1. torgranate
  2. Hessenliga

„Langsam wieder da, wo wir hinwollen“

Erstellt: Aktualisiert:

TSV Eintracht Stadtallendorf vs. SG Barockstadt Fulda-Lehnerz - Hessenliga Gruppe A - Saison 2021 2022
Drei der vier Stadtallendorfer Tore auf einem Bild: Amar Zildzovic (links) traf doppelt, Del Angelo Williams zum 4:1. © Stefan Tschersich

Selten war bei einem Meisterschaftsspiel im Herrenwaldstadion so wenig los wie am Mittwochabend. Parallel zum Champions League-Spiel von Eintracht Frankfurt gegen Sporting Lissabon wurde das Hessenliga-Spiel zwischen dem TSV Eintracht Stadtallendorf und Aufsteiger TSV Steinbach Haiger II vor nur 230 Zuschauern ausgetragen.

Die Gastgeber setzten mit dem dritten Sieg in Folge ihren Aufwärtstrend fort und besiegten den Tabellenletzten wie im Hinspiel mit 4:2 (2:1). Die Stimmung im weiten Rund war teilweise gespenstisch, erinnerte an einen Testkick im Sommer. Selbst der frühe Führungstreffer der Gastgeber durch Amar Zildzovics Abstauber (3.) wurde mehr so zur Kenntnis genommen, Begeisterung kam wenig auf.

Eintracht Stadtallendorf „langsam da, wo wir hinwollen“

Das Schlusslicht, das außer dem ersten Spiel in Unter-Flockenbach alle Partien verloren hat, bot mit Dennis Owusu und Enrique Miguel Pereira da Silva zwei Akteure aus dem Regionalliga-Kader auf. Das Team von Trainer Maik Six verkaufte sich im ersten Abschnitt gut, kam nach einer Ecke durch Mittelstürmer Noah Theis per Kopfball zum Ausgleich (16.) und hatte danach seine beste Phase. Doch statt selbst in Führung zu gehen, zeigte der eigentlich defensive Mittelfeldspieler Zildzovic erneut seine Qualitäten als Torjäger und traf überlegt ins rechte Eck (28.).

Zuvor hatte Stadtallendorf-Trainer Dragan Sicaja seinen Männern zugerufen, die Ruhe zu bewahren. Ruhig wie das ganze Spiel spielten es die Ferrero-Städter im zweiten Abschnitt herunter. Da half natürlich das schnelle 3:1 nach einer Flanke des wieselflinken Japaners Ryunosuke Takehara auf Frederik Trümner, der bedacht einschob (47.). Nach dem 4:1 von Kapitän Del Angelo Williams, der einen Steilpass verwertete, war das Spiel gelaufen (59.). Was folgte war eine Auswechselorgie, beide Trainer schöpften das neue Auswechselkontingent von fünf Wechseln voll aus. Kurz vor Schluss verkürzte der eingewechselte Noel Ben Arfaoui zum Endstand (83.), was Sicaja noch mächtig ärgerte.

„Wir kommen jetzt langsam wieder da hin, wo wir hinkommen wollen“, resümierte Sicaja und ergänzte: „Bei allem Respekt vor Steinbach Haiger II - gegen bessere Gegner kann das Spiel kippen, wenn Du den Gegner spielen lässt.“ Nach dem holprigen Saisonstart und der kurzen Vorbereitung sei man nun in einer komplett anderen Verfassung. Mit Takehara steht außerdem auf der linken Seite ein komplett anderer Spielertyp zur Verfügung. „Wir sind jetzt frischer, kommen besser in Rhythmus, halten das Tempo. Nach Balleroberung stehen wir rasch vor dem gegnerischen Tor“, sagte Sicaja nach dem Sprung auf Rang fünf.

TSV Eintracht Stadtallendorf: Sahin; Enobore, Schadeberg, Philips, Markovic (76. Sattorov) - Kulas (86. Bremer), Zildzovic - Trümner (69. Geisler), Cecen (63. Heuser), Takehara - Williams (90. Jura).
TSV Steinbach Haiger II: Pauli; Georg (65. Goldbach), Müller (73. Noriega), Hartmann, Bedenbender, Pereira da Silva - Owusu, Aydogan (65. Künkel), Wirtz, Bellinghausen (46. Pöpperl) - Theis (76. Arfaoui).
Schiedsrichter: Boris Reisert (TG Ober-Roden).
Zuschauer: 230.
Tore: 1:0 Amar Zildzovic (3.), 1:1 Noah Theis (16.), 2:1 Amar Zildzovic (28.), 3:1 Frederik Trümner (47.), 4:1 Del Angelo Williams (59.), 4:2 Noel Ben Arfaoui (83.).

Auch interessant