzwillen seiner Mannschaft: „Wir waren so gebeutelt von Verletzungen, es fehlten gesperrte Spieler. So mussten wir hier hart kämpfen gegen einen Gegner, der richtig Qualität hat. Ich musste hier fünf Spieler aufstellen, die direkt aus der Quarantäne kamen. Wir haben mit Herz, Leidenschaft und Kampf gewonnen.“

Statistik

FC Eddersheim: Zeaiter; Schmitt, Lang, Finger, Dechert - Hilser, Kummer - Scholl, Krause - Akbulut (60. Demirbas), Matondo (70. N. Rottenau).
TSV Eintracht Stadtallendorf: Sahin; Geisler, Pape (83. Seck), Ofori, Schadeberg (46. Schütze) - Bartheld, Zildzovic - Heuser, Bremer, Lindenthal (60. Wiessner) - Sattorov. 
Schiedsrichter: Christoph Rübe.
Zuschauer: 306.
Tore: 0:1 Leon Lindenthal (39.), 0:2 Nick Bremer (79.), 1:2 Ferdinand Scholl (89.).

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